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Magath raus?

VfL Wolfsburg Magath raus?

Trainer-Dämmerung in Wolfsburg: Nach dem 0:2 im Verlieren-verboten-Spiel gegen Freiburg und dem Sturz auf den letzten Platz könnten die Tage von Felix Magath als VfL-Trainer-Manager gezählt sein. Der Aufsichtsrat hielt sich am Wochenende bedeckt, aber unter der Hand ist ohnehin allen klar: Die Entscheidung über Magaths Zukunft fällt einzig und allein Martin Winterkorn, der Magath im März 2011 auch im Alleingang zurückgeholt hatte. Fallen kann die Entscheidung schon in dieser Woche. Wie sieht sie aus? Wir haben Argumente zusammengetragen.

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Glaubt an Rückendeckung vom Aufsichtsrat: Der umstrittene VfL-Trainer Felix Magath.

Quelle: Matthias Leitzke

Das spricht dafür...

Verunsicherte Spieler
Ständig andere Spieler in den Startformationen, häufig wechselnde Taktiken – egal, was Magath probiert, alles bleibt ohne Erfolg. Stattdessen spielen die Profis dauerhaft auf Bewährung, bei Fehlern drohen Strafen, Bank, Tribüne oder der Verkauf. „Uns fehlt Selbstvertrauen“, sagt Mittelfeldmann Thomas Kahlenberg. Auf Nachfragen, ob ständiges Rotieren und Magaths Trainingsmethoden dem Team helfen, zuckt der Däne mit den Achseln: „Ich habe keine Lust, etwas über den Trainer zu sagen...“ Magath scheinen die pädagogischen Mittel zu fehlen, diese Beklemmungen zu lösen. Die Profis versuchen es nun selbst, treffen sich Mitte der Woche allein zu einem Gespräch.

Magath verantwortlich
Innerhalb der vergangenen eineinhalb Jahre hat Magath den Kader zusammengestellt, er bestimmt Woche für Woche die Aufstellung und die Taktik. „Nach solch einem Spiel habe ich wenig Argumente“, sagt der Trainer selbst. „Ich bin verantwortlich für die Spielweise und Zusammenstellung der Mannschaft.“

Kein Spielsystem
Mit Diego oder ohne Diego? Dass der Spielmacher in Wolfsburg bleibt, entschied sich erst spät – und war ein Problem. Ein Problem, für das Magath keine Lösung findet. Den Brasilianer gegen Freiburg auf die Bank zu setzen, war eher ein Zeichen von Hilflosigkeit, weil Magath offenbar kein Spielsystem einfällt, in dem Diego seine Stärken einbringen könnte.

Image-Schaden
Aus dem VfL als Meisterschafts-Geheimtipp einiger Bundesliga-Trainer ist inzwischen eine Lachnummer geworden, die vom letzten Tabellenplatz grüßt. Das zerrt an den Nerven der erfolgsorientierten VW-Manager, die gerade mit dem Golf ihr neuestes und wichtigstes Werbeobjekt aufs VfL-Trikot gehievt haben. „Diese Mannschaft hat es nicht einmal geschafft, im eigenen Stadion einen vernünftigen Spielaufbau zu machen“, wunderte sich der Freiburger Cedrick Makiadi beinahe zynisch.

Stimmung
Magaths Kredit bei den Fans ist aufgebraucht. Der Frust der Zuschauer richtete sich nicht mehr nur gegen die Spieler. Auch die Entlassung des Trainers wird nun gefordert – und stößt auf offene Ohren. Öffentlich positioniert sich zwar kein VfL-Verantwortlicher gegen den geschäftsführenden Trainer-Manager, intern ist er aber alles andere als unumstritten und seine sofortige Ablösung kein Tabu-Thema mehr.

Perspektive
Die Saison ist schon jetzt fast sicher verkorkst. Was passiert danach mit der Mannschaft? Der Ruf des Magath-VfL ist bundesweit so weit unten, dass sich in der aktuellen Konstruktion kaum talentierte junge Spieler nach Wolfsburg locken lassen werden.

Der VfL im Herbst 2012 – so kläglich, so peinlich hat man Wolfsburgs Fußball-Bundesligisten noch nie gesehen. Das verdiente 0:2 (0:1) am Samstag im Heimspiel gegen einen biederen SC Freiburg war ein weiterer Tiefpunkt, dem wahrscheinlich noch weitere Tiefpunkte folgen werden. Denn nichts beim VfL macht im Moment Hoffnung auf Besserung.

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...und das spricht dagegen

Winterkorn entscheidet
Die Treueschwüre von Aufsichtsrats-Vize Stephan Grühsem oder der Trainingsbesuch von Aufsichtsrats-Boss Francisco Garcia Sanz – es gab viel Rückendeckung für Magath. Der sagt: „Ich bin ständig mit dem Aufsichtsrat im Gespräch, insofern bin ich sicher, dass der Aufsichtsrat mir diese Rückendeckung gibt. Daran zweifele ich nicht jeden Tag.“ Darauf kommt es aber überhaupt nicht an – denn am Ende entscheidet nur einer über Magaths Schicksal: Martin Winterkorn. Der VW-Chef saß zwar beim 0:2 kopfschüttelnd auf der Tribüne und verließ diesmal schon mit Spielende das Stadion, aber er gilt als Magath-Freund, er hat ihn im März 2011 aus Schalke zurückgeholt. Solange Winterkorn, der kein offizielles VfL-Amt innehat, hinter Magath steht, ist der Coach unantastbar.

Macht-Vakuum
Der VfL würde mit seinem Trainer auch einen Geschäftsführer und den Sportdirektor verlieren – und stünde komplett ohne sportliche Führungskompetenz da. Klar ist: Ein Trainer-Manager-Modell wie jetzt soll es künftig nicht mehr geben. Heißt: VW muss einen Trainer und einen neuen Manager suchen. Das braucht eigentlich Zeit und ist mitten in der Saison schwierig. Zudem muss eine Lösung mit Perspektive her. Denkbar wäre aber eine Interimslösung wie VfL-II-Trainer Lorenz-Günther Köstner, die es bereits 2010 gegeben hatte. Dass Magath nur einen seiner Posten abgibt, ist intern ein Thema – aber kein vernünftiger Mensch kann sich vorstellen, dass das funktioniert.

Magath-Erfahrung
Magath-Teams steigern sich während einer Saison – das galt für den VfL in der ersten Magath-Ära und auch für andere Magath-Klubs. Aktuell hat der VfL den schlechtesten Start seiner Bundesliga-Historie hingelegt – 2007, in Magaths erstem VfL-Jahr, hatte Wolfsburg eine ähnlich miese Hinrunden-Bilanz.

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