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Sport in Wolfsburg Pernilla Kramer: Harte Arbeit für einen besseren Start
Sportbuzzer Sportmix Sport in Wolfsburg Pernilla Kramer: Harte Arbeit für einen besseren Start
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17:53 03.01.2019
„Ich mache die Übungen gern“: Pernilla Kramer bei der Arbeit im VfL-Kraftraum, die ihr auch zu einem noch explosiveren Start verhelfen soll. Quelle: Boris Baschin
Wolfsburg

Eisen, Eisen, Eisen – im Kraftraum des VfL Wolfsburg, im Keller unter der Laufbahn im Leistungszentrum, schinden sich die Leichtathleten des VfL fast jeden Werktag. Längst sind die Zeiten vorbei, in denen die Geräte und Hanteln den Kraftsportlern allein gehörten. Leichtathletik-Coach Werner Morawietz: „Seit Mitte der 80er wurde klar, dass Krafttraining enorm wichtig ist für Sprinter.“ Bekannt war, dass beispielsweise Gewichtheber enorme Sprungkraft und Beschleunigung haben. Nur: Bei ihnen ist diese Beschleunigungsspitze auf wenige Sekunden ausgelegt. Sprinter müssen zehn bis 25 Sekunden powern. Darauf wird ihre Fähigkeit trainiert.

Kramer stemmt die Hantel, 70 Kilo Gewicht auf den Schultern – sogenannte Box Squats, eine Form von Kniebeugen, stehen an. Gewisse Anstrengung steht Kramer ins Gesicht geschrieben, aber auch Konzentration und Fokussierung. Die richtige Ausführung ist wichtig. Nicht allein das Gewicht. Wobei da durchaus noch mehr geht. Je nach Trainingsphase wird das Gewicht variiert. Und immer gibt es am Trainingstag auch Laufeinheiten. Damit auch andere Sprint-Muskulatur in Topform kommt und bleibt. Bei Kramer geht es nun im Kraftraum hauptsächlich um Hüftbeuger und -strecker, Muskeln, die Becken und Oberschenkel verbinden. Sie liefern den Sportlern Explosivität aus dem Startblock und Schnellkraft bei jedem Schritt.

Morawietz, der schon Olympia-Aktive unter seinen Fittichen hatte, ist überzeugt von ihr, „denn sie hat Talent und Willen“. Wer schnell sein will, muss im Kraftraum leiden können. Das kann Kramer. „Ich mache die Übungen gern“, sagt sie. Sie zeigt ihren zierlichen kleinen Finger, sagt schmunzelnd: „Als ich hier angefangen habe, war ich so. Inzwischen habe ich sechs Kilo zugenommen.“ An den richtigen Stellen. Muskeln, die die grazile Athletin haben will, die sie braucht, um in der nationalen Spitze weiter zu klettern.

In die war sie im vergangenen Sommer mit ihren langen Schritten regelrecht hineingeflogen: Platz vier im DM-Finale über 200 Meter, während ihr mancher nicht einmal den Finaleinzug zugetraut hätte. Sie ist mit 1,80 Metern relativ groß, das bringt ihr Vorteile nach den ersten 30 m. Da ist sie schon jetzt so schnell wie nicht viele. „Am Start können wir einiges herausholen“, sagt Morawietz. Der ist seit über 30 Jahren im Geschäft, sagt das nicht aus der hohlen Hand. Die 22-Jährige, die mit 15 noch eher hobbymäßig Leichtathletik machte, hatte in den vergangenen zwei Jahren enorme Leistungssteigerungen. Über 100 m wurde sie binnen eines Jahres eine halbe Sekunde schneller, über 200 m über eine Sekunde. „Sie trainiert ja noch nicht lange richtig“, sieht der Trainer in ihr noch mehr Potenzial schlummern. „Einen guten Platz im 200-m-Finale und das Erreichen des 100-m-Finales bei der DM“ hält er für realistisch. Eine weitere halbe Sekunde über 200 m rauszuholen, sei machbar. Die Bestzeit der Angestellten von VW Immobilien steht bei 23,52 Sekunden, den Titel gab es 2018 für 22,89 Sekunden.

Kramer hofft auch auf den nächsten Schritt vorwärts, sagt: „Ich bin total gespannt, wie schnell ich dieses Jahr werde, was da noch geht, ob es noch einmal solche Zeitverbesserungen gibt.“ Erste Fingerzeige gibt es am 19. Januar bei den Hallen-Landesmeisterschaften.

Fliegen kann sie sowieso, am Start wird gefeilt. Gelingt der zukünftig so gut wie erhofft, besser als 2018, dann darf man gespannt sein, wo Kramer, die schnellste Wölfin, im neuen Jahr auf nationaler Ebene landet. Auf Landesebene ist sie übrigens nominiert bei der Wahl zu Niedersachsens Leichtathletin des Jahres. Es kann noch bis 6. Januar gevotet werden – im Internet unter www.nlv-la.de.

Von Jürgen Braun

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