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VfL Wolfsburg: „Die haben den schönsten Beruf der Welt“

Fußball VfL Wolfsburg: „Die haben den schönsten Beruf der Welt“

Es gibt sie auch in Wolfsburg, die Fans die wortwörtlich bei jeden Wetter am Trainingsplatz stehen. Michael Günterberg ist einer von ihnen. Der Wolfsburger ist VfL-Anhänger durch und durch – und muss dabei mehr als andere darauf achten, dass er seine Emotionen im Griff hat. Denn der 25-Jährige ist mit einem Herzfehler auf die Welt gekommen.

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Vor 20 Jahren dicht dran, heute immer noch dicht dran: Michael Günterberg mit Roy Präger (l.) und mit Maximilian Arnold.

Quelle: privat

Wolfsburg. In dieser Woche war „Michi“ oder „Günni“, wie er gern gerufen wird, mit anderen Anhängern des Wolfsburger Fußball-Bundesligisten aus Marbella zurückgekehrt, der VW-Mitarbeiter (Günterberg arbeitet als Stücklisten-Ersteller) wollte sehen, wie die Profis so kurz vor dem Start drauf sind. Sein Eindruck? „Der ist eigentlich ganz gut, nur der Spielaufbau passte noch nicht so, auch die Abwehr schien mir noch nicht sattelfest“, sagt er – und hofft, dass das schnell besser wird. Denn: „Ich wünsche mir, dass wir eine andere Rückrunde spielen als im vergangenen Jahr. Ich wünsche mir, dass Auftritte wie die in Hamburg oder Köln nicht mehr vorkommen. Sonst wird’s wieder eng für uns.“ Er habe etwa nicht verstanden, dass einige Profis nach der 0:1-Pleite beim Hinrunden-Finale in Köln gesagt hatten, die Einstellung hätte nicht gepasst. Günterberg: „Da frage ich mich schon: Wie kann das sein? Die Spieler haben den schönsten Beruf der Welt.“

Seine Lieblings-VfLer sind immer noch Marcel Schäfer (jetzt Tampa Bay Rowdies), Diego Benaglio (AS Monaco) sowie Roy Präger (Aufstiegsheld). Präger kennt Günterberg schon aus Kindergarten-Zeiten, der ehemalige VfL-Stürmer hatte ihn in der Lebenshilfe mal besucht – gemeinsamer Kick und Autogramme inklusive. Präger und der Bundesliga-Aufstieg waren es auch, die Günterberg zum VfL-Anhänger machten. Früher ging er mit seinem Opa ins Stadion am Elsterweg, seit der Meistersaison 2009 hat er eine Dauerkarte, steht in der Nordkurve. Da, wo die treuesten Anhänger des Klubs mitfiebern.

Am liebsten sieht er Maximilian Arnold spielen, wie Präger, Schäfer und Benaglio ein VfL-Held für Günterberg. Mit ihm tauscht er sich nach Spielen oder nach den Trainingseinheiten gern mal aus. „Mich interessiert nicht nur der Spieler, sondern auch der Mensch. Ich möchte gern wissen, wie die Meinung der Spieler nach einem Spiel ist. Passt die zu meiner?“, erklärt der gebürtige Wolfsburger, der immer ein bisschen aufpassen muss, dass er sich während der Spiele emotional nicht zu sehr mitreißen lässt,. Seit 2008 hat er einen Herzschrittmacher in der Brust, fünf Jahre später wurde ihm zudem ein Defibrillator eingesetzt. Sein großer Wunsch zu Rückrunden ist darum auch: „Hoffentlich gibt’s nicht wieder Abstiegskampf. Denn das wäre kritisch – für mein Herz und meine Nerven.“

Eine frühzeitige Rettung, am Ende ein zehnter oder elfter Tabellenplatz – das würde ihn glücklich stimmen. „Und ich wünsche mir, dass der VfL weiterhin auf Talente wie Luca Itter, Phillip Menzel oder Elvis Rexhbecaj setzt. Das sind alles Jungs aus unserer A-Jugend, die sich mit dem Klub identifizieren.“ So wie er selbst seit über 20 Jahren tut.

Von Engelbert Hensel

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