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Knipphals‘ Ziel: Einmal Halbfinale und Finale

Leichtathletik Knipphals‘ Ziel: Einmal Halbfinale und Finale

Am Samstag beginnt in Pecking die Leichtathletik-WM - mit dem Wolfsburger Top-Sprinter Sven Knipphals, der über 100 und in der Staffel über 4x100 Meter an den Start geht.

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Mit Gatlin, Bolt - und Knipphals: Am Samstag beginnt die WM in Peking.

Zurzeit bereitet er sich auf der koreanischen Insel Jeju auf das Highlight vor. Für die WAZ sprach Frank Schober mit dem 29-Jährigen über Ziele, Zeiten und Doping.

WAZ: Zur Anpassung an die WM-Bedingungen befindet sich das Team der Sprinter seit einigen Tagen auf der koreanischen Insel Jeju. Wie läuft es dort?

Knipphals: Ich hatte ganz schön mit Jetlag zu kämpfen, daher haben wir es zu Beginn ruhig angehen lassen. Ab jetzt kommen ein paar intensive Einheiten. Ich freue mich, dass ich über 100 m im Einzel laufen kann, das Halbfinale ist mein großes Ziel. Der zweite Schwerpunkt ist die Staffel. Zum Glück haben wir uns das Olympia-Ticket im Mai auf den Bahamas schon gesichert. Dort haben wir trotz unserer Verletzungsmisere das Optimum rausgeholt, das beruhigt sehr. Nun wollen wir auch in Peking ins Finale.

WAZ: Im Juni haben Sie mit 10,13 Sekunden Ihre 100-m-Bestzeit gesteigert. Hatte sich das im Training angedeutet?

Knipphals: Schon. Ich setze seit diesem Jahr mehr auf viele intensive und kürzere Sprints. Das passt gut, schließlich ist die Beschleunigung meine größte Schwachstelle. Ich bin ein Typ, der im Training gern 110 Prozent gibt und auch mal überzieht. Mitunter mache ich vielleicht zu viel, aber die Erfahrungswerte dieser Saison sollen im Olympia-Jahr helfen.

WAZ: Wer entscheidet, wenn mal Mut zur Pause gefragt ist?

Knipphals: Ich entscheide, wenn ich mal völlig im Eimer bin und einen Lauf weglasse. Das mache ich ja nicht, weil ich mir drei Läufe weniger zusammenmogeln will, sondern weil ich besser werden und mich nicht verletzen will. Das ist im Hochleistungssport immer ein Tanz auf der Rasierklinge. Meist konnte ich durchziehen, aber ich muss auf meine Achillessehne Rücksicht nehmen.

WAZ: Woher kommen die Schmerzen?

Knipphals: Es ist sicher eine Überlastung, so genau weiß ich das selbst nicht. Ich hatte mir im Mai in Florida mal im Training den Rücken zerlegt, bin eine Woche schiefgelaufen. Die Folge waren Ausweichbewegungen und Fehlbelastungen.

WAZ: Bei der WM in Peking treten Sie gegen überführte Doping-Sünder an - insbesondere aus den USA. Was ist das für ein Gefühl?

Knipphals: Kein gutes. Der Amerikaner Justin Gatlin ist die Personifizierung, dass etwas falsch läuft in der Leichtathletik. Seine Sperre wurde von lebenslänglich auf fünf Jahre verkürzt. Das Problem ist: Er kann Usain Bolt schlagen, davon lebt die IAAF. Deshalb freuen sich alle, dass er wieder da ist. Bei der WM 2013 in Moskau habe ich das Finale auf der Tribüne verfolgt und das erste Mal keinen Spaß dabei verspürt. Wenn der Generalverdacht mitläuft, versaut einem das die Laune.

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