Volltextsuche über das Angebot:

1 ° / -6 ° wolkig

Navigation:
„Gut, den Kopffrei zu kriegen“

WAZ-Interview „Gut, den Kopffrei zu kriegen“

Seit einem Jahr ist Nadine Keßler aus der deutschen Fußball-Nationalmannschaft nicht mehr wegzudenken. Die Kapitänin des Frauenfußball-Bundesligisten VfL Wolfsburg bildete auch beim 5:0-Auftaktsieg des Algarve-Cups gegen Island mit Teamkollegin Lena Goeßling das zentrale Mittelfeld. Vor der zweiten Turnier-Partie heute (17.10 Uhr, live auf Eurosport) gegen China sprach WAZ-Sportredakteur Robert Schreier mit der 25-Jährigen.

Voriger Artikel
Holt Lupo dieersten Punkte?
Nächster Artikel
Der AZ/WAZ-Fußballkalender

Mit der deutschen Nationalmannschaft unter Palmen: VfL-Kapitänin Nadine Keßler ist beim Algarve-Cup Stammspielerin, macht sich aber auch Gedanken über ihren Verein.

Quelle: CP24

WAZ: Das erste Spiel deutlich gewonnen - wie zufrieden waren Sie mit der Leistung?

Keßler: Ich war sehr zufrieden. Wir haben vieles von dem umgesetzt, was wir uns vorgenommen hatten. Dass noch nicht alles rund läuft, ist klar. Aber bei der EM hatten wir uns gegen Island zum Beispiel noch schwerer getan.

WAZ: Liegt das auch an einer neuen Spielausrichtung?

Keßler: Bei uns ist die klare Ansage: Ballbesitz ist das Wichtigste. Den wollen wir so lange wie möglich haben. Daraus ergeben sich dann viele Pass-Stafetten, Bälle in die Tiefe, und das sieht dann auch ganz gut aus.

WAZ: Nun geht’s gegen China...

Keßler: Die werden uns mehr abverlangen. Die Chinesinnen spielen einen technisch besseren Fußball und haben nicht umsonst Norwegen geschlagen.

WAZ: Die Bundestrainerin sprach von einem Turnier, bei dem viel getüftelt wird. Ist Ihnen da wichtig, ins Finale einzuziehen?

Keßler: Uns ist extrem wichtig zu sehen, wo wir jetzt stehen. Daher steht die Entwicklung der Mannschaft im Vordergrund. Auf der anderen Seite wollen wir natürlich auch jedes Turnier gewinnen, an dem wir teilnehmen.

WAZ: Fühlen Sie sich inzwischen auch als Stamm- und Führungsspielerin in der Nationalelf?

Keßler: Ich fühle mich sehr wohl und wirke auch hier positiv auf die Mitspielerinnen ein. Sicherlich habe ich im vergangenen Jahr meistens von Anfang an gespielt. Aber ich würde bei der Nationalmannschaft nie von einem Stammplatz sprechen. Ich hoffe, dass es so gut weitergeht, aber das klappt nur, wenn die Leistung im Verein stimmt.

WAZ: Der VfL hat zuletzt zwei Spiele nicht gewonnen, ist auf den dritten Tabellenplatz zurückgefallen. Waren Sie froh, dass Sie erst mal zur Nationalmannschaft konnten?

Keßler: Keine Frage, wir haben eine schwierige Phase beim VfL. Da tut es mal gut, raus zu kommen und den Kopf frei zu kriegen. So können sich die Nationalspielerinnen auf anderer Ebene auch wieder neues Selbstvertrauen holen.

WAZ: Woran liegt es, dass es gerade diese schwierige Phase gibt?

Keßler: Man könnte sagen, es ist das erwartet schwere Jahr und hier und dort fehlt auch das Glück. Aber das sind nicht die Hauptgründe. Wir spielen einfach nicht gut. Fast alle Spielerinnen waren zuletzt nicht in Topform. Woran das liegt, kann ich nicht sagen. Aber dass es dann mal schlecht läuft, ist klar. Dennoch haben wir nur ein Spiel verloren und noch gute Möglichkeiten. Mein Gefühl sagt mir, dass in der Bundesliga noch etwas passiert.

Voriger Artikel
Nächster Artikel