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EM vor dem TV: Warum Jakabfi das diesmal nicht so wehtut

Frauenfußball EM vor dem TV: Warum Jakabfi das diesmal nicht so wehtut

Die Europameisterschaft im Frauenfußball läuft, Zsanett Jakabfi schaut zu. Das kennt die Top-Spielerin des VfL Wolfsburg schon. Diesmal kann sie ganz gut damit leben.

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Vor dem Comeback: Zsanett Jakabfi auf dem Laufband beim Laktattest vor einigen Tagen. Die ungarische Weltklasse-Spielerin brennt auf ihr Comeback.

Quelle: VfL Wolfsburg

Wolfsburg. Die Rolle kennt sie schon: Wenn die großen Frauenfußball-Turniere laufen, dann sitzt Zsanett Jakabfi vor dem TV. „Ich habe fast jedes Spiel geschaut!“, sagte sie über die ersten Partien der aktuellen Titelkämpfe in Holland. Sie ist eine Spielerin von internationaler Klasse, ihr ungarisches Nationalteam aber nur zweitklassig. Die EM-Zuschauerrolle, sie schmerzt sie, wie stets, “auch wenn es ist nicht zu ändern ist“. Diesmal allerdings kann sie ihrer Beobachter-Position auch Positives abgewinnen. Das Glück im Unglück sozusagen.

„Unsere Trainingsgruppe ist klein, das kann für mich ein Vorteil sein, um individuell noch gezielter arbeiten zu können.“ Denn während 13 ihrer Klubkameradinnen weg sind, und um Titelehren in den Niederlanden kämpfen, ist die Gruppe in Wolfsburg, die jetzt das Training aufgenommen hat, überschaubar. Und in der ist Jakabfi, die alle nur Jay rufen, ein Ruhepol und eine Führungsspielerin. Die Ungarin ist eine positive Natur, meist gut gelaunt, aber auch eine, die nie die Bodenhaftung verliert. Dass sie im Februar eine schwere Verletzung erlitt, das hintere Kreuzband im ersten Rückrunden-Test riss, „das passiert“, sagt sie. „Verletzungen kommen vor.“ Sie versuche, sich davon nicht runterziehen zu lassen. Genau, wie sie jetzt weiß, dass sie nichts erzwingen kann. „In den ersten Wochen darf ich keine Wunder erwarten, muss aufpassen, dass ich nicht zu viel will.“

Jakabfi – inzwischen ein Urgestein beim VfL. 2009 kam sie aus Ungarn, ist die Ausnahmespielerin ihres Landes, sehr schnell auch mit dem Ball am Fuß. Und im Lauf der Jahre wurde sie im Abschluss immer stärker. Die Verletzung im Februar – überaus bitter. Für sie und ihr Team, das auf Jakabfi im Champions-League-Viertelfinale gegen Lyon verzichten musste. Bis dahin hatte die 27-Jährige im laufenden Wettbewerb acht Tore erzielt. Die Spitzenposition in der Torjägerliste hatte sie auch am Ende des Wettbewerbes noch inne. Doch sicher hätte sie lieber gespielt und mit dem VfL den Pott geholt. Der Champions-League-Titel, den sie mit dem VfL schon holte, ist für sie ein Ziel für die neue Saison. In die geht es mit einem neuen Trainer. Stephan Lerch hat übernommen. Der ist auch für Jakabfi kein Unbekannter: „Ich habe ja schon Spiele bei ihm gemacht, als ich in der Zweiten eingesetzt wurde. Er ist ein sehr angenehmer Mensch. Diese Herausforderung wird ihm gut tun.“ Ziel ist übrigens nicht nur der CL-Titel. Jakabfi: „Wir möchten in allen drei Wettbewerben gewinnen.“

Von Jürgen Braun

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