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Keßler: „Dieses Jahr ist völlig verrückt“

WAZ-Interview Keßler: „Dieses Jahr ist völlig verrückt“

Drei Titel hat sie in diesem Sommer mit dem VfL schon gewonnen. Morgen (16 Uhr, live in der ARD und bei Eurosport) will Nadine Keßler mit der deutschen Frauenfußball-Nationalmannschaft Trophäe Nummer 4. Vor dem EM-Finale in Stockholm gegen Norwegen sprach WAZ-Sportredakteur Robert Schreier mit der Mittelfeldspielerin.

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FCK-Trikot: Aus Lautern bekam Keßler einen Glücksbringer.

WAZ: Würde es Ihnen nach dem EM-Sieg schwerfallen, nicht als erste den Pokal anfassen zu dürfen?

Keßler (lacht): Das war bei den Titeln mit dem VfL schon eine schöne Gewohnheit. Aber wenn ich meinen vierten Titel des Jahres einfahre, stelle ich mich auch gern in der Schlange für den Pokal an.

WAZ: Klappt es mit dem „Quadrupel“ für Sie und die anderen VfL-Spielerinnen?

Keßler: Dieses Jahr ist wirklich völlig verrückt. Ich habe gerade mal begriffen, dass wir deutscher Meister geworden sind. Den Rest habe ich nicht verarbeitet. Jetzt wollen wir gegen Norwegen natürlich etwas wiedergutmachen.

WAZ: Die Niederlage in der Vorrunde der EM?

Keßler: Ja, wir hatten 70 Prozent Ballbesitz, das Gegentor war mehr Zufall als alles andere. Jetzt wissen wir genau, was uns erwartet. Wir sind heiß aufs Spiel.

WAZ: Hatten Sie vor und während des Turniers immer mit dem Finale gerechnet?

Keßler: Gehofft hatte ich. Aber wir waren nicht die Favoriten und sind es auch jetzt nicht. Aber wir sind von Spiel zu Spiel gewachsen - auch durch unseren hervorragenden Teamgeist.

WAZ: Das klingt ein bisschen nach der Erfolgsgeschichte des VfL...

Keßler: Es ist durchaus vergleichbar.

WAZ: Funktioniert die Wolfsburger Doppelsechs mit Ihnen und Lena Goeßling wie gewünscht?

Keßler: Wir haben uns zusammen gesteigert. Es ist nicht einfach, man erwartet von uns alles. Wir sollen den Rhythmus bestimmen, alle Zweikämpfe gewinnen und Tore schießen. Aber in den wichtigen Spielen waren wir da.

WAZ: Zwischenzeitlich gab es aber auch heftige Kritik...

Keßler: Wir wissen, dass wir keine Bestleistung gebracht haben und ärgern uns am meisten darüber. Dass dann gleich alles verurteilt wird, ist die übliche Schwarz-Weiß-Malerei. Die Kritik ist aber sicher auch ein Produkt der Erfolge in den vergangenen Jahren.

WAZ: Auch Bundestrainerin Silvia Neid bekam viel Gegenwind...

Keßler: Das sind Dinge, die ich bewusst nicht lese und von mir fernhalte. Das könnte sonst nämlich tatsächlich verunsichern.

WAZ: Das Interesse in Deutschland ist aber ungebrochen, die Fernsehquoten sind gigantisch....

Keßler: Wir sind froh, dass wir die Menschen begeistern können. Das ist auch hier in Schweden so. Die Stimmung im Halbfinale war fantastisch. Und zum Endspiel kommen fast 50.000 Leute...

WAZ: Sind Sie bereit für dieses große Spiel?

Keßler: Nach dem Halbfinale waren wir platt, aber inzwischen sind wir nach Stockholm gezogen, und uns geht es allen wieder gut.

WAZ: Kommen Freunde und Familie zum Finale?

Keßler: Ein guter Freund ist im Stadion.

WAZ: Und die Namen Ihrer Patenkinder haben Sie auf den Schuhen?

Keßler: Ja, sonst sind sie so extrem weit weg von mir. Ich vermisse die Kleinen sehr. So bringen sie mir Glück.

WAZ: Kaiserslautern, Ihr Lieblingsklub aus Kindertagen, hat Ihnen ein Trikot geschickt. Bringt Ihnen der VfL auch Glück?

Keßler: Klar! Ich habe mein VfL-Trikot dabei. In dem schlafe ich jede Nacht.

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