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Almuth Schult: „Ich stehe ja nicht umsonst da im Tor“

Frauenfußball Almuth Schult: „Ich stehe ja nicht umsonst da im Tor“

Aus dem 120-Einwohner-Dörfchen Lomitz im Wendland ins Tor der deutschen Nationalmannschaft: Almuth Schult ist angekommen, die Olympischen Spiel im August in Rio werden ihr erstes ganz großes Karriere-Highlight. Über den Weg dahin sprach WAZ-Sportredakteur Andreas Pahlmann mit der 25-Jährigen, die seit 2013 für den VfL Wolfsburg spielt.

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VfL-Torfrau und Deutschlands Nummer 1: Almuth Schult.

Quelle: Photowerk (bb)

WAZ : Frau Schult, was kosten die Eier?
Schult : Wenn ich mich nicht völlig irre, kosten zehn Stück gerade 2,70 Euro.

WAZ : Und das zahlen Ihnen auch Ihre Mannschaftskolleginnen?
Schult : Die zahlen sogar 30 Cent pro Stück, das lässt sich meistens einfacher rechnen.

WAZ : Kein Rabatt? Keine Gratis-Eier?
Schult : Nein, nein, das wird alles ordnungsgemäß über den Hofladen abgerechnet.

WAZ : Wie hat sich das ergeben, dass Sie in der Kabine mit Eiern handeln?
Schult : Nicht nur mit Eiern, manchmal auch mit frischer Milch. Ich komme vom Bauernhof und bin immer noch gern bei meinen Eltern, das ist ja auch nur eine Autostunde weit weg im Wendland.

WAZ : Wie kommt man als Kind vom Bauernhof zum Fußball?
Schult : Wie das auf‘m Dorf so ist: Alle Kinder sind rauf aufs Fahrrad und raus zum Bolzplatz, ich dann eben auch. Und als mein älterer Bruder in den Verein eintrat, bin ich mit meinen damals fünf Jahren einfach mit.

WAZ : Waren Sie das einzige Mädchen?
Schult : Ja, am Anfang schon, später kam dann noch ein weiteres Mädchen dazu. Aber wir haben immer mit den Jungs gespielt. Reine Mädchenmannschaften kannte ich bis zur U-15-Jugend nur aus der Kreisauswahl. Als ich da das erste Mal mitmachen durfte, war ich acht.

WAZ : In der U 15? Mit acht?
Schult : Ja. Im großen Tor. So viele Mädchen gab‘s ja nicht, da brauchte man schon mehrere Jahrgänge, damit eine Mannschaft zusammenkam.

WAZ : Alle älter, das Tor viel zu groß - da lauert schon viel Frustgefahr...
Schult : Ach nö, ich fand nicht, dass ich nicht alt genug war. Ich war eigentlich immer einfach nur stolz darauf, in der Auswahl zu spielen. Ich hab später mal erfahren, dass die Auswahltrainerin und meine Mutter echt Sorgen hatten, wenn da die großen Mädchen aufs Tor geschossen haben. Aber sie haben gesehen, dass ich keine Angst habe. Und ich war halt sowieso immer mit Älteren zusammen. Als mein Bruder Fahrradfahren lernte, habe ich natürlich gesagt „Ich kann das auch!“ und bin dann ohne Stützräder erst mal hingeflogen.

WAZ : Das tut weh, macht aber angstfrei.
Schult : Ja, so war das wahrscheinlich.

WAZ : Und deswegen ins Tor?
Schult : Nein, das hatte einen viel einfacheren Grund: Unser eigentlicher Torwart zog in der D-Jugend mit seinen Eltern weg, wir gingen dann im Training alle mal ins Tor, und wer am besten hielt, durfte drinbleiben. Und das war ich.

WAZ : Ab wann war klar, dass Fußball mehr als ein Hobby werden könnte?
Schult : Ich weiß nicht, vielleicht als ich mit der Niedersachsen-Auswahl 2005 zum Länderpokal nach Duisburg durfte. Und dann, als ich ein Jahr später mit der Kreisauswahl ein Spiel gegen den HSV hatte und mich die Hamburgerinnen danach fragten, ob ich mir einen Wechsel vorstellen könnte.

