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Phil Grolla zur WM: „Ich kann eigentlich alles“

Leichtathletik Phil Grolla zur WM: „Ich kann eigentlich alles“

Fallersleben. Freude im Hause Grolla in Fallersleben: Phil Grolla (15) ist für die Weltmeisterschaften für Leichtathleten mit Handicap nominiert worden. Ende Juni geht es los nach Prag. Bescheidene Hoffnung: „Eine Medaille wäre schön“, sagt der Gymnasiast, der ohne linken Unterarm geboren wurde.

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Multi-Talent: Der Fallersleber Phil Grolla ist für die WM für Leichtathleten mit Handicap nominiert worden.

Quelle: Sebastian Bisch

Ein echtes Handicap war das für Grolla, dessen Eltern gute Handballer waren, aber nie. „Ich hatte deswegen nie Probleme und ich kann eigentlich alles“, sagt er. Etwa in seiner Freizeit, wenn er mit der Playstation Fifa zockt. Da hat er es auch schon mal in Liga eins gebracht. Nicht mit links. Mit rechts. Nur mit rechts.

Mit rechts schleudert Grolla den Diskus. Auf über 47 Meter. Damit ist er in Niedersachsen Zweitbester seines Alters - unter den Aktiven ohne Handicap wohlgemerkt. Die Kugel stößt er über 12 Meter weit, über 100 und 200 Meter ist er ebenfalls stark. Was er in Prag bestreiten wird, muss der Verband noch befinden. Am liebsten alles“, sagt Phil Grolla. „Aber auf jeden Fall Diskus und Kugel.“

Mit fünf Jahren hatte der Fallersleber mit Leichtathletik begonnen, noch früher, „im Kindergarten“, mit Fußball. Da ist er auch nicht schlecht, kickt in der Landesliga. Dreimal in der Woche trainiert