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VfL Frauenfußball Pia-Sophie Wolter: „Meine Eltern sehen mich das erste Mal im VfL-Trikot“
Sportbuzzer VfL Frauenfußball Pia-Sophie Wolter: „Meine Eltern sehen mich das erste Mal im VfL-Trikot“
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Von 2011 bis 2018 bei Werder: Pia-Sophie Wolter. Quelle: dpa
Wolfsburg

Wiedersehen mit dem Klub, der ihr Leben bestimmt hat: In der Frauenfußball-Bundesliga tritt Pia-Sophie Wolter am Sonntag mit dem VfL Wolfsburg in ihrer Heimat Bremen an. Wie sich die 20-Jährige vor der Rückkehr fühlt, verriet sie im Interview mit AZ/WAZ-Mitarbeiterin Jasmina Schweimler.

Sie sind Bremerin, haben bei Werder den Sprung von der Jugend in die Bundesliga geschafft und treffen nun erstmals auf „Ihren“ Verein. Wie ist die Gefühlslage?

Es ist schon ein komisches Gefühl, ich habe mit der halben Werder-Mannschaft jahrelang zusammengespielt, habe Auf- und Abstiege erlebt. Außerdem spielen wir am Sonntag auf Platz 11 neben dem Stadion, das ist für mich ein besonderer Ort, ich war dort als Kind jedes zweite Wochenende mit meinem Papa...

...Thomas Wolter, der lange Bundesliga-Profi und dann auch Trainer von Werders U23 war.

Genau. Jetzt da im anderen Trikot aufzutauchen, ist schon speziell. Ich glaube, dass die Menschen dort etwas genauer hingucken und wissen wollen, wie ich mich in meiner neuen Mannschaft eingefügt habe. Ich lasse da aber nicht den Druck an mich heran, es ist eher riesige Vorfreude.

Wie viele Tickets mussten Sie für Freunde und Familie organisieren?

Einige haben mir schon geschrieben. Meine Eltern und mein Bruder kommen, viele Kollegen, mit denen ich bei Werder zusammengearbeitet habe, und Freunde. Ich glaube, ich komme mit den ganzen Anfragen gar nicht hinterher. Aber sie werden natürlich trotzdem alle da sein und nach dem Spiel werde ich sicherlich noch eine Weile draußen stehen. Meine Eltern sehen mich übrigens das erste Mal live im VfL-Trikot. 

Gab es schon ein erstes Saison-Feedback von Ihrem Vater?

Nein, da ist er wirklich ruhig. Das Einzige, was ich in den letzten zwei Monaten immer wieder gehört habe, ist, dass ich geduldig sein soll. Ich telefoniere jeden Abend mit meinen Eltern, doch da geht es eher selten um das Sportliche.

Wie fällt Ihre Zwischenbilanz nach den ersten Monaten beim VfL aus?

Allein durch das Training habe ich mich technisch und persönlich in den zwei Monaten schon sehr weiterentwickelt, bin viel handlungsschneller geworden und kann jetzt bessere Entscheidungen treffen, denn durch das hohe Tempo hat man nicht viel Zeit drüber nachzudenken. Auch von der Technik her bin ich besser geworden, besonders in Drucksituationen. Da komme ich viel besser rein.

Gab es in der Anfangszeit eine besondere Bezugsperson?

Sara Doorsoun und Melina Loeck. Wir waren ja quasi die drei Neuen, da haben wir zusammen die Stadt erkundet und oder auch mal zusammen Fernsehen geguckt.

Wie ist das Leben in Wolfsburg?

Gegenüber Wolfsburg gibt es viele Vorurteile. Ich wurde beim Wechsel auch gefragt ‚Da willst du wohnen?’ Mittlerweile waren die ersten Besucher da und ich habe denen dann zum Beispiel den Allersee gezeigt. Jetzt wissen sie, dass man hier viel machen kann und es schöne Ecken gibt.

Sie studieren BWL mit Schwerpunkt Sport-Business am VfL-Campus. Wie wichtig ist Ihnen das?

Ich habe von Anfang an gesagt, dass ich nebenbei etwas machen will. Zur Werder-Zeit habe ich in Oldenburg studiert, konnte es aufgrund der Distanz aber nicht weitermachen. Der VfL hat mir dann angeboten, hier am Campus zu studieren – von dieser Möglichkeit wusste ich vorher noch gar nichts. Für mich ist das thematisch gesehen super interessant, neulich hatten wir einen Kaminabend, wo wir Torlinien-Technik und Videoschiedsrichter mit Experten diskutiert haben. Richtig cool.

Wie erwarten Sie Ihr Ex-Team am Sonntag?

Werder versucht gegen Top-Teams lange die Null zu halten, dafür sind sie bei Kontern sehr gefährlich, da müssen wir aufpassen. Das Spiel nach vorne ist für sie sonst etwas schwierig.

Wie bewerten Sie generell die Situation des Frauenfußballs in Bremen?

Es ist schwer, weil der Männerfußball dominiert. Es wird viel auf die Nachwuchsarbeit gesetzt, das ist auch verständlich. Ich hoffe einfach, dass die Mannschaft durch den Klassenerhalt etwas mehr Anerkennung im Verein bekommt und man merkt, dass sie nicht nur auf- und absteigen, sondern sich auch etablieren kann. Ich glaube, Bremen könnte auf Dauer ein Verein wie Essen oder Hoffenheim werden, die ihre jungen Spielerinnen stark ausbilden. Ich verfolge die Geschehnisse dort noch intensiv, spreche viel mit den Spielerinnen. Ich möchte, dass sie in der ersten Liga bleiben.

Mit Luisa Wensing kam ein prominenter Neuzugang aus Wolfsburg...

Ja, die Verpflichtung von Luisa hat schon etwas für Aufsehen gesorgt – immerhin kam da eine ehemalige deutsche Nationalspielerin nach Bremen. Aber aktuelle Nationalspielerinnen zu holen, dafür fehlt das Geld. Das ist schade, denn man kann in der Stadt gut leben und man könnte gut etwas aufbauen. In Wolfsburg sieht man, was möglich ist, wenn man gute Leute hat und dazu auch ein bisschen Geld in die Hand nimmt.

Von Jasmina Schweimler

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