Menü
Wolfsburger Allgemeine / Aller-Zeitung| Ihre Zeitung aus Wolfsburg Wolfsburger Allgemeine / Aller-Zeitung| Ihre Zeitung aus Wolfsburg
Anmelden
Grizzlys Wolfsburg Pavel Gross: Seine Grizzlys-Highlights
Sportbuzzer Grizzlys Wolfsburg Pavel Gross: Seine Grizzlys-Highlights
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
21:01 30.03.2018
Pavel Gross in Action: So kannte man den Trainer der Grizzlys Wolfsburg. Er geht nach der Abschlussfeier (Samstag, 31. März, 14.30 Uhr, Eis-Arena Wolfsburg) zu den Adlern Mannheim. Quelle: dpa
Wolfsburg

Fünf Tage nach seinem letzten Spiel auf der Bank der Grizzlys Wolfsburg – Pavel Gross sitzt entspannt beim Interview in seinem Büro, lächelt viel. So, wie man ihn in der Saison nicht oft erlebt. Und schon gar nicht in den vergangenen Wochen. In der Serie gegen Berlin sah man ihm enorme Anspannung an. Die letzten Partien als Chef-Coach des Wolfsburger Eishockey-Erstligisten, die unglaubliche Personalnot, das Karriere-Ende seines ewigen Kapitäns, um das er schon wusste – inzwischen ist viel Anspannung abgefallen. AZ/WAZ-Sportredakteur Jürgen Braun sprach mit Pavel Gross über...

Swifty

„Wir Trainer wussten ja schon früher als die Mannschaft, dass Tyler Haskins aufhören wird. Sein Fehlen hat die Sache für uns seit Januar nicht einfacher gemacht. Da geht nun ein Stück Herz, er war nicht umsonst schon in seinen jungen Jahren unser Kapitän, war immer ein guter Kapitän.“

Meine Anfänge in Wolfsburg

„Was einfach total überraschend war für mich, war, dass man echt nur Autos von Volkswagen in der Stadt gesehen hat, das war schon sehr speziell. Es war schön, hier als Co-Trainer schon mit dabeizusein, als wir etwas aufgebaut haben. Ich hätte übrigens auch heute kein Problem damit, noch einmal als Co-Trainer zu arbeiten.“

Die ersten Jahre als Chef

„Ich bin dankbar, dass ich hier die Chance hatte, als Coach zu arbeiten. 2011 standen wir im Finale. Zu der Zeit hatten wir die stärkste Mannschaft aller Zeiten – nicht unbedingt stärker als die von 2017/18, aber die stärkste im Vergleich zur Konkurrenz in der Liga. Ein Jahr vorher hatten wir die Titelchance verpasst, da hatte mancher vielleicht schon an ein Finale gegen Hannover gedacht. Und wir flogen gegen Augsburg raus. 2011 war Berlin dann immer das eine Tor in drei Spielen besser. Trainer war Don Jackson, inzwischen hat er sieben Titel gewonnen – ich frage mich, warum er nicht Trainer des Jahres wird. Er ist der beste.“

Die Serie mit Mannheim

„2015 schieden wir im Halbfinale gegen Mannheim aus, haben dreimal eine 3:0-Führung verspielt. Diese Serie hat uns für die Zukunft geholfen. Ein Jahr später haben ein Spiel 7 in Köln mit 1:0 gewonnen, 2017 gegen die starken Nürnberger eine Partie nach 3:0-Führung mit 3:2 durchgebracht.“

Die Achterbahn

„Die Saison 12/13 war unglaublich. In der ersten Hälfte waren wir die schlechteste Mannschaft, in der zweiten Hälfte die beste, sprangen in letzter Sekunde in die Play-Offs, weil Krefeld Hannover einen Punkt abnahm. In jener Saison habe ich gelernt, dass auch in der besten Mannschaft ein Spieler das ganze Klima verändern und labile Spieler beeinflussen kann. Und das werde ich bis zum Ende meiner Trainerkarriere nicht vergessen. Es hatte eine Weile gedauert, bis wir gemerkt haben, da ist was faul, da stinkt was.“ (Anm. der Red.: In jener Saison trennten sich die Grizzlys vom als Top-Stürmer geholten Niko Dimitrakos, nach nur 13 Einsätzen).

