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Kerstin Garefrekes im WAZ-Interview

Frauenfußball-WM Kerstin Garefrekes im WAZ-Interview

Sie war die Frau für die wichtigen WM-Tore: Mit tollen Kopfbällen brachte Kerstin Garefrekes das deutsche Team gegen Kanada und Frankreich in Führung. Die 31-Jährige, die halbtags bei der Stadt Frankfurt in der Kämmerei arbeitet, hat sich dabei zu sowas wie dem stillen Star des DFB-Teams entwickelt. WAZ-Sportredakteur Andreas Pahlmann (r.) sprach am Wolfsburger Elsterweg mit dem Rechtsaußen des 1. FFC Frankfurt über Kopfbälle, WM-Freizeit und Medienrummel.

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WAZ: Kerstin Garefrekes, darf man Sie als Kopfball-Ungeheuer bezeichnen?
Garefrekes: Das weiß ich nicht. Ich bin froh, dass ich die Tore gemacht habe – dass ich sie machen konnte, lag aber auch jeweils an der guten Vorarbeit von Babett Peter.

WAZ : Wo wir gerade bei Kopfball-Toren sind – viele Experten gehen davon aus, dass die körperliche Überlegenheit Ihres Teams gegen Japan den Ausschlag geben wird...
Garefrekes: Das glaube ich nicht. Man hat schon gesehen, dass die Japanerinnen aggressiv in die Zweikämpfe gehen; sie werden uns ganz gewiss nicht nur Begleitschutz geben.

WAZ: Sie werden wahrscheinlich auch in Wolfsburg die Mannschaft als Spielführerin aufs Feld führen – was bedeutet diese Rolle?
Garefrekes: Ich habe halt einen etwas erweiterten Aufgabenbereich.

WAZ: Und wie ist das?
Garefrekes (lacht): Nicht so erfolgreich. Meine erste Seitenwahl habe ich prompt verloren. Aber im Ernst: Spielführerin ist Birgit Prinz, und das bleibt auch so. Ob sie spielt oder nicht, ändert nichts an ihrer Rolle.

WAZ: Gut 26.000 Zuschauer werden in der ausverkauften Wolfsburger Arena sein, gemessen an den ersten WM-Spielen ist das fast schon eine bescheidene Kulisse...
Garefrekes: Aber die Stimmung wird trotzdem toll sein, es wird Spaß machen, da zu spielen – obwohl ich keine so guten Erinnerungen an das Stadion habe. Als wir im vergangenen Jahr mit der Nationalmannschaft gegen Australien in Wolfsburg spielten, musste ich nach 20 Minuten verletzt raus.

WAZ: Konnten Sie seit Mittwoch schon was von Wolfsburg sehen?
Garefrekes: Kaum, dafür hatten wir auch nicht viel Zeit.

WAZ: Was machen Sie während der WM in der Freizeit?
Garefrekes: Oh, da kann ich gleich mit einer Erfolgsmeldung dienen: Unser Puzzle ist fertig!

WAZ: Puzzle?
Garefrekes (lacht): Ja, Torfrau Uschi Holl und ich haben während der WM zusammen ein 1000-Teile-Puzzle mit einem Mordillo-Motiv zusammengesetzt.

WAZ: Wie um alles in der Welt haben Sie das von Spielort zu Spielort transportiert?
Garefrekes: Na, wir sind doch keine Amateure. Wir haben natürlich eine professionelle Puzzlematte dabei – das ist so ein Filz, mit dem man Puzzles zusammengerollt transportieren kann...

WAZ: Ansonsten ist Ihr Hobby Geo-Caching, diese Art Schnitzeljagd mit GPS-Gerät und Internet-Unterstützung. Machen Sie das in Wolfsburg auch?
Garefrekes: Eher nicht, in Deutschland habe ich das auch schon in genug Ecken gemacht, da brauche ich das in Wolfsburg nicht unbedingt...

WAZ: ...zumal Sie ja immer unter Beobachtung stehen. Wie fühlt es sich an, für vier Wochen so etwas wie ein Popstar zu sein?
Garefrekes: Ungewohnt. Wir haben in der Vorbereitung allerdings schon gemerkt, wie groß das Interesse ist und konnten uns ein bisschen darauf einstellen.

WAZ: Auch darauf, dass Sie plötzlich beim Einkaufen fotografiert werden?
Garefrekes: Nein. Dass ein freier Tag nicht unbedingt auch ein medienfreier Tag ist, haben wir jetzt gelernt. Das schränkt die persönliche Freiheit schon etwas ein.

WAZ: Die WM geht jetzt auf die Zielgerade, noch acht Mannschaften sind im Rennen. Wen würde Sie als Favoriten bezeichnen.
Garefrekes: Uns.

WAZ: Und wen noch?
Garefrekes: Brasilien und die USA; wer dieses direkte Duell am Sonntag gewinnt, wird weit kommen.

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