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Grizzlys Wolfsburg Eurosport-Experte: „Einem Team von Pavel Gross traue ich alles zu!“
Sportbuzzer Grizzlys Wolfsburg Eurosport-Experte: „Einem Team von Pavel Gross traue ich alles zu!“
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10:49 07.03.2018
Emotionaler Experte: Beim deutschen Olympia-Wunder sorgte Patrick Ehelechner (r.) als Co-Kommentator bei Eurosport für Furore. Jetzt stehen die DEL-Play-Offs an. Für die Grizzlys wird es schwer, glaubt er.
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Wolfsburg

Bei den Spielen der deutschen Mannschaft bei Olympia haben Sie und Gerhard Leinauer mit Ihren emotionalen Kommentaren auch ein bisschen Geschichte geschrieben...

Wer mich kennt, weiß, das war so nicht geplant. Erstmals durfte ich bei Länderspielen mitkommentieren, und mich haben die Partien dann mitgerissen. Natürlich habe ich da oben auf der Pressetribüne fast mitgespielt. Als Patrick Reimer dann gegen Kanada getroffen hat, Deutschland im Finale stand, das war sensationell und sehr emotional. Dass unsere Kommentierung dann in den sozialen Medien als Thema auch durch die Decke ging, wir plötzlich anderen TV-Sendern und Journalisten Interviews geben sollten, das war schon krass. Mich würde freuen, wenn auch wir geholfen haben, den Bekanntheitsgrad der Sportart zu steigern. Aber zu der ganzen Euphorie haben wir nur einen ganz kleinen Mini-Teil beigetragen. Dafür waren die deutsche Mannschaft und der Stab des Teams schon selbst verantwortlich. Und wenn wir Kommentatoren gut rübergekommen sind, dann lag das auch an unserem Team bei Eurosport/Discovery, das auch zusammengestanden hat wie eine Eishockey-Mannschaft.

Keine optimale Saison: Felix Brückmann. Aber Experte und Ex-Nationaltorwart Patrick Ehelechner prophezeit dem Grizzlys-Keeper das Comeback. Quelle: Bisch

Man spürt bei Ihnen immer eine gewisse Freude, ein Mitfiebern – das bleibt bei einem Ex-Profi wahrscheinlich nicht aus...

Wohl nicht. Ich bin ja auch noch nicht lange raus aus dem Profigeschäft. Und: Eishockey ist der beste Mannschaftssport auf der ganzen Welt.

Wenn wir auf die Play-Offs schauen – der zweifache Meister München ist erneut souveräner Hauptrunden-Meister. Kann überhaupt jemand das Team von Don Jackson stoppen?

Es führt kein Weg an München vorbei. Die Mannschaft hat einen starken Charakter, Talent hat jedes Team, bei München kommt hinzu: Jeder Spieler hat unglaublichen Spirit, gewinnen zu wollen. Sie können Spiele verlieren, aber es ist unglaublich schwer, sie viermal in einer Serie zu besiegen.

Wolfsburg ist noch auf Platz sieben abgerutscht. Was kann für die Grizzlys gehen?

Da bin ich selbst gespannt. Die Mannschaft hat enorm viel Verletzungspech, das ist einfach Fakt. Es fehlen etliche Top-Stürmer, das ist ja unglaublich. So kriegst du keine Kontinuität rein. Und so ist es in dieser Liga schwer. Wenn es an Tiefe fehlt, gehen die vielen Spiele an die Substanz. Aber einem Team von Pavel Gross ist alles zuzutrauen, da wage ich keine Prognose.

Die Grizzlys haben, seitdem der Wechsel von Trainer Pavel Gross nach Mannheim bekanntgeworden war, extrem schwach gepunktet. Kann es da einen Zusammenhang geben?

Hätte mich zu dem Zeitpunkt, als der Wechsel bekannt wurde, jemand gefragt, ob sich das auswirken kann, hätte ich gesagt: ,Quatsch. das ist egal’. Als Spieler willst du doch weiter gewinnen und Pavel Gross macht seine Arbeit auch nicht anders als vorher. Aber blickt man zurück, dann scheint das doch einen Effekt gehabt zu haben. Das muss bei dem einen oder anderen etwas ausgelöst haben. Vielleicht im Unterbewusstsein.

Sie sind Torwart, wie beurteilen Sie die Entwicklung in Wolfsburgs Kasten? Felix Brückmann, 2016/17 ein herausragender Keeper der DEL, kam an Jerry Kuhn nicht vorbei.

Kuhn ist ein sehr, sehr guter Torhüter. Er hat mich in Bremerhaven positiv überrascht, dass er eine starke Konkurrenz für Brückmann werden würde, habe ich erwartet. Brückmann hatte auf sehr hohem Niveau gespielt. Es ist unglaublich schwer, dieses Level zu halten. Das ist auch Kopfsache. Zeigst du Schwächen, nutzt der Konkurrent das. Es ist nicht leicht im Eishockey-Tor. Du brauchst auch das Glück, dass du, wenn du deine Chance hast, auch eine gute Teamleistung vor dir erwischst. Warst du Stammkeeper, bist du die neue Situation nicht gewöhnt. Es ist nicht leicht, sich da wieder rauszuziehen, aber Brückmann wird wieder kommen. Er ist ein überragender Keeper mit überragenden Reflexen.

Noch mal zurück zu Eishockey in Deutschland. Wie kann nun der Olympia-Hype genutzt werden?

Eishockey ist sicher noch nicht in aller Munde, aber viel bekannter geworden. Wann war die Nationalmannschaft denn mal auf den Titeln aller großer Zeitungen – so wie jetzt nach dem Finaleinzug bei den olympischen Spielen? Der Eishockeysport muss alles daran setzen, auch in Zukunft in der Öffentlichkeit Aufmerksamkeit zu finden, das lockt dann wieder mehr Kinder, mehr Nachwuchs. Da sind alle in der Verantwortung. Beim Verband, in der DEL, in den Vereinen.

Von Jürgen Braun

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