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Grizzlys Wolfsburg Grizzlys: Ohmann bleibt ein Stehaufmännchen
Sportbuzzer Grizzlys Wolfsburg Grizzlys: Ohmann bleibt ein Stehaufmännchen
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21:46 23.05.2018
Kämpft fürs Comeback: Wolfsburgs Marcel Ohmann will endlich rein ins Grizzlys-Trikot und rauf aufs Eis. Quelle: Grizzlys Wolfsburg
Wolfsburg

Vor knapp zehn Jahren hatte ihm Alfred Prey, Manager der Fischtown Pinguins, gesagt, dass „aus mir der neue Sebastian Furchner werden könnte“, erinnert sich Ohmann. Wie zuvor schon die Wolfsburger Furchner und Gerrit Fauser war er zwecks Spielpraxis von den Kölner Haien an die Bremerhavener gegeben worden. Ohmann bestach durch unbändigen Einsatz, als einer, der, obwohl nicht der Größte, sich zum Tor und zum Abschluss durchkämpft. In Köln arbeitete er sich danach hoch, wurde sogar Nationalspieler, dann begann 2014 die Leidenszeit.

Montags, 8 Uhr: Beim Physiotherapeuten beginnt für den Profi die Woche. Massagen, Physiotherapie. Bewegungsübungen. Mal wieder.

Zum hoffentlich letzten Mal hatte es den 27-jährigen Stürmer am 12. Januar zerlegt. Ein unglücklicher Check. „ Ich habe in eine andere Richtung geschaut, habe den Check nicht kommen sehen“, erinnert sich Ohmann. „Extrem hart war er nicht. Aber genau schräg von hinten.“ Kreuzband- und Innenbandriss. „Ich wusste gleich, dass das schlimm ist“, sagt Ohmann. Er kannte das Gefühl. 2015 hatte er im Frühjahr einen Kreuzbandriss im anderen Knie gehabt. Ebenfalls ein Unglück. „Ich habe einen Check angesetzt, gemerkt, der passt nicht, wollte abbiegen, bin im Eis hängen geblieben.“ Sechs Monate Pause. Schlimm genug, wenn es dabei geblieben wäre.

Montag, 9.30 Uhr: Nach den ersten Behandlungen geht es ans Eingemachte. Stabilisationsübungen, Balance-Training. Der gebürtiger Neusser kennt die Übungen fast alle schon. Spaß macht es nicht. Nur der Gedanke an das Ende. Der Angreifer: „Wenn es gut läuft, und im Moment sieht es gut aus, bin ich dann zur Saisonvorbereitung so wiederhergestellt, dass ich voll eingreifen kann.“

Bis zum Mittagessen muss sich der größte unter den vielen Grizzlys-Pechvögeln an jedem Werktag quälen. Dann hat er frei. Aber nur bedingt. „Ich mache für mich selbst noch Übungen.“ Auch für den Rücken.

Die Saison mit den Grizzlys war für ihn eigentlich keine gewesen. Zu den ersten Testspielen war er mitgefahren, hatte Rückenbeschwerden, Schmerzen – es ging nicht. Es stellte sich heraus: eine Bandscheibe macht Kummer. Die anderen spielten, Ohmann machte Reha. Tagelang, wochenlang, monatelang.

Dann konnte er im Dezember endlich wieder mit der Mannschaft mittrainieren. Und es dauerte auch gar nicht lange, da war er in Wolfsburgs schwierigster Phase zurück. Im Furchner-Stil wühlte er, harmonierte mit Teamkollege Fabio Pfohl. Machte schnell zwei Tore und eine Vorlage. Bis zum 12. Januar. Und zur nächsten Pause.

Mittwoch: 8 Uhr: Sein Physiotherapeut bittet Ohmann zur Arbeit. Und am Donnerstag und am Freitag. Immer weiter. In Trainingsphase eins durfte er jüngst mit den anderen mitmachen, wenn auch nicht unter Volllast.Es geht voran. Grizzlys-Manager Charly Fliegauf sieht es mit Freude. Er hatte den Vertrag mit dem Angreifer verlängert, würde sich auch sehr wünschen, dass der mal verletzungsfrei bleibt, „denn Ohmi hat in den wenigen Spielen, die er für uns machen konnte, Energie und Biss reingebracht. Er hat genau das gezeigt, was wir uns erwartet hatten. Wenn wir das mal länger kriegen, dann würde er sich freuen, die Grizzlys und mit Sicherheit auch die Fans“.

Ohmanns Freundin Vanessa, die er in Kölner Zeiten kennengelernt hatte, unterstützte den Vollblutprofi in den harten Zeiten so gut es geht. Die Teamkameraden „waren eine große Unterstützung. Es gab viel Mitgefühl und das tat schon gut.“ Auch gut: Kumpels im Team. Philip Riefers und Pfohl, die er schon aus Köln kannte, sind nun zwar weg, mit Björn Krupp ist aber noch ein guter Freund hier. Der neue Grizzlys-Vertrag trotz Verletzung motiviert und mit Nick Latta kommt ein Buddy aus Kölner Zeiten dazu. Mit ihnen und allen nun 2018/19 viele Spiele zu absolvieren, das wäre ein Traum nach einem verlorenen Jahr. Den Grizzlys-Fans länger zu zeigen, was in ihm steckt, das würde Ohmann schmecken.

Ein Typ Furchner ist er vom Kampfgeist, den es gerade dann braucht, wenn man so oft auf Eis gelegt wird. Aber eigentlich möchte er nur Marcel Ohmann sein. Der Eishockeyspieler, der auch mal wieder eine ganze Saison spielt.

Von Jürgen Braun

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