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Leonie Maier: Der Shooting-Star des Frauenfußballs

Frauenfußball-Bundesliga Leonie Maier: Der Shooting-Star des Frauenfußballs

Von einer unbekannten Bundesliga-Fußballerin beim SC Bad Neuenahr entwickelte sich Leonie Maier zu einer Top-Spielerin der deutschen Nationalmannschaft – und hatte großen Anteil am EM-Erfolg in Schweden. Jetzt ist sie zum FC Bayern gewechselt, mit dem sie am Samstag zum Liga-Start in Wolfsburg antritt. WAZ-Sportredakteur Robert Schreier sprach mit der 20-Jährigen.

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Stark im Nationalteam (l.) : Europameisterin Leonie Maier kam aus Bad Neuenahr, spielt jetzt beim FC Bayern (r.).

Quelle: Fotos:M. Hensel/ dpa/DFB/ Imago 14397563

WAZ : Sie sind der Shooting-Star des deutschen Frauenfußballs - hören Sie so etwas gern?
Maier : Ich nehme das gar nicht so wahr. Es hat eine ganze Weile gedauert, bis ich realisiert habe, was in den vergangenen Monaten passiert ist. Ich musste mich auch schon kneifen, weil es mir wie in einem Traum vorkam. Das war alles neu für mich. Und Vieles gibt mir auch Selbstvertrauen. Aber ich wusste, dass ich jetzt wieder bei Null anfangen musste. Ich möchte in meinem Verein keine Sonderbehandlung.

WAZ : Sie sind zum FC Bayern gewechselt. Viele Experten halten den Verein für einen Geheimtipp auf die Meisterschaft. Ist der FCB das?
Maier : Wir wollen erst einmal den vierten Platz aus dem Vorjahr verteidigen. Dann schauen wir, wie viele weitere Schritte wir gehen können. Wir lassen uns da keinen Druck machen.

WAZ : Wenn man den Frauenfußball bei den Bayern beobachtet, sieht man Parallelen zum VfL vor einigen Jahren. Ist Wolfsburg das Vorbild für den FC Bayern?
Maier : Jede Mannschaft kann sich Wolfsburg als Vorbild nehmen. Es ist immer gut, wenn man einen starken Männerverein im Hintergrund hat. Die Bayern sind da auf einem guten Weg. Aber die Bedingungen in Wolfsburg sind sicherlich top.

WAZ : Warum ist dann ein Wechsel von Ihnen zum VfL zweimal gescheitert?
Maier : Es stimmt schon, dass mich die Wolfsburger holen wollten. Es war keine leichte Entscheidung, und auch keine gegen den VfL. In München wurde ich vom Trainer und seiner Spielphilosophie vollkommen überzeugt. Und außerdem hat mich die Mannschaft in ihrer Zusammenstellung gereizt. Ich habe auf mein Herz gehört und bin jetzt sehr glücklich. Ich habe mich ganz gut eingelebt, bin toll aufgenommen worden, und das Training macht riesig Spaß.

WAZ : Wie gut ist die Mannschaft schon in Form? Gegen Nordkorea gab‘s jüngst eine Niederlage...
Maier : Aber es war ein guter Test gegen eine starke Mannschaft. Klar, ein Sieg hätte mehr Selbstvertrauen gegeben. Aber es gab gute Ansätze. Wir sind auf einem guten Weg.

WAZ : Kann der VfL seine großen Erfolge aus der Vorsaison wiederholen?
Maier : Ich sehe den VfL schon als Favoriten, aber nicht als einzige Mannschaft, die den Titel holen kann. Wolfsburg war in der vergangenen Saison eine der besten Mannschaften der Welt, hatte im Sommer keine großen Abgänge, dafür aber starke Neuzugänge - wenn ich da nur an Nilla Fischer denke.

WAZ : Sie haben mit Ihrem Ex-Klub Bad Neuenahr das letzte Spiel in der vergangenen Saison in Wolfsburg mit 0:4 verloren. Jetzt kommen Sie mit den Bayern zum ersten der neuen Spielzeit. Wird‘s diesmal enger?
Maier : Oh, das ist mir noch gar nicht aufgefallen. Das ist kurios. Aber ich erwarte schon ein spannendes und temporeiches Spiel, in dem alles möglich ist. Ich freue mich einfach darauf, dass wir beim ersten Eröffnungsspiel der Liga-Geschichte dabei sein dürfen, das auch noch live im Fernsehen gezeigt wird. Das ist etwas ganz Besonderes.

WAZ : Was muss der Mannschaft gelungen sein, die am Samstag gewinnt?
Maier : Es kommt auf die Defensive an. Wer besser gegen den Ball arbeitet und seine wenigen Chancen nutzt, hat den Schlüssel zum Erfolg.

WAZ : Sie haben als Außenverteidigerin auch sensationelle Tore erzielt. Haben Sie Ihre Ex-Teamkollegin und jetzige VfL-Torfrau Almuth Schult schon für Samstag vorgewarnt?
Maier : (lacht) Nein, aber der Anruf kann ja noch kommen...

rs

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