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„Unser Ziel ist es, einen Titel zu gewinnen“

Frauenfußball „Unser Ziel ist es, einen Titel zu gewinnen“

Das Jahr 2015 ist für Frauenfußball-Bundesligist VfL Wolfsburg vorbei. Das Team von Trainer Ralf Kellermann überwintert auf Platz zwei in der Bundesliga, ist zudem noch im Champions-League-Viertelfinale und als Titelverteidiger im DFB-Pokal-Halbfinale vertreten. Im Gespräch mit WAZ-Sportjournalist Dieter Kracht zieht der 47-jährige Coach seine ganz persönliche Jahres-Bilanz – und blickt aufs Jahr 2016 voraus.

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Wolfsburgs Trainer Ralf Kellermann zieht im WAZ-Interview seine Bilanz für 2015

Quelle: imago sportfotodienst

WAZ: Das Fußballjahr 2015 geht zu Ende. Sie haben den DFB-Pokal gewonnen. In der Bundesliga aber liegen Sie in der aktuellen Spielzeit schon zwölf Punkte hinter Meister Bayern München zurück. Sind Sie enttäuscht, Herr Kellermann?
Kellermann: Natürlich wollten wir zu diesem Zeitpunkt mehr Punkte auf dem Konto haben. Aber uns war bewusst, dass es wegen der Weltmeisterschaft und dem großen Umbruch im Kader ein schwieriges Halbjahr werden könnte. Trotzdem sind wir ins DFB-Pokal-Halbfinale und ins Viertelfinale der UEFA Champions League eingezogen und stehen auch in der Liga auf dem wichtigen zweiten Tabellenplatz.

WAZ: Im eigenen Stadion lief es bisher nicht so gut, lediglich sieben von 18 möglichen Punkten sind dürftig. Warum läuft es zu Hause nicht besser für Ihr Team?
Kellermann: Es gibt da keine besondere Erklärung für. Wir haben die gleiche taktische Ausrichtung, egal ob zu Hause oder auswärts.

WAZ: Mit Nadine Keßler fehlt der Kopf des Teams seit Monaten. Torjägerin Martina Müller und Routinier Viola Odebrecht haben ihre Karrieren beendet. Ist das einer der Gründe, warum es nicht so wie gewünscht, läuft?
Kellermann: Wir hatten im Sommer in der Tat einen großen Umbruch im Team, der ist wahrscheinlich sogar größer, als es die meisten realisieren. Uns fehlen auch durch die Verletzung von Nadine Keßler drei Führungsspielerinnen, die in den vergangenen Jahren das Gesicht des VfL Wolfsburg mitgeprägt haben. Drei Spielerinnen, die die Mannschaft geführt haben, stehen nicht zur Verfügung, neue Spielerinnen sind dazu gekommen. Es bilden sich neue Hierarchien in der Mannschaft, so etwas braucht Zeit.

WAZ: Sie haben sieben Spielerinnen neu in Ihrem Kader. Bis auf Michaela Brandenburg aus der eigenen Reserve sind die Neuen allesamt Nationalspielerinnen. Charakterisieren Sie in ein, zwei Sätzen diese Spielerinnen.
Kellermann: Mit Ramona Bachmann, Elise Bussaglia und Lara Dickenmann sind drei Spielerinnen gekommen, die über viel internationale Erfahrung verfügen und von Beginn an Kandidaten für die Startelf waren und auch eine Führungsrolle übernehmen können. Außerdem haben wir mit Tessa Wullaert, Synne Jensen, Ewa Pajor und Michaela Brandenburg vier Spielerinnen mit Perspektive neu im Kader.

WAZ: Sie sind noch im DFB-Pokal und der Champions League vertreten. Was ist in diesen beiden Wettbewerben möglich?
Kellermann: Alles ist möglich. Im DFB-Pokal war es besonders wichtig, dass wir ein Heimspiel haben, da bei uns in den Wochen zuvor schwere Spiele mit Reisestrapazen auf dem Programm stehen. Gegen den SC Freiburg gehen wir als Favorit ins Spiel, aber in dieser Saison hat sich einmal mehr bewiesen, dass es keine „Kleinen“ mehr gibt. Das Pokalfinale in Köln ist ein besonderes Erlebnis und ein großer Anreiz. In der Champions League wartet der italienische Vizemeister, auch hier sind wir Favorit und wollen ins Halbfinale einziehen. Einen Titel zu gewinnen, ist unser Ziel, dafür müssen wir aber konstanter auftreten, als im ersten Halbjahr.

WAZ: Platz zwei in der Bundesliga haben Sie vor einigen Tagen als wichtigstes Ziel herausgegeben, um wieder in der Königsklasse mitmischen zu können. Frankfurt sitzt Ihnen im Nacken. Wird es am Ende reichen?
Kellermann: Davon bin ich absolut überzeugt.

WAZ: Außer diesem Ziel - was erwarten Sie von der Rückrunde?
Kellermann: Ich erwarte in der Rückrunde einen spannenden Kampf um den begehrten zweiten Platz, aber auch um den Klassenerhalt. Es wird sich auch in der Rückrunde zeigen, dass die Liga enger zusammengerückt ist und alles möglich ist.

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