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Elfenbeinküste, Kambodscha, Thailand, Vorsfelde

Fußball-Oberliga: Elfenbeinküste, Kambodscha, Thailand, Vorsfelde

Er ist erst 25, doch seine fußballerischen Stationen reichen für eine ganze Karriere. Stephane Sylla, Stürmerzugang des Fußball-Oberligisten SSV Vorsfelde, hat eine lange Reise hinter sich. Dass der Stürmer von der Elfenbeinküste beim SSV gelandet ist, hängt mit der Liebe zusammen. Und dem Traum vom Profi-Fußball.

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Topfit: Stephane Sylla hat schon viel von der Fußball-Welt gesehen, freut sich auf den SSV Vorsfelde.

Quelle: Roland Hermstein

Vorsfelde. Stephane Aboubacar Manasse Sylla, so sein vollständiger Name, hatte den Traum, den an der Elfenbeinküste so viele Jungen hegen: Profifußballer in Europa zu werden, so wie der große Didier Drogba. Aber wie kommt so ein Junge über Kambodscha, Thailand, Malta und den FC Eintracht Rheine nach Vorsfelde im beschaulichen Niedersachsen?

Sylla, der in der ivorischen Hauptstadt Abidjan (4,6 Millionen Einwohner) aufwuchs, schaffte den Sprung in eine Akademie. Ein Berater – die gibt es dort zuhauf – machte dem damals 17-jährigen Angreifer Kambodscha schmackhaft. Er spielte in Phnom Penh. Mit dem nächsten Berater ging es nach Thailand. „Da war es nicht schlecht“, sagt Sylla. „Da konnte ich als Profi Geld verdienen. Dann habe ich mein Handy verloren und den Kontakt zu meinem Berater aus Schweden.“ Was er mitnahm? „Ich spreche jetzt sehr gut thailändisch!“ Ein Kameruner aus Köln empfahl ihm Malta als Sprungbrett nach Europa. Sylla spielte wie zuvor schon in Thailand in Maltas zweiter Liga.

Ein Wendepunkt. Eine angehende deutsche Lehrerin machte 2015 auf Malta ein Praktikum im Rahmen ihres Lehramtsstudiums für Englisch und Französisch, lernte ihn dort kennen. Inzwischen sind Stephane und Wiebke verheiratet.

Sie setzte ihr Studium in Deutschland fort, Sylla kickte für den Oberligisten Rheine, nachdem ihn Drittligist Preußen Münster nach einem Probetraining nicht gewollt hatte. Jetzt steht bei Syllas Gattin das Referendariat an. Sie erklärt: „Für mich kam nur Niedersachsen in Frage, das ist nah an meiner Heimat. Stephane hat sich dann in Niedersachsen den Verein ausgesucht. Seine Wahl fiel auf Vorsfelde. Ich habe mich fürs Referendariat in Helmstedt beworben.“

Der SSV musste nicht lange überlegen. Und Sylla sagt: „Die Mannschaft macht einen tollen Eindruck. Und dass mit Alix Koua Koutou ein Landsmann hier spielt, ist natürlich gut.“ Koutou, schon länger in Wolfsburg, sagt schmunzelnd: „Als er sich vorstellte, hat er sich Infos geholt, ich konnte ihm Vorsfelde nur empfehlen.“

Koutou spricht prächtig deutsch, Sylla schon gut. Er arbeitet hart daran, macht Kurse. Aus der Heimat hat er die Fachhochschulreife, beruflich gelernt hat er aber außer Fußball noch nichts. Das will er ändern.

Fußballerisch ist er geradlinig, schnell, kopfballstark, macht Trainer André Bischoff im Training auch aufgrund seiner Physis und Fitness viel Spaß. Beim Oberligisten Rheine hatte Sylla wegen einer Knieverletzung nicht oft gespielt, aber wenn, dann meist auffällig.

Beim SSV ist man jetzt sehr gespannt auf den Angreifer, der nicht nur durch seinen Landsmann Konkurrenz im Sturm hat. Wiebke Sylla übrigens teilt die Fußball-Begeisterung ihres Mannes: „Ich habe selbst mal zwei Jahre gespielt, ich weiß, dass er alles gibt, er ist ein Fußballer aus ganzem Herzen.“ Der Stürmer sagt: „Den Traum, höher zu spielen, habe ich noch. Vielleicht können wir ja mit Vorsfelde aufsteigen.“

Von Jürgen Braun

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