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Sport überregional Kann Vettel wieder Formel-1-Weltmeister werden?
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16:41 07.04.2017
„Wir wissen, dass wir ein starkes Paket haben“: Sebastian Vettel. Quelle: dpa
Shanghai

Als das Wetter am Freitag in Shanghai kaum ein Training zuließ, die Fahrer tatenlos in der Box warten mussten, weil dank einer Mischung aus Regen, Smog und Nebel der Rettungshubschrauber nicht hätte landen können, da hatte Sebastian Vettel wenigstens Spaß mit einigen seiner chinesischen Fans. Die hatten auf der Haupttribüne aus Buchstabenfähnchen ein Transparent mit seinem Namen zusammengesetzt, dabei aber einen Fehler gemacht. Am Ende stand ein zweites „E“ statt des „L“. Was der viermalige Weltmeister per TV-Kameras zu korrigieren suchte: „L“ zeigte er ihnen per Fingersprache mehrfach an. Und als die Teenies es verstanden und geändert hatten, kam ein „OK“ gleich hinterher.

Die gute Laune ist nach dem schwierigen Jahr 2016 zurückgekehrt, Vettel spürt, dass er ein konkurrenzfähiges Auto hat. Um Siege wie zum Auftakt in Australien, vielleicht um den WM-Titel, mitkämpfen zu können beflügelt. Aber ist er deswegen gleich Favorit? „Mercedes muss immer noch der Favorit sein“, meinte er in Shanghai, wo am Sonntag (8 Uhr, RTL) der zweite Grand Prix der Saison gestartet wird. „Es war erst das erste Rennen, von daher bedeutet es nicht viel. Wir wissen, dass wir ein starkes Paket haben, aber wir wissen auch, dass es viel zu tun gibt, um mit ihnen mitzuhalten und unsere Position zu halten.“ Der Unterschied zu 2016, das Vettel zwar als nicht so verkorkst ansehen will wie viele Außenstehende: „Das Team hat sich entwickelt. Wir fühlen uns komfortabler und haben mehr Selbstvertrauen in unsere Arbeit und die einzelnen Prozesse.“

Ein Punkt, in dem man Mercedes offenbar etwas voraus ist, ist das Reifenverständnis. Lewis Hamilton interessierte sich im vergangenen Jahr, als die Reifen von Pirelli entwickelt wurden, kaum für diese Arbeit – im Gegensatz zu Vettel. Während der 2228 Kilometer für Pirelli testete und damit den Gummis sicher seinen Stempel aufdrückte, fuhr Hamilton 50 Kilometer mit den Reifen-Prototypen. Vettels ehemaliger Red-Bull-Teamkollege Mark Webber rechnet auch deshalb mit Ferrari. „Reifenmanagement ist Sebastians Spezialität“, sagt er. „In Bahrain wird Ferrari noch besser sein, weil die Temperaturen da noch höher sind und die Hinterreifen noch mehr belastet werden.“

Gerhard Berger, Vettels erster Formel-1-Teamchef zu Toro-Rosso-Zeiten, glaubt: „Mercedes scheint noch einen Tick schneller, aber Ferrari ist nahe genug dran, dass Sebastian den Unterschied machen kann. Das Auto ist wie für ihn gebaut.“ Seine Gina, wie er den Renner getauft hat, scheint die Charakteristik zu liefern, die Vettel an einem Formel-1-Auto schätzt: Ein stabiles Heck beim Bremsen, perfekte Gasannahme des Motors – so kann er den Ferrari mit gezieltem Gaspedalspiel um die Kurven befördern.

Dass der Ferrari sehr gut auf der Strecke liegt, fiel der Konkurrenz schon bei den Wintertests auf. „Wie ein Brett“, befand Red-Bull-Motorsport-Koordinator Helmut Marko. Und auch der Motor wurde stärker – vor allem im Qualifikationsmodus. Man spricht von 50 PS. Dahinter steckt deutsch-italienische Entwicklungsarbeit: Mit Zulieferer Mahle hat Ferrari eine neue Einspritztechnik und Kolben aus extrem dünnem Stahl entwickelt – Fortschritte, die sich jetzt auszahlen.

Ob das alles am Ende reicht, um Mercedes den Titel abzujagen, kann zu diesem Zeitpunkt der Saison niemand sagen. Bei den „Silbernen“ hat man neben den Reifenproblemen noch ein paar andere Baustellen, die man schnell in den Griff bekommen muss: Da sind fünf Kilogramm Übergewicht, die das Auto mit sich herumschleppt, dazu kommt der längere Radstand, der auf schnellen Strecken Vorteile bringen soll, aber wohl neue Wege in der Abstimmungsarbeit erfordert.

Unterschätzen sollte das Weltmeisterteam der vergangenen drei Jahre freilich niemand. Wenn ein Team stark darin ist, auf Probleme reagieren zu können, dann ist das Mercedes. Weswegen Vettel immer wieder auf die Euphoriebremse tritt: „Wir müssen dranbleiben und es weiter Schritt für Schritt angehen.“

Von Karin Sturm

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