WAZ : Sie machten dann aber schon ein Probetraining in Wolfsburg?
Schult : Ja, aber da habe ich dann abgesagt.

WAZ : Warum?
Schult : Das war noch in Wendschott, im Winter. Kennen Sie die Plätze da?

WAZ : Ja.
Schult : Dann können Sie sich‘s denken. Da war kaum Rasen zu erahnen. Ich hatte auch irgendwie nicht so gespürt, dass der Verein mich wirklich haben will. Und die Kabinen waren, nun ja, wie soll ich sagen...

WAZ : Ist schon okay. Also gingen Sie damals statt nach Wolfsburg zum HSV, blieben da aber nur ein Jahr. Ein Fehler?
Schult : Nein. Hätte ich es nicht gemacht, hätte ich vielleicht nie erfahren, dass eine Stadt wie Hamburg nichts für mich ist. Ich kannte die Stadt vorher ein bisschen, weil mein Vater gebürtiger Hamburger ist. Aber ich war damals die Jüngste in der Mannschaft, konnte mit 16, 17 auch nicht mit den anderen feiern gehen. In der Schule hatte ich trotz meiner vielen Fußball-Fehltage gute Noten, damit macht man sich dann auch nicht gerade Freunde. Gespielt habe ich auch nicht, nicht einmal in der Zweiten. Das war alles irgendwie nichts.

WAZ : Wie fanden Ihre Eltern das damals?
Schult : Ich wurde nie in Watte gepackt, mir wurde immer gesagt: Wenn du der Meinung bist, du musst das machen, dann probier‘ es aus. Ich war diejenige, die nach Hamburg wollte - also hab‘ ich auch nicht rumgeheult, sondern mich selbst darum gekümmert, wie ich von da wieder weg komme.

WAZ : Sie landeten beim Magdeburger FFC in der Regionalliga...
Schult : Auch da hatte der VfL wieder angeklopft, aber ich wollte nach der HSV-Erfahrung nicht wieder zu einem großen Verein. Mein damaliger Freund wohnte in Stendal, das ist auf halbem Weg zwischen meinem Heimatdorf und Magdeburg. Ich kannte von den DFB-Lehrgängen den Magdeburger Trainer. Ich konnte da auf einem Gymnasium, das einen guten Ruf hatte, mein Abi machen. Und ich wusste, dass für mich der Spaß am Fußball erst mal wichtiger ist als die Liga. Es hat einfach alles gepasst.

WAZ : Donnerwetter, das war für eine 17-Jährige dann aber eine extrem kalkulierte und durchdachte Entscheidung.
Schult : Ja, so bin ich. (schmunzelt)

WAZ : Sie stiegen in die 2. Liga auf, machten Ihr Abi, wurden mit der deutschen U-20-Auswahl Weltmeisterin und gehörten als dritte Torfrau zum Kader bei der WM 2011, wechselten nach Bad Neuenahr in die Bundesliga...
Schult : Und dann meldete sich Wolfsburg wieder, genau.

WAZ : Und der Wechsel wäre womöglich wieder gescheitert - diesmal wegen eines Verkehrsunfalls...
Schult : Also deswegen wäre er nicht gescheitert, (lacht) und den Unfall hatte ja auch nicht ich...

WAZ : Aber der Trainer. Sie wollten sich an der A 2 treffen, Sie kamen aus Köln, der Trainer aus Wolfsburg. Und er hatte an Abfahrt zur Raststätte Garbsen einen Unfall mit einem LKW...
Schult : Und rief mich dann an, ja (lacht). Ich war auf der anderen Seite, auf der Raststätte in meiner Fahrtrichtung. Ich bin also rüber auf die andere Seite der Autobahn, hab‘ meinen Schirm aufgespannt und sah Ralf Kellermann dann da an seinem Auto.

WAZ : Zum Glück war‘s nur Blechschaden.
Schult : Ja, ich habe dann gefragt, ob ich helfen kann oder ob ich schon mal ein Restaurant in der Nähe suchen soll. Er wollte das Gespräch nämlich eigentlich bei einem gemütlichen Essen führen, also habe ich mit meinem Handy nach einem Restaurant geguckt - und als wir uns da dann trafen, hatte das auch noch zu.

