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Knipphals: „Ich war ein Spätstarter“

Leichtathletik Knipphals: „Ich war ein Spätstarter“

Sven Knipphals ist nicht nur der erste Wolfsburger Top-Sprinter nach vielen Jahren, er ist auch ein echtes VfL-Eigengewächs. 2009 wurde er über 200 Meter Fünfter bei den deutschen Meisterschaften, in diesem Jahr hat er sich auf die 100-Meter-Strecke konzentriert – mit Erfolg. Mit einer Bestleistung von 10,23 Sekunden stellte er nicht nur einen neuen Niedersachsen-Rekord auf, sondern wurde zudem in die deutsche WM-Sprintstaffel berufen. Über seine Karriere und die Aussichten bei der WM in Südkorea sprach der 25-Jährige mit WAZ-Sportredakteur Andreas Pahlmann (kleines Bild, rechts).

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Gehört bei der Leichtathletik-WM in Daegu zur deutschen Sprint-Staffel: Sven Knipphals vom VfL Wolfsburg.

Quelle: Fotos (3): M. Hensel

WAZ : Eigentlich war doch immer klar, dass Sie Leichtathlet werden – bei dem Vater...
Knipphals : Nee, so klar war das nicht. Ich habe als kleiner Junge zwar damit angefangen, aber dann auch wieder aufgehört. Ich wollte lieber Fußball spielen.

WAZ : Wo denn?
Knipphals : Beim TSV Hehlingen und beim TV Jahn.

WAZ : Das könnten Sie ja immer noch tun...
Knipphals : Ich wurde zu oft umgetreten, weil ich zu schnell war. Darauf hatte ich dann irgendwann keinen Bock mehr.

WAZ : Dann ging‘s wieder zur Leichtathletik, diesmal ernsthaft?
Knipphals : Ja, mit 16 habe ich dann wieder angefangen, mich auf 100 und 200 Meter konzentriert.

WAZ : Warum nicht Weitspringer wie Ihr Vater?
Knipphals : Als ich zehn war, bin ich nur drei Zentimeter weniger weit gesprungen als mein Vater im gleichen Alter. Aber von den 8,14 Metern, die er mit 22 sprang, war ich immer weit weg. Ich habe zwar auch bis 2007 weiter Weitsprung gemacht, mich aber mehr und mehr aufs Sprinten spezialisiert.

WAZ : Hat Ihr Vater Sie gepusht?
Knipphals : Nein, gar nicht. Aber er hat mich unterstützt. Als ich mit 16 wieder anfing, rief er meinen Trainer an und meinte: „Bring‘ dem Jungen mal wieder das Geradeauslaufen bei!“

WAZ : Gleich mit Erfolg?
Knipphals : Zunächst nicht. Ich war einfach ein Spätstarter. Ich habe zwar die Kader-Normen geschafft – aber immer die für den Jahrgang unter mir. Bis ich dann das Glück hatte, innerhalb eines Jahres 20 Zentimeter zu wachsen. Ab da ging es.

WAZ : Sie studieren in England, wollen Chiropraktiker werden...
Knipphals : Moment! Das heißt Chiropraktor. Chiropraktiker kann man auch in einem Wochenend-Seminar werden. Ich muss fünf Jahre studieren.

WAZ : Warum gerade in England?
Knipphals : Weil‘s dieses Studium nur dort oder in den USA gibt.

WAZ : Was hat Sie an dem Studium gereizt?
Knipphals : Ich wollte etwas machen, das mit Sport zu tun hat, mit dem Körper, mit biomechanischen Dingen. Und Physiotherapeuten gibt es schon genug...

WAZ : Wie kompliziert ist es, mal in Wolfsburg und mal in Bournemouth zu trainieren?
Knipphals : Das hat sich ganz gut eingespielt. Wenn wir allerdings Sponsoren fänden, könnte mein VfL-Trainer Werner Morawietz ab und zu mal für eine Woche nach England kommen – dann müssten wir im technischen Bereich nicht immer so viel korrigieren, wenn ich mal in Wolfsburg bin.

WAZ : 10,23 Sekunden über 100 Meter sind offenbar nicht das Ende aller Ziele?
Knipphals : Die Norm für die Olympischen Spiele nächstes Jahr liegt bei 10,16.

WAZ : Ist das Ihr Ziel?
Knipphals : Ich habe es mir schon vor ein paar Jahren abgewöhnt, mir Zeiten vorzunehmen. Ich laufe einfach so schnell es geht und gucke dann, was auf der Uhr steht.

WAZ : Studium, Training – bleibt da eigentlich noch Zeit für Hobbys?
Knipphals : Ich bin ab und zu auf Youtube unterwegs.

WAZ : Um was anzuschauen?
Knipphals : Leichtathletik-Videos.

WAZ : Im Ernst? Was kann man denn da gucken?
Knipphals : Ich schaue mir zum Beispiel sehr intensiv Läufe von Asafa Powell an. Da kann ich in Sachen Technik viel lernen.

WAZ : Findet Ihre Freundin das auch immer prima?
Knipphals : Klar, sie hätte sich statt meiner Reise zur WM auch einen Urlaub mit mir in den Semesterferien vorstellen können. Aber sie unterstützt mich voll.

WAZ : Noch ist nicht endgültig klar, wer bei der WM für die deutsche Staffel laufen wird – wahrscheinlich geht es zwischen Ihnen und dem Münchner Marius Broening um die zweite der vier Staffelpositionen...
Knipphals : Ich habe jetzt zweimal gegen Marius gewonnen, zuletzt beim WM-Nominierungswettkampf in Mannheim. Es würde mich schon sehr wundern, wenn ich nicht aufgestellt werde.

apa

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