Volltextsuche über das Angebot:

2 ° / -6 ° wolkig

Navigation:
Karriereende: Martina Müller macht Schluss

VfL-Fußball-Frauen Karriereende: Martina Müller macht Schluss

Irgendwo zwischen Hildegard Falck und Edin Dzeko wird man sie irgendwann einordnen, in der Geschichte der Wolfsburger Sportgrößen. Und wenn es um den Wolfsburger Fußball geht, steht sie in Sachen Titeln sowieso unangefochten an der Spitze. Martina Müller war Weltmeisterin, Europameisterin und gewann mit der VfL-Mannschaft alles, was man gewinnen kann. Gestern, fünf Tage vor ihrem 35. Geburtstag, hat sie ihr Karriereende verkündet: Nach dieser Saison ist Schluss.

Voriger Artikel
Wieder Spitzenreiter! VfL gewinnt in Jena 4:0
Nächster Artikel
VfL-Ziel: Drei Punkte gegen Absteiger Herford

Mit dem VfL hat Martina Müller alles gewonnen, was man gewinnen kann: Champions League 2013 und 2014, deutsche Meisterschaften 2013 und 2014, deutscher Pokal 2013.

Quelle: Archiv

Der Weg zu diesem Entschluss war lang. „Berlin“, sagte sie mal vor knapp zwei Jahren, „das wäre noch mal ein Traum.“ In Berlin findet am 14. Mai das Champions-League-Finale statt, es wäre ihr drittes. Auch deswegen hat Martina Müller kurz vor Weihnachten 2013 ihren Vertrag noch mal bis Juni 2015 verlängert. „Meine Zeit hier ist noch nicht vorbei“, befand sie damals, und dieser Satz blieb stehen, auch über dieser Saison.

Von der einst herausragenden Torjägerin wurde Martina Müller in den letzten Spielzeiten zur offensiven Allzweckwaffe, laufstark, bissig, meistens auf Linksaußen. In einem Spielsystem, das es noch nicht gab, als sie anfing, damals in Kaufungen bei Kassel, wo sie als Mädchen vorm Telefon hockte und hoffte, dass die örtliche F-Jugend nicht genug Jungs zusammenbekam. Dann nämlich durfte sie mitspielen.

Von da ging‘s rasant nach oben. 2. Liga, Bundesliga, Nationalmannschaft. Sie spielte für den FSV Frankfurt, für Bad Neuenahr und schließlich ab 2005 für den VfL, den sie von der 2. Liga zurück in die 1. Liga schoss. In Wolfsburg wurde sie heimisch, arbeitet bei Volkswagen und hatte Spaß daran, dass um sie herum ein immer stärkeres Team gebaut wurde.

Die Champions-League-Siege mit ihrem VfL waren die Krönung, beim ersten verwandelte sie den entscheidenden Final-Elfmeter gegen Lyon; beim zweiten ein Jahr später gegen Tyresö FF traf sie doppelt.

Zuletzt sah es so aus, als würde „Mettie“, wie sie von allen genannt wird, ihren Vertrag noch einmal verlängern. Jetzt hat sie es sich anders überlegt, aus der Halbtagsstelle bei VW wird ein Vollzeitjob. Vorher kann sie noch drei weitere Titel holen. Einen davon in Berlin, es wäre das allerletzte Spiel für Martina Müller. Ein Traum. Wie ihre gesamte Karriere.

apa

Voriger Artikel
Nächster Artikel
Mehr aus VfL Frauenfußball