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Rassismus-Vorwurf: Turbine rudert zurück

Frauenfußball Rassismus-Vorwurf: Turbine rudert zurück

Noch bevor der DFB-Kontrollausschuss seine Ermittlungen rund um den Rassismus-Vorwurf gegen VfL-Trainer Ralf Kellermann gestern so richtig aufgenommen hatte, ruderte Turbine Potsdam zaghaft zurück. Für ihre Unsportlichkeiten wurde Genoveva Anonma unterdessen aber bereits für drei Spiele gesperrt.

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Drei-Spiele-Sperre: Potsdams Genoveva Anonma (r.) wurde vom DFB bestraft, über den Rassismus-Vorwurf wurde noch nicht befunden.

Quelle: CP24

Die Strafe, die sich nur gegen das Zeigen des Mittelfingers und den Tritt eines Hütchens auf Kellermann richtet, hat Turbine akzeptiert und damit Anonmas Fehlverhalten eingestanden.

Völlig getrennt davon behandelt der DFB den Rassismus-Vorwurf. Die Potsdamer haben gestern dem Kontrollausschuss eine Stellungnahme zu den Ereignissen abgegeben. Dem Vernehmen nach bleibt Anonma bei ihrer Version, die Turbine-Verantwortlichen halten inzwischen aber ein Missverständnis für möglich. Es sei denkbar, dass Anonma etwas gehört habe, das anders gemeint gewesen sei, sagte Potsdams Trainer Bernd Schröder in der taz. Dem Kicker gegenüber hatte er davon gesprochen, dass seine anfangs öffentlich gemachten Vorwürfe so „nicht mehr aufrecht zu halten“ seien. Entschuldigen wolle er sich aber nicht. „Ich kann doch den Vorfall nicht verschweigen. Ich muss doch das Prinzip von Ursache und Wirkung darstellen“, so Schröder. „Oder soll ich sagen, meine Spielerin ist blöd, kommt aus dem Busch und hat die Banane noch im Mund?“

Für Kellermann ist das zaghafte Potsdamer Zurückrudern zu wenig. „Nein, es ist nicht möglich, dass die Spielerin etwas missverstanden haben kann“, sagte er und bekräftigte, dass er das Thema per Entschuldigung aus der Welt haben möchte. „Es ist nicht schön, wenn man zu Unrecht beschuldigt wird. Das kann man auch in fünf Jahren noch im Internet nachlesen. Es bleibt immer etwas hängen“, so Kellermann, der seit dem Spiel am Freitagabend nicht aus Potsdam kontaktiert wurde. „Ich weiß, dass ich durch die Ermittlungen entlastet werde. Es wäre aber auch schön, wenn das von der Gegenseite geschehen würde.“

rs

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