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Sport in Wolfsburg Wolfsburgs Turnvater Wilhelm verlässt nach über 40 Jahren die Halle
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20:18 14.11.2018
Abschiedsbesuch seiner ehemaligen Schützlinge: Heiner Wilhelm (M.) mit (v. l.) Sophie Scheder, Jessica Blex, Heiner Wilhelm, Evelyn Firus und Alina Mertens. Quelle: Katrin Hoffmann
Wolfsburg

Heiner Wilhelms Ehefrau Gerti und Tochter Anja waren und sind nicht nur eine Wolfsburger Institution, sind auch eine der erfolgreichsten Turnfamilien Deutschlands. 1975 haben die Wilhelms als hauptamtliches Trainerteam das Gerätturnen im VfL aufgebaut, die damals siebenjährige Tochter Anja wuchs quasi in der Turnhalle auf. Mit ihrem unübersehbaren Talent wurde sie nicht nur in Wolfsburg bekannt. Der Höhepunkt für Familie Wilhelm war Anjas Olympiateilnahme 1984 in Los Angeles, wo sie Sechste am Schwebebalken wurde – gemessen am damaligen Leistungstand des deutschen Turnsports eine Sensation.

Mit diesem Erfolg im Rücken war der Bau der Gerätturnhalle am THG beim VfL durchsetzbar, mit feststehenden Geräten und Federboden bietet sie bis heute Top-Trainingsbedingungen. Anja Wilhelm nahm derweil an drei Weltmeisterschaften teil und erlebte ihren Karriere-Höhepunkt 1987 mit einer EM-Bronzemedaille am Balken.

Aber auch andere Turnerinnen haben es mit den Wilhelms auf die internationale Bühne geschafft – etwa die jetzige Trainerin des TSV Vordorf, Michaela Hendel, die unter ihrem Mädchennamen Michal Mann 1989 an der WM in Stuttgart teilnahm.

Um sich selbst hat Heiner Wilhelm nie viel Aufhebens gemacht, seine Turnerinnen gehörten in den Mittelpunkt. Bis 2008 standen die Eheleute Wilhelm zusammen in der Halle, trainierten viele kleine und große Turnerinnen und holten in den gut 30 Jahren über 300 Landestitel. Dann zog Ehefrau Gerti den Schlussstrich, ging in Rente und betrat seitdem die Halle nicht mehr.

Er hält sich auch zum Abschied gern im Hintergrund: Heiner Wilhelm (rechts) mit den Turn-Talenten des VfL Wolfsburg. Quelle: Katrin Hoffmann

Heiner Wilhelm aber mochte sich noch nicht trennen, reduzierte seine Stundenzahl und freute sich über jedes neue Element, das er seinen Talenten besonders am Stufenbarren beibringen konnte. Darunter auch Sophie Scheder, die für den VfL Wolfsburg einen Titel nach dem anderen abräumte – bis irgendwann die Fördermöglichkeiten im heimischen Wolfsburg nicht mehr ausreichten. Nach langem Abwägen wechselte Scheder schließlich im Alter von elf Jahren zum TuS Chemnitz.

„Heiner war damals ziemlich sauer, dass ich weggegangen bin,“ sagt die 21-jährige Olympiadritte „aber jetzt wissen wir alle, dass das die beste Entscheidung war.“ Auch Wilhelm, der zugibt: „Wenn ich die Barrenübung von Sophie im Fernsehen sehe, muss ich klar sagen, das hätten wir hier mit drei Stunden Training am Tag nie geschafft.“

Als Scheder die Nachricht von Wilhelms Abschied erhielt, entschied sie sich direkt nach der Heimreise von der WM in Doha (Katar) spontan in der Wolfsburger Turnhalle vorbeizuschauen. Und auch andere ehemalige Turnerinnen ließen es sich nicht nehmen, ihrem Heiner alles Gute für den Ruhestand zu wünschen.

Es kann zwar keiner wirklich glauben, dass Heiner „Wenn ein neuer Trainer gefunden ist, höre ich auf“ Wilhelm jetzt wirklich aufhört, aber der 74-Jährige hat sich festgelegt: Nach dem Landesligafinale am 24. November ist wirklich Schluss. Da wird sicher auch Ehefrau Gerti drauf bestehen, die nun mehr Zeit mit ihrem Mann auf Reisen verbringen möchte. Auch wenn sie sich skeptisch äußert: „So ganz können weder unsere Tochter Anja noch ich glauben, dass er das jetzt durchzieht...“

Von Katrin Hoffmann

Er schoss den ersten Treffer in der Wolfsburger Eis-Arena, spielte von 2005 bis 2009 für die Grizzlys, stieg 2007 in die DEL auf und gewann 2009 als Kapitän mit der Mannschaft den DEB-Pokal. Am Freitag kommt Tim Regan wieder nach Wolfsburg – erstmals seit 2003 als Gegner.

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