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Grizzlys Wolfsburg „Manchmal muss ich Pekka sagen, wenn er lauter werden muss“
Sportbuzzer Grizzlys Wolfsburg „Manchmal muss ich Pekka sagen, wenn er lauter werden muss“
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18:46 17.05.2018
Schaut, das ist jetzt euer Team: Grizzlys-Manager Charly Fliegauf (l.) mit Neu-Coach Pekka Tirkkonen (M.) und Co-Trainer Niklas Gällstedt (r.). Quelle: Roland Hermstein
Wolfsburg

In der laufenden Woche waren die beiden neuen Lenker erstmals gemeinsam in Wolfsburg, trafen Team-Mitarbeiter und Spieler. „Das waren eine Menge Leute, deshalb ist es noch schwierig, sich Gesichter zu merken“, so Tirkkonen. National-Grizzlys Bjön Krupp hat der 49-Jährige aber schon gut beobachten können, „nicht nur bei der WM, auch bei Olympia“, so Tirkkonen. „Er ist ein guter, solider Verteidiger, der gut für die Grizzlys und die Nationalmannschaft spielt.“

In der ersten Woche werde der Status der Spieler ermittelt, bevor es für sie nach Hause geht, gibt es individuelle Trainings-pläne. Fliegauf: „Im Juni treffen wir uns dann wieder eine Woche lang.“ Natürlich wieder mit den neuen Coaches.

Tirkkonen und Gällstedt bilden eine Einheit, das wird auch im gemeinsamen Gespräch schnell klar. „Wir kennen einander in- und auswendig. Beim EHC Kloten in der Schweiz haben wir zwei Jahre lang alles zusammen gemacht“, sagt Gällstedt. Kennengelernt haben sie sich aber schon viel früher: Bei der Junioren-WM 1986/87 in der damaligen Tschechoslowakei standen sich die beiden gegenüber, Schweden gewann das Duell mit 5:0 – Finnland am Ende aber Gold, während die Tre Kronor Dritter wurden.

Das ist Pekka Tirkkonen

Der neue Headcoach der Grizzlys stand zuletzt bis Oktober 2017 beim EHC Kloten in der Schweizer Nationalliga A unter Vertrag, mit dem er 2016/17 den Schweizer Cup gewann. Zuvor coachte der 49-Jährige SaiPa Lappeenranta in der Finnischen Liiga (2012-2016) und sein Heimat-Team SaPKo Savonlinna in der zweiten Finnischen Liga Mestis (2008-2012). Der in Savonlinna geborene Coach war als Spieler vor allem in Finnland (SaPKo, TPS Turkku, KalPa Kuopio) aktiv, spielte aber auch in Schweden (HC Linköping), Dänemark (Herning Blue Fox) und auch Deutschland (Star Bulls Rosenheim, Augsburger Panther). Außerdem absolvierte der Center 31 A-Nationalspiele für Finnland. Tirkkonen ist verheiratet und hat drei Töchter, seine Famile bleibt aber in der Heimat.

Auf der einen Seite der ruhige Finne Tirkkonen, auf der anderen der extrovertierte Schwede Gällstadt – das passt. „Manchmal muss ich Pekka sagen, wenn er lauter werden muss“, so Gällstedt schmunzelnd. „Er ist ein sehr organisierter, gut strukturierter Mensch. Es passiert nie, dass er etwas sagt, über das er nicht nachgedacht hat.“

Tirkkonens Assistent ist das komplette Kontrastprogramm: „Nik ist lauter als ich, impulsiver. Das ist eine gute Kombiniation“, sagt Tirkkonen. „Und er ist der bessere Koch von uns beiden.“ Das ist ein gemeinsames Hobby, außerdem gehen Tirkkonen und Gällstedt zusammen ins Fitnessstudio, fahren Rad. „Pekka ist mein Personal Trainer. Er ist der Athlet, ich der Golfer“, lacht Gällstedt. Tirkkonen steht außerdem gern auf Langlauf-Skiern. „Darum hoffe ich auf einen guten Winter, um in den Harz fahren zu können“, so der neue Coach.

Sportlich werden die Grizzlys auch unter neuer Führung ähnlich auftreten wie noch unter Pavel Gross. „Wir wollen aktiv sein, einfach spielen, hart arbeiten“, erklärt Tirkkonen. Die Grundidee der Wolfsburger wird vom neuen Trainer-Duo nur in Feinheiten verändert. Tirkkonen: „Hier wurde eine Identität geschaffen, die wir respektieren und damit arbeiten wollen.“

Das ist Niklas Gällstedt

Wolfsburgs neuer Co-Trainer war schon beim EHC Kloten Tirkkonens Assistent, ehe dieser die Schweizer im Oktober 2017 verlassen musste – dann übernahm Gällstedt als Cheftrainer bis zum Sommer. Zuvor trainierte der Schwede Nachwuchsmannschaften bei Bynäs IF und die U 20 in Kloten. Als Spieler war der 51-Jährige vornehmlich in Schweden aktiv, verteidigte dort hauptsächlich für Brynäs und Södertälje SK. Auch in Norwegen (Valerenga) und Österreich (VEU Feldkirch) stand Gällstedt auf dem Eis, 2003 beendete er seine Karriere bei Leksands IF in der heimischen SHL. Sein Sohn Andreas spielt in Schweden in der dritten Liga für Väsby IK, der 26-Jährige ist wie sein Vater Verteidiger. Außerdem hat Gällstedt eine 21-jährige Tochter. Die Familie zieht nicht mit nach Deutschland.

Das Vermächtnis des zu den Adlern Mannheim gewechselten Gross sieht das Duo positiv: „Wir haben eine Menge Respekt vor der Arbeit, die hier geleistet wurde, das Team war in sehr guten Händen“, meint Tirkkonen, schränkt aber ein: „Wir dürfen nicht versuchen, etwas zu kopieren. Wir müssen wir selbst sein und unsere eigenen Ideen mitbringen.“

Diese Ideen werden auch bei der Auswahl der noch fehlenden Spieler mit einfließen – den Grizzlys fehlen noch zwei Center sowie ein Verteidiger. „Am wichtigsten ist, dass die Neuen absolute Teamplayer sind und in die Mannschaft passen“, sagt der Finne. Durch die Abgänge von Anführern wie Tyler Haskins, Mark Voakes und Jimmy Sharrow sind Lücken im Mannschaftsgefüge entstanden. Die müssten aber nicht zwingend durch die noch ausstehenden Verpflichtungen geschlossen werden: „Solche Situationen sind immer auch eine Chance für andere Spieler, einen Schritt nach vorne zu machen.“

Von Jakob Schröder und Yannik Haustein

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