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Grizzlys Wolfsburg Wolfsburgs Olympia-Duo über Silber und Ekstase
Sportbuzzer Grizzlys Wolfsburg Wolfsburgs Olympia-Duo über Silber und Ekstase
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21:01 27.02.2018
Sie sind wieder da: Auch das Fernsehen war dabei, als Wolfsburgs Olympia-Helden Björn Krupp (l.) und Gerrit Fauser in die Eis-Arena zurückkehrten. Quelle: Roland Hermstein
Wolfsburg

Sie sind wieder da: Gerrit Fauser und Björn Krupp, Silbermedaillengewinner mit der deutschen Eishockey-Nationalmannschaft, schauten erstmals nach vier Wochen und ihrer Olympia-Sensation wieder bei ihren Grizzlys rein, standen Medienvertretern Rede und Antwort. Und überraschten durch ihren Besuch in der Eis-Arena am Dienstag auch ihre Teamkameraden. Krupp: „Die haben bestimmt gedacht, dass wir einen Tag frei haben.“ Trainieren musste das Olympia-Duo nicht, aber es war wieder in Action. Vor der Pressekonferenz stand noch ein Besuch bei der Betriebsversammlung von VW an, wo sie lautstark gefeiert wurden. Das sagten die Grizzlys-Olympia-Helden über...

...den größten Moment in Südkorea

Fauser: Den einen großen Moment gab es nicht. Die Eröffnungsfeier war Gänsehaut pur, dann das erste Spiel, der Sieg gegen Schweden, wo ich dachte ,wow, was ist hier los?’ Nach dem Kanada-Spiel war Ekstase, das war vielleicht der größte Moment. Und dann holen wir Silber, das war schon überragend. Es gab viele unglaubliche Momente.

Krupp: Fausi hat es auf den Punkt gebracht. Es gab viele Momente, die Eröffnungsfeier, wie wir da standen mit unseren roten Mützen, dann hieß es ,Deutschland’ und dann sind alle abgegangen. Das war toll. Und das erste Spiel. Da war man nicht nervös, aber aufgeregt.

...die Minuten nach der Finalniederlage

Fauser: Wir sind Sportler, wir wollen jedes Spiel gewinnen, ein 2:5 wäre vielleicht leichter zu verkraften gewesen, aber bei der Medaillenübergabe wurde einem dann schon klar, was man erreicht hatte.

Krupp: Ich trage die Silbermedaille mit Stolz, ich nehme nur das Positive mit.

Bekommen einen Ehrenplatz: Die Silbermedaillen von Gerrit Fauser (l.) und Björn Krupp. Quelle: Roland Hermstein

...den Ehrenplatz für die Medaillen

Fauser: Ich habe mir einen Platz an der Wand ausgeguckt, da kommt noch ein großes Mannschaftsbild dazu.

Krupp: Ich weiß es noch nicht. Meine Mutter hat dafür immer gute Idee. Fakt ist: Das Ding ist ganz schön schwer, die ganze Familie ist stolz. Und ich bin stolz auf die Mannschaft.

...die Verletzungen im Turnier (Fauser riss die Lippe, Krupp bekam einen Schläger ins Gesicht)

Fauser: Zähne und Kiefer sind heilgeblieben, die Lippe schwillt zum Glück langsam ab. Es war kurios. Der Arzt meinte, zwei, drei Stiche, ich denke, ,okay, das muss man nicht betäuben’, dann meinte er nach den ersten Stichen ,Oh, sch...’. Super, wenn der Doc ,oh, sch...“ sagt“. Dann wurden es fünf Stiche. Aber der Treffer tat mehr weh. Ich konnte die ersten Tage schlecht essen, musste alles sehr klein schneiden. Björn musste immer lange warten.

Krupp: Bei mir war es nicht so schlimm, wie bei ihm.

...Die Zimmergenossen und Teamkollegen

Fauser: Wir hatten ein Apartment – Björn, die beiden Berliner Marcel Noebels, Frank Hördler und ich. Jeder hatte ein Zimmer für sich und ein Wohnzimmer, so hatte jeder auch einen Rückzugsort, Mario Kart wurde viel gespielt, da habe ich aber eher zugeschaut. Und wir haben natürlich viel TV geschaut, die anderen Wettbewerbe.

Krupp: Ich habe wunderbar im Wohnzimmer geschlafen, hatte dadurch das größte Zimmer und das größte TV. Mit allen Jungs aus der Mannschaft gab es viel zu lachen, das war wichtig, ich glaube, das hat mit zum Erfolg beigetragen.

...die Begegnungen im olympischen Dorf

Fauser: Wir haben viele getroffen, Prominente wie Albert von Monaco. Ex-Kanzler Gerhard Schöder hat uns besucht, der Bundespräsident. Und die waren alle sehr bodenständig. Ich fand die Begegnungen mit Einzelsportlern spannend, etwa, wie sich Skifahrer vorbereiten, wie sie im Kopf vorher ihr Rennen durchgehen.

...die ersten Momente zu Hause – bei Fauser warteten Frau und Sohn Ben Constantin (acht Wochen)

Krupp: Ich bin gleich ins Bett gefallen. Es war schön, mal wieder zuhause zu schlafen.

Fauser: Die Nachbarn haben Spalier gestanden. Dann haben wir noch gekuschelt. Ben ist ganz schön groß geworden.

...den Schub, den der Erfolg dem Eishockey bringen kann

Krupp: Das Wichtigste ist, dass die ganzen Leute Spaß hatten.

Fauser: Es könnte ein guter Anfang sein, den Hype könnte man ausnutzen.

Die Rückkehr in den Alltag – bereits am Mittwoch (19,.30 Uhr) kommt Straubing zum Liga-Spiel.

Krupp: Wir wollen gewinnen. Wir wissen, um was es geht, müssen direkt umschalten. Und es ist schön, die alten Gesichter wiederzusehen, es war ja fast wie eine Sommerpause, ich freue mich, wieder da zu sein.

Fauser: Dafür sind wir Profis, wir wollen auch hier Erfolg haben. Wir sind gut trainiert, wir brauchen keine Pause.

Von Jürgen Braun

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