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Gipfeltreffen vorm Halbfinal-Knaller

Frauenfußball Gipfeltreffen vorm Halbfinal-Knaller

Am Samstag (14 Uhr) steigt das Halbfinal-Hinspiel in der Champions League. Die Fußballerinnen des VfL müssen zunächst in Potsdam antreten. Ein großes Spiel. Die WAZ und die Märkische Allgemeine, die über Turbine berichtet, baten vorher zwei Ausnahmespielerinnen beider Mannschaften zum Gipfeltreffen. Im Städtchen Ziesar, also auf halber Strecke, begegneten sich Wolfsburgs Torjägerin Conny Pohlers und die Potsdamer Kapitänin Stefanie Draws. Beide spielten ein Jahr zusammen bei Turbine. Am Kickertisch fiel keine Entscheidung zwischen den beiden. Im Doppelinterview mit den Redakteuren Robert Schreier und Sebastian Morgner ging‘s dafür schön hin und her.

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Treffen auf neutralem Platz: VfL-Torjägerin Conny Pohlers (l.) und die Potsdamer Kapitänin Stefanie Draws trafen sich vor dem Champions-League-Halbfinale auf halber Strecke in Ziesar – am Kickertisch fiel noch keine Vorentscheidung.

Quelle: Foto): Julian Stähle

WAZ: Lyon ist schon raus, da klingt Wolfsburg gegen Potsdam eher nach Endspiel als nach Halbfinale...

Draws: Dass beide deutsche Mannschaften vor dem Finale gegeneinander spielen, ist schon etwas schade.

Pohlers: Ja, es stimmt - das könnte ein vorgezogenes Finale sein. Aber leider treffen wir jetzt schon aufeinander. Das ist ein bisschen ärgerlich. Da hätte die UEFA mal besser losen können.

WAZ: Ist der Sieger des Duells dann auch der große Favorit fürs Finale?

Pohlers: Ich weiß nicht, wie gut etwa Tyresö drauf ist. Aber Fakt ist: Ich hätte im Halbfinale lieber gegen jede andere Mannschaft als Potsdam gespielt.

WAZ: Weil Turbine so stark ist?

Pohlers: Ich gebe die Favoritenrolle gern ab. Auf dem Papier sind wir vielleicht für viele etwas besser, aber es ist definitiv ein Duell auf Augenhöhe.

Draws: Wolfsburg ist schon der Favorit. Die haben immerhin vor einem Jahr alles gewonnen. Sie haben mehr Druck, den Titel zu verteidigen. Der VfL hat so viele gute Einzelspielerinnen, das beste zentrale Mittelfeld der Liga. Und er ist sogar auf der Bank stark besetzt - nicht wahr, Conny? Du bist immer für ein Tor gut...

Pohlers: Wenn du das zulässt, gern. Ich hoffe natürlich, dass ich spiele. Aber wie gesagt, einfach wird es gegen Potsdam nicht. Die können laufen, 90 Minuten und länger. Rennen, kämpfen, aggressiv spielen - das ist die Potsdamer Schule. Ich hoffe, wir können dagegen halten und bekommen eine gute Schiedsrichterin, die nicht jeden Pups abpfeift.

WAZ: Also ist am Ende entscheidend, wer den größeren Willen hat?

Draws: Natürlich spielt der Wille eine Rolle, aber es kommt auch drauf an, nicht nervös zu werden. Es werden zwei Spiele auf Augenhöhe sein, die von einer Einzelnen entschieden werden können oder wo am Ende auch das Quäntchen Glück den Ausschlag geben kann.

Pohlers: Ich glaube, der Wille unterscheidet sich nicht. In diesen Spielen gehen nur 150 Prozent! Für uns wäre im Hinspiel ein Auswärtstor schon ganz gut. Vielleicht ist es ja ein Vorteil, dass wir das Rückspiel zu Hause haben.

Draws: Dafür haben wir aber zuerst unsere Fans im Rücken. Die werden uns nach vorn peitschen.

WAZ: Stichwort Atmosphäre - ist die Champions League etwas Besonderes im Vergleich zu Spitzenspielen in der Bundesliga?

Draws: In der Liga geht es darum, mindestens den zweiten Platz zu erreichen. In der Champions League musst du dich auf wenige entscheidende Spiele fokussieren.

Pohlers: Hey, das ist die Königsklasse, das sagt schon alles! Da kann man die beste Mannschaft Europas werden. Wer will das nicht? Für mich ist es immer wieder ein Traum, dort zu spielen.

Draws: Wir merken ja auch im Training, dass das Halbfinale etwas Besonderes ist.

WAZ: Warum das?

Draws: Seit die Auslosung ergeben hat, dass wir im Halbfinale gegen Wolfsburg spielen, haben wir das Training umgestellt. Wir haben noch mal angezogen und konzentrieren uns unter anderem auch auf die Stärken des VfL.

Pohlers: Wir machen zwar nichts anders im Training - aber wir wissen auch, dass wir noch was erreichen müssen. Wir sind in der Liga aktuell nur Dritter. Um international zu spielen, müssen wir unter die ersten Zwei kommen oder die Champions League gewinnen.

WAZ: Dann bleibt nur die Frage, wie geht das Hinspiel am Samstag aus?

Pohlers: Ich wünsche mir einen 2:0-Sieg.

Draws: Ein Sieg ohne Gegentor wäre eine gute Ausgangsposition.

Pohlers: Ach, ich mache auch gern im Rückspiel das entscheidende Tor. Wenn wir zweimal gewinnen, schaue ich mir die Siege aber auch von draußen an, kein Problem.

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