WAZ: Manchmal läuft alles schief...
Schult : Ja, wir haben dann doch einfach nur einen Kaffee in der Raststätte getrunken, aber das Gespräch war sehr gut. Mir war wichtig, dass alles passte, dass ich ein gutes Gefühl habe, dass ich mein Studium in Köln weitermachen kann und dafür auch Freistellungen bekomme.

WAZ : ...und dass es nicht mehr so weit weg ist vom heimischen Hof?
Schult : Auch, ja. Ich kann mal auf einen Kaffee nach Hause fahren. Aber das war nicht entscheidend. Ich wollte auch den nächsten Schritt für mich machen und es musste alles passen. Ich hatte bei dem Gespräch an der Raststätte ein gutes Gefühl - und ich glaube, Ralf Kellermann hat da gemerkt, dass ich auch in die Mannschaft passe.

WAZ : Sie studieren an der Sporthochschule, wie weit sind Sie da?
Schult : Ich muss da nicht mehr hin, aber ich brauche jetzt erst mal einen Rettungsschwimmerschein.

WAZ : Bitte?
Schult : Ja, wenn man einen Sport-Abschluss machen will, ist das Pflicht. Ich hab‘s nach der Saison vor. Wenn alles gut läuft, schreibe ich dann nach den Olympischen Spielen meine Bachelor-Arbeit.

WAZ : Thema?
Schult : Weiß ich noch nicht. Aber es wird schon irgendwas mit Frauenfußball zu tun haben.

WAZ : Die Olympischen Spiele - das wird in Rio Ihr erstes großes Turnier als Nummer 1. Spüren Sie Vorfreude oder Druck?
Schult : Vorfreude.

WAZ : Aber Sie treten in die Fußstapfen so großartiger Torhüterinnen wie Silke Rottenberg und Nadine Angerer...
Schult : Ich bin generell kein Mensch, der sich groß Druck macht. Ich stehe ja nicht umsonst da im Tor, das Vertrauen in mich muss ja irgendwo herkommen - und ich spüre bei der Nationaltrainerin und auch bei der Mannschaft dieses Vertrauen. Wäre ich nicht gut genug, dann hätte ich es auch nicht verdient zu spielen - und wenn ich gut genug bin, dann spiele ich. Ich kenne und schätze Silke und Natze sehr. Mit Natze bin ich befreundet, wir haben immer noch Kontakt. Es macht Spaß, mit ihr über Fußball zu reden. Aber jetzt bin ich eben dran. Solange ich es gut mache, bleibe ich da; und wenn jemand kommt, der es besser kann, werde ich meinen Platz räumen. Und Druck habe ich ja auch beim VfL...

WAZ : ...mit dem Sie vor Rio auch noch zwei Titel gewinnen können.
Schult : Ja, das wäre nicht schlecht. Und für uns Wolfsburgerinnen im Nationalteam auch gut für das Selbstbewusstsein.

WAZ : In der Champions League steht erst mal das Halbfinal-Rückspiel in Frankfurt an. Nach dem 4:0 im Hinspiel Formsache?
Schult : Würde ich so nicht sagen. Aber wenn wir das nicht schaffen, dann hätten wir einen Arschtritt verdient.

WAZ : Die Champions League hat der VfL 2013 das erste Mal gewonnen, wurde sogar Triple-Sieger. Sie kamen danach dazu. War das schwierig?
Schult : Zumindest war es nicht ganz einfach. Aus der Mannschaft kannte ich ja viele durchs Nationalteam, aber man hat schon gemerkt, dass sich drumherum einige fragten, warum man mich verpflichten musste, wo doch der VfL mit Alisa Vetterlein im Tor alles gewonnen hatte. Und Alisas starke Leistung gerade im Champions-League-Finale 2013 war ja noch sehr präsent. Das war dann schon ein gewisser Druck, und im ersten halben Jahr hat man das auch an der Leistung gemerkt.