Die VW-Krise

„Die traf uns im Herbst 2016. Als Klubführung hatten wir an einem Freitag erfahren, dass das Sponsoring enden wird, wir haben es noch zurückgehalten, weil zwei Spiele anstanden, am Montag sollten dann die Spieler informiert werden. VW hatte Einsparungen angekündigt, dass es uns treffen könnte, hatte mich nicht überrascht. Für die Spieler, von denen viele längere Verträge hatten, etliche in Wolfsburg heimisch sind, hätte es mir sehr leid getan. Dann hat der OB offenbar VW überzeugt, weiterzumachen. Dass binnen weniger Tage die Entscheidung wieder rückgängig gemacht wird, hat mich – allerdings positiv – mehr überrascht, als der angekündigte Ausstieg.“

Die kürzeste Play-Off-Serie

„2012 waren wir gegen Straubing in vier Spielen raus, kassierten zweimal sieben Tore. Irgendwie hatte die Spielzeit unter keinem guten Stern gestanden. Tyler Haskins hatte wegen einer Hüft-OP seit Januar gefehlt, Matt Dzieduszycki war schon in der Saison einmal ausgefallen, fehlte auch am Ende, genau wie John und David Laliberte.“

Top-Gegner München

„Die Münchner sind die stärkste Mannschaft. Es ist erstaunlich, wie sich die Spieler dort zusammenfügen, wie Akteure wie Jerome Flaake oder Garrett Festerling, die in Hamburg 25 Minuten Eiszeit hatten, nun mit sieben oder acht Minuten klarkommen. 2015/16 haben wir geglaubt, wir könnten nach mehrfachem Erreichen des Halbfinales den nächsten Schritt gehen, hatten einen Umbruch eingeleitet, verdiente Spieler wie Norm Milley verabschiedet und kamen auch ins Finale. Mit München wartete der Top-Gegner – und dann gingen uns die Verteidiger aus, wir verloren nacheinander Robbie Bina, Armin Wurm und Björn Krupp – und die Serie.“

Die größten Spieler

„Das sind viele, aber nicht immer die mit den meisten Toren. Es war immer schwer, wenn Spieler gehen, die lange da waren, wie etwa Norm Milley – ein toller Spieler und ein toller Mensch. Schön war, junge Spieler zu entwickeln, ob Benedikt Kohl oder Kai Hospelt, Christopher Fischer, später Armin Wurm oder Björn Krupp. Da ist man stolz drauf und auch auf die Organisation, dass es gelungen ist, solche Spieler zu holen. Das wird immer schwerer, weil solche Talente in der DEL weniger werden.“

Was Grizzlys zu Grizzlys macht

„Wir haben eine beeindruckende Work Ethic, eine unglaubliche Arbeitsmoral, in der Mannschaft aufgebaut. Wir haben immer alles rausgeholt – und aus unseren Rahmenbedingungen oft mehr, als theoretisch möglich schien. Ich bin überzeugt, dass die Mannschaft auch in der neuen Saison erfolgreich sein wird, und dass sich an ihrer Einstellung, ihrer Mentalität nichts ändern wird.“

Von Jürgen Braun

Emotionaler Überraschungs-Abschied für Tyler Haskins

29.03.2018

Tyler Haskins, Kapitän der Grizzlys Wolfsburg, musste seine Karriere beenden. Am Dienstag sprach der Eishockey-Profi erstmals öffentlich über die Gründe, den schweren Weg zur Entscheidung und warum sie ihm sehr nahe geht. Zuvor hatte er noch einen offenen Brief geschrieben, in dem er allen Mitstreitern, Stab, Stadt und Volkswagen sowie den Fans in bewegenden Worten („Nicht bei euch zu sein, werde ich am meisten vermissen“) dankte. Die Grizzlys veröffentlichten ihn auf ihrer Facebook-Präsenz. Haskins, seit 2010 in Wolfsburg, über...

27.03.2018

Paukenschlag und Nackenschlag! Tyler Haskins, Kapitän von Eishockey-Erstligist Grizzlys Wolfsburg, beendet seine Karriere aus gesundheitlichen Gründen. Das teilte der Klub am Montag mit.

26.03.2018