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Gepatzt, gewonnen und dann gesungen

Frauenfußball Gepatzt, gewonnen und dann gesungen

Als es darum ging, den Finaleinzug in der Champions League zu feiern, ging sie am Sonntag voran. Almuth Schult stand mit einem Mikrofon zwischen Fans und Mitspielerinnen und gab die Vorsängerin. Vergessen war der Patzer der Wolfsburger Torhüterin im Halbfinale gegen Potsdam - es war nicht ihr erster in dieser Saison.

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Gepatzt: Mit diesem Fehler gegen Asano Nagasato verschuldete Almuth Schult (r.) das zweite VfL-Gegentor gegen Potsdam.

Quelle: CP24

Es war die Szene, die für Lacher bei den einen und eine Schockstarre bei den anderen sorgte. Vor dem 2:1 für Turbine im Halbfinal-Rückspiel hatte Schult schwer gepatzt. „Fakt ist, dass ihr solch ein Fehler auf dem Niveau nicht passieren darf“, sagt VfL-Trainer Ralf Kellermann, der vor der Saison unbedingt die Nummer 2 der deutschen Nationalelf hatte verpflichten wollen und Alisa Vetterlein zum morgigen Gastgeber Hoffenheim ziehen ließ.

Seitdem zeigt Schult in Wolfsburg das ganze Spektrum - von souveräner Strafraumbeherrschung mit tollen Paraden bis hin zu schlimmen Aussetzern. Aber: Sie geht fantastisch mit schwierigen Situationen um - so auch nach dem Sonntags-Patzer. „Das war ein Abstimmungsproblem und sieht blöd aus. Ich bin der Mannschaft dankbar, dass sie mich aus dem Mist gezogen hat“, erzählte die Torhüterin nach der Partie. Als wäre nichts gewesen - so spielte sie auch weiter, machte nach dem Fauxpas einen unfassbar sicheren Eindruck. „Die Frage bei Torhütern ist immer, ob man einknickt“, zollt Kellermann, einst selbst Keeper, Respekt. „Ich hätte nach solch einem Fehler früher nicht das Mikro vor den Fans genommen.“

Für Schult aber war das keine Frage. „Bei sowas sage ich nicht Nein. Ich fühle so viel Rückhalt im Verein und war richtig schnell beim VfL angekommen“, sagt sie. Dass sie nun im Champions-League-Finale steht, sieht sie als „Belohnung für die tägliche Arbeit“. Dafür sei sie nach Wolfsburg gewechselt: „Das ist für mich der große Schritt gewesen, den ich mir erhofft hatte. Ich hoffe, dass man in den nächsten Jahren bei mir die Entwicklung auch sieht.“

rs

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