WAZ : Sie wurden 2014 gemeinsam mit Hope Solo als Welttorhüterin ausgezeichnet. Wer ist die beste Torhüterin der Welt?
Schult : Es ist unanständig auf so eine Frage zu antworten, wenn man selbst zum Kreis derer gehört, die dafür infrage kommen (lacht).

WAZ : Was bedeuten Ihnen persönliche Auszeichnungen?
Schult : Es ist schön, es wäre ja auch schlimm, wenn es einem nichts bedeutet. Aber bei einer Weltmeisterschaft würde ich lieber den Titel als den Goldenen Handschuh gewinnen.

WAZ : Und noch lieber das erste olympische Gold? Das ist der einzige große Titel, der dem deutschen Frauenfußball fehlt.
Schult : Ja. Ich will immer maximalen Erfolg. Ich ärgere mich immer über jedes Gegentor, auch über die, die vielleicht gar nicht zu verhindern waren.

WAZ : Immer?
Schult : Ja, auch wenn wir zu Null spielen und ich gut gehalten habe, gab es immer mindestens eine Situation im Spiel, von der ich weiß: Das hätte ich besser lösen können.

WAZ : Hatten Sie Vorbilder?
Schult : Nicht wirklich. Ich finde es überragend, wie Manuel Neuer mitspielt, finde die Fußtechnik von Marc-André ter Stegen stark und habe bei Oliver Kahn immer die Ausstrahlung bewundert. Und ich fand‘s toll, wie Silke Rottenberg und Nadine Angerer alles immer haben so leicht aussehen lassen, auch bei großen Spielen.

WAZ : Haben Sie viel Fußball im Fernsehen geguckt?
Schult : Meine Eltern hatten eine Weile keinen Fernseher, aber wenn wir nett waren, konnten wir bei unserer Oma, die im selben Haus gelebt hat, Sportschau gucken. Oder wir mussten hoffen, dass der Musikantenstadl nicht zu lange gedauert hat, damit wir wenigstens im ZDF das Sportstudio sehen konnten.

WAZ : Und Frauenfußball?
Schult : Wenn Länderspiele kamen, habe ich die natürlich geguckt.

WAZ : Spielen Torhüterinnen anders als Ihre männlichen Kollegen, die ja oft zehn oder 15 Zentimeter größer sind?
Schult : Also ich bin 1,80 groß, das sind schon ungefähr fünf Zentimeter mehr als die meisten anderen Torhüterinnen. Und über diese fünf Zentimeter bin ich oft froh. Aber die Torwarttechnik unterscheidet sich schon in einigen Bereichen.

WAZ : Haben Sie ein Beispiel?
Schult : Manuel Neuer drückt sich eher mit dem ballfernen Bein ab, springt also mit der Kraft aus dem linken Bein ins rechte Eck. Ich springe eher mit dem ballnahen Bein ab, dazu muss ich aber einen kleinen Zwischenschritt mehr machen, um das Gewicht von einen aufs andere Bein zu bekommen. Das macht Manuel Neuer halt nicht. Aber generell gilt für alle: Man muss seinen eigenen Bewegungsablauf finden, ihn einstudieren und sich damit sicher fühlen, das ist wichtig.

WAZ : Wo wir gerade bei Vergleichen sind: Rund um die WM 2011 ist mit dem Frauenfußball viel passiert, plötzlich waren sogar Fußballerinnen im Playboy. War das immer alles gut für die Sportart?
Schult : Ich weiß nicht, ob alles gut war, aber alles war wichtig. Weil alles immer eine Folge hat, eine Erkenntnis - und sei es nur die Erkenntnis, dass man sowas besser nicht noch mal macht. Der Männerfußball hat auch schon viele Irrwege beschritten, aber den gibt es schon seit über 100 Jahren und er konnte viel aus Fehlern lernen.

WAZ : Haben Sie manchmal das Gefühl, Ihre Privatsphäre schützen zu müssen?
Schult : Soziale Medien bediene ich gar nicht, da nehme ich mich raus. Ich habe kein Problem mit Interviews oder damit, mit den Fans zu sprechen. Aber was und wo ich mittags esse, hat keinen zu interessieren. Irgendwo fängt eben die Privatsphäre an - und wenn man dort zu viel preisgibt, bietet man Angriffsfläche. Es gibt eine Grenze.

WAZ : Okay, suchen wir diese Grenze: Sind Sie Single?
Schult : Nein, bin ich nicht. Und das ist auch keine Frage, mit der ich Probleme hätte, man kann mich ja mit meinem Lebensgefährten auch mal öffentlich sehen.

WAZ : Ist er Fußballer?
Schult : Ja (lacht), aber unterklassig.

WAZ : Was ist denn aus Sicht einer Weltklasse-Torhüterin unterklassig?
Schult : Er ist Trainer einer Mannschaft in der Kreisliga Lüchow-Dannenberg.

WAZ : Fachsimpeln Sie miteinander?
Schult : Ja, er holt sich schon mal Tipps von mir.

WAZ : Und Sie?
Schult : Ich mag seine Mannschaft, bin auch oft auf dem Sportplatz und gucke zu, wenn es die Zeit erlaubt.

WAZ : Sie haben hier zwar eine Wohnung, sind aber offenbar gern daheim - machen Sie da auch Urlaub?
Schult : Als wir im vergangenen Jahr von der WM in Kanada zurückgekommen sind, wollte ich eigentlich noch mal so richtig verreisen. Aber ich hatte dann doch irgendwie echt keine Lust mehr darauf, wieder in irgendwelchen Hotels vor irgendwelchen Buffets zu stehen. Da hab‘ dann tatsächlich zwei Wochen auf dem Bauernhof verbracht, habe die Tiere gefüttert und Holz gehackt.

WAZ: Haben Sie sowas als Kind gelernt?
Schult: Natürlich. Alles. Ich habe mit fünf oder sechs beim Papa auf dem Schoß gesessen und den Trecker gelenkt. Als ich zwölf war, durfte ich damit über die Wiesen fahren - Papa hat mich hingebracht und gesagt „Ich hole dich in eineinhalb Stunden wieder ab“. Auf die Landstraße durfte ich ja da mit dem Trecker noch nicht. Und ich war beim Heupressen dabei. Oder ich hab‘ mal vor der Schule die Kühe gemolken.

WAZ: Sie kamen ein paar Wochen nach der Wiedervereinigung auf die Welt, der Bauernhof liegt fast direkt auf der ehemaligen Grenze...
Schult: Ja, wenn wir im Wald spielten, sahen wir noch die Panzerwege oder den Wall, auf dem die Grenze war. Aber wir haben eben auf beiden Seiten gespielt. Und zum Baden sind wir zum Arendsee nach Sachsen-Anhalt geradelt, was war ja nicht weit. Dass da mal eine Grenze war, wussten wir schon - aber für uns spielte Ost oder West keine Rolle.

WAZ: Man kann über Sie lesen, dass Tanzen auch zu Ihren Hobbys gehört.
Schult: Ja, ich habe wie so viele nach der Konfirmation Tanzschule gemacht. Dann hab‘ ich ein paar weitere Kurse angehängt, insgesamt zehn. Aufgehört habe ich erst, als ich nach Hamburg ging und dann keinen Tanzpartner mehr hatte.

WAZ: Goldabzeichen geschafft?
Schult: Sogar eines drüber, „Goldstar“ heißt das.

WAZ: Aber nicht wettbewerbsmäßig getanzt?
Schult: Nein. Aber ich tanze heute noch gern, bei uns auf‘m Dorf gehört das ja dazu - Schützenball, Weihnachtsball, Reiterball...

WAZ: Also keine zweite Sportart?
Schult: Doch, Schießen.

WAZ: Ach?
Schult: Wo ich herkomme, geht man in den Schützenverein. Und ich war ehrgeizig.

WAZ: Größter Erfolg?
Schult: Qualifikation für die Jugend-Landesmeisterschaften in Hannover mit der Luftpistole.

WAZ: Wann war das?
Schult: Ich glaub‘, dass darf ich nicht sagen (lacht). Denn dafür war ich dann wirklich eigentlich noch nicht alt genug.

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