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Aktuell "Im Grunde ist der VfL ein toller Verein"

WAZ-Interview mit Roy Präger "Im Grunde ist der VfL ein toller Verein"

Er ist nicht der Typ, der sich in den Vordergrund drängt – und zu aktuellen Problemen des VfL nimmt er nur selten öffentlich Stellung. Die WAZ konnte Roy Präger jetzt aber zu einem Interview überreden, in dem vor allem eines klar wird: Der Ex-Profi des Wolfsburger Fußball-Bundesligisten hat einen klaren Blick auf die Situation. Wie er die Lage sieht und welche Hoffnungen er für die Zukunft hat, erklärte der 41-Jährige im Gespräch mit WAZ-Sportredakteur Andreas Pahlmann.

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WAZ: Herr Präger, wie groß sind aktuell Ihre Sorgen um den VfL Wolfsburg?
Präger: Sehr groß. Die Tabellensituation und die Punkteausbeute sind kritisch, auch wenn erst zehn Spieltage absolviert sind. In den sieben schweren Spielen bis Weihnachten sollten noch drei bis vier Siege gelingen, sonst könnte es bis zum Ende der Saison richtig eng werden.

WAZ: Was fehlt der Mannschaft?
Präger: Führungsspieler. Wir benötigen dringend Führungsspieler, die in dieser schwierigen Situation auf dem Platz Verantwortung übernehmen - und an denen dann im Laufe der Saison auch die Jungen irgendwann reifen können. Spieler wie Diego Benaglio, Marcel Schäfer, Josué, Diego oder auch Bas Dost sollten diese Rolle ausfüllen können. Die Mannschaft braucht eine Handvoll Spieler, die ein festes Gerüst bilden. Dann ist es leichter, Fehler zu korrigieren, die auf dem Platz immer mal passieren. Man darf als Mannschaft nie leblos werden, es muss immer jemand da sein, der mit Aufmunterungen oder mit Gesten klar macht, wo es lang geht.

WAZ: Kann Lorenz-Günther Köstner das vermitteln?
Präger: Warum sollte Herr Köstner nicht der richtige Mann sein? Er bringt die nötige Erfahrung mit und hat schon einmal bewiesen, dass er dem Verein in einer schwierigen Situation helfen kann - obwohl man sagen muss, dass die Situation in diesem Jahr um einiges schwieriger ist. Wichtig wird sein, dass er seinen Kader findet, seine Leute, denen er vertraut. Ich bin sicher, dass sich dieses Vertrauen dann auch auf die Zuschauer überträgt und auch schlechte Momente in einem Spiel eher mal verziehen werden.

WAZ: Haben Sie zu Ihrer aktiven VfL-Zeit ähnliche Situationen erlebt?
Präger: Es macht keinen Sinn, immer von früher zu reden. Wir müssen nach vorn gucken und schauen, wie wir die jetzige Situation lösen können - sportlich und im gesamten Vereinsumfeld.

WAZ: Sie standen immer für Willen, Kampf, Einsatz - sind das die Tugenden, die dem VfL jetzt fehlen?

Präger: Nein, das wäre mir auch viel zu einfach formuliert, das sind doch am Ende nur Parolen. Aber der VfL hat durchaus Grundwerte, auf die man sich wieder mal besinnen sollte. Dieses Familiäre, dieses nicht Abgehobene - das waren Eigenschaften, mit denen der VfL gut gefahren ist.

WAZ: Wie kriegt man das zurück?
Präger: Das ist womöglich gar nicht so schwer. Ich sehe bei meiner Arbeit in der Fußballschule, wie leicht die Kids für den VfL zu begeistern sind. Und ich sehe auf der Geschäftsstelle motivierte Mitarbeiter, die mit großem Engagement für den VfL dabei sind. Aber da gab es zuletzt vielleicht ein bisschen viel Fluktuation, die hat dem Verein nicht immer gut getan, weil sich wenig Kontinuität entwickelt hat. Nichts gegen neue Ideen, die sind immer wichtig. Aber genau wie die Mannschaft braucht auch der Verein ein stabiles Grundgerüst - wenn man das hat, sind auch Innovationen leichter.

WAZ: Nach dem Abschied von Felix Magath muss der VfL seine sportliche Führung neu ordnen. Was wünschen Sie sich dafür?
Präger: Im Grunde ist der VfL immer noch ein toller Verein - er müsste sich vielleicht etwas mehr auf sich selbst besinnen und Leuten Verantwortung übertragen, die sich jahrelang im VfL bewährt haben.

apa

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