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Carlson: So kann‘s auch gegen die USA klappen

Frauenfußball-WM Carlson: So kann‘s auch gegen die USA klappen

Der VfL bei der Frauenfußball-WM: Genau wie Chefcoach Ralf Kellermann ist auch seine Co-Trainerin Britta Carlson in Kanada unterwegs.

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„Das wird Lena nicht allein lösen können“: Wolfsburgs Co-Trainerin Britta Carlson weiß, was auf VfLerin Goeßling und die deutsche Frauen-Nationalmannschaft in der kommenden Nacht im WM-Halbfinale gegen die USA zukommt.

Quelle: imago sportfotodienst

Sie hat am Samstag die USA beim Sieg gegen China beobachtet - und weiß darum genau, was auf die deutsche Mannschaft zukommt, wenn in der kommenden Nacht (1 Uhr/ARD) das große Halbfinale in Montreal gegen die Amerikanerinnen steigt. WAZ-Sportredakteur Andreas Pahlmann hat nachgefragt.

WAZ: Titelverteidiger Japan, der im anderen Halbfinale gegen England spielt, darf sich auch Hoffnungen machen - aber wird nicht der Weltmeister eigentlich schon im Halbfinale zwischen Deutschland und den USA ermittelt?

Carlson: Das wäre jetzt ein bisschen respektlos gegenüber den beiden anderen Halbfinalisten - man kommt nicht so einfach unter die letzten Vier. Aber es ist schon wahr, irgendwie fühlt sich Deutschland gegen die USA ein bisschen wie ein Endspiel an.

WAZ: Was macht die Amerikanerinnen stark?

Carlson: Sie stehen hinten sicher, haben mit Julie Johnston und Becky Sauerbrunn ein eingespieltes Innenverteidigerinnen-Duo. Kein Wunder, dass sie erst ein einziges Gegentor bekommen haben.

WAZ: Was kann das deutsche Team dagegen tun?

Carlson: Mutig sein! China hat viel zu zögerlich gespielt, auch bei eigenem Ballbesitz blieben sechs Leute hinterm Ball - so kann das nichts werden. Außerdem muss man es über die Flügel probieren, denn auf den Außenverteidiger-Positionen sind die USA vielleicht ein bisschen verwundbarer. Generell wird es spannend zu beobachten sein, wie die Abwehr reagiert, wenn sie richtig gefordert wird. Denn das war außer in Phasen des Gruppenspiels gegen Schweden bisher bei dieser WM kaum der Fall.

WAZ: Anders als beim ballsicheren Viertelfinal-Gegner Frankreich lebt das USA-Spiel vor allem von der Physis...

Carlson: Ja, die bauen normalerweise nicht langsam mit vielen Kurzpässen auf, sondern versuchen immer, sehr schnell nach vorn zu kommen; mit Dribblings über die Außen oder - falls Abby Wambach vorne spielt - mit langen Bällen. Da muss man dagegen halten, auch körperlich.

WAZ: Das wird auch eine Aufgabe für VfL-Spielerin Lena Goeßling sein, die unter anderem Carli Lloyd bremsen muss.

Carlson: Lloyd hat nicht nur das Siegtor gegen China geköpft, sondern ist generell sehr dominant, an jeder Offensiv- und jeder Defensiv-Aktion beteiligt. Das wird Lena nicht allein lösen können; sie muss man zu zweit angehen.

WAZ: Dass Goeßling spielt, steht außer Frage, Babett Peter wird wohl wieder auf die Bank müssen, weil Saskia Bartusiak ihre Sperre abgesessen hat. Aber was ist mit der dritten VfL-Feldspielerin Alexandra Popp, die gegen Frankreich stellenweise einen schweren Stand hatte?

Carlson: Ich glaube, dass sie spielt, auch wenn Sara Däbritz, die für sie gegen Frankreich reinkam, das gut gemacht hat. Aber Poppis starke Physis wird gerade in diesem Spiel gebraucht.

WAZ: Im Angriff der USA dürfte neben Superstar Alex Morgan wohl wieder Amy Rodriguez auflaufen, die bekannteste US-Spielerin Wambach war zuletzt nur in der Jokerrolle.

Carlson: Da gibt es viele Variationsmöglichkeiten. Aber ich glaube auch, dass Wambach erst mal draußen bleibt und dass es die Amerikanerinnen dann wieder mit Pässen in die Schnittstelle der Abwehr versuchen - auf die schnelle Rodriguez. Darauf muss man aufpassen.

WAZ: Und wie geht‘s aus?

Carlson: Nicht zurückhaltend anfangen, mutig im eigenem Ballbesitz sein, aggressiv gegen den Ball arbeiten und eine hohe Laufbereitschaft zeigen - dann kann‘s für das deutsche Team klappen.

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