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Aktuell VfL-Rekordspieler Schäfer: 6 aus 173

VfL Wolfsburg VfL-Rekordspieler Schäfer: 6 aus 173

Wenn der VfL am Sonntag bei 1899 Hoffenheim antritt, wird Marcel Schäfer sein 174. Punktspiel für den Wolfsburger Fußball-Bundesligisten absolvieren – damit ist der 28-Jährige alleiniger Rekordspieler des VfL.

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Ab morgen alleiniger Rekordspieler des VfL: Marcel Schäfer.

An diesem Anlass haben wir dem Linksverteidiger eine Liste alle seiner VfL-Bundesliga-Spiele vorgelegt – und ihn aufgefordert, sechs Spiele auszusuchen, zu denen er etwas sagen möchte. Herausgekommen ist dabei ein höchst interessanter Streifzug durch fünf Jahre Wolfsburger Bundesliga-Geschichte.

Sechs Spiele, zu denen der Linksverteidiger was zu sagen hat:

„Es mag komisch klingen, aber das erste Spiel, auf das ich eingehen möchte, war eine Niederlage – ein 3:5 in Bochum. Wir waren 0:4 zur Pause hinten, und Felix Magath sagte in der Halbzeit nur einen einzigen Satz; ich weiß ihn nicht mehr ganz genau, es war sowas wie „Geht raus und seht zu.“ Und dann haben wir richtig stark gespielt, hätten den Rückstand sogar aufholen können. Und ich habe mein erstes Bundesliga-Tor geschossen. Es war wirklich kurios, wir hatten verloren und sind trotzdem irgendwie mit einem positiven Gefühl aus dem Spiel rausgegangen.“

„Die Meisterschaft 2009 steht natürlich über allem. Aber wenn ich ein einziges Spiel benennen muss, dann dieses Saisonfinale in Dortmund. Es waren total viele VfL-Fans mitgereist, das war eine besonders Atmosphäre. Wir gewannen 4:2, ich schoss ein schönes Tor und weil die anderen Ergebnisse passten, haben wir uns völlig überraschend für den UEFA-Cup qualifiziert. Auf der Rückfahrt haben wir drei Fan-Busse an einer Raststätte gesehen – wir sind rein und haben mit den Fans gesungen und gefeiert. Ein Wahnsinns-Erlebnis.“

„Für unsere Meisterschaft 2009 war das Heimspiel gegen Hoffenheim ein Schlüsselspiel. Eine Woche vorher hatten wir in Cottbus 0:2 verloren, außerdem wurde der Magath-Wechsel nach Schalke verkündet. Wie wir als Mannschaft mit dieser Situation umgegangen sind, das war entscheidend für den Titel. Wir hatten einen Mannschaftsabend, haben uns nochmal eingeschworen: Das wird unsere Saison, das lassen wir uns nicht nehmen, das ist vielleicht eine einmalige Chance – fast alle von uns hatten ja noch nie einen Titel gewonnen. Das Hoffenheim-Spiel ging dann 4:0 für uns aus, unser Selbstbewusstsein in den Heimspielen war sensationell. Wenn wir in der Arena aufliefen, hatten wir nie Zweifel – und diese Überzeugung hat sich immer auch auf die Fans übertragen.“

„Als Edin Dzeko gegangen war, kündigte Trainer Steve McClaren an, dass entweder Diego Benaglio oder ich Kapitän werden. Damit konnten wir beide schonmal sehr gut leben – wir sind befreundet, teilen bei Auswärtsspielen ein Zimmer, und jeder traut dem anderen das Amt absolut zu. Als der Trainer dann am Abend vorm Bayern-Spiel zu mir sagte: ,Du bist es‘, war das natürlich etwas Besonderes. Es war ein gutes Gefühl, die Mannschaft dann anzuführen – und es war ja auch noch ein gutes Spiel, kurz vor Schluss habe ich noch die Vorlage zum 1:1 von Sascha Riether gegeben. Als ich die Binde dann unter Felix Magath wieder abgeben musste, war ich natürlich schon enttäuscht. Aber dass jetzt Diego Kapitän ist, ist völlig okay für mich – siehe oben.“

„Rekordspieler des VfL zu sein, bedeutet mir schon eine ganze Menge. Und natürlich stellt sich dann nach mehr als fünf Jahren auch die Frage: Gab es mal die Idee zu wechseln? Ganz ehrlich: Nein. Ob‘s Interesse anderer Verein gab, kann ich gar nicht sagen. Als ich noch bei München 60 war, kündigte mir mein Berater mal an: ,Du, im nächsten Spiel wirst du beobachtet, da kommt jemand.‘ Und prompt spielte ich unterirdisch. Deswegen habe ich damals gesagt: ,Wenn mich jemand beobachtet, will ich das bitte nicht wissen!‘ Es reicht ja, mit mir zu reden, wenn es konkret wird. Und ich will ja nicht weg, denn meine Karriere ist so gelaufen, dass ich sagen muss: Wenn ich nochmal 18 wäre, würde ich alles genau so wieder machen. Und ich kann mir absolut vorstellen, meine Karriere auch beim VfL Wolfsburg zu beenden.“

„0:2 gegen Freiburg, das letzte Spiel mit Felix Magath – das ist vielleicht ein Anlass für etwas Grundsätzliches: Ich bin ihm sehr, sehr dankbar, denn er hat mir die Chance in der Bundesliga gegeben, unter ihm habe ich einen großen sportlichen Sprung geschafft. Dass er mich in dieser Saison auch mal auf die Bank gesetzt hat, habe ich als normal empfunden – und unser persönliches Verhältnis hat darunter nicht gelitten. Als wir nach dem Freiburg-Spiel Letzter waren, war uns allen irgendwie klar, dass es eine Reaktion gibt. Am Donnerstag danach bat der Aufsichtsrats-Chef den Mannschaftsrat zu sich. Wir dachten, er wollte sich unsere Einschätzung der sportlichen Situation anhören; stattdessen wurde uns die Trennung von Magath verkündet. Weil‘s diese unsinnigen Gerüchte über eine Spieler-Abstimmung gab, an dieser Stelle nochmal die Klarstellung: Wir wurden nur informiert, wir hatten auf die Entscheidung keinen Einfluss.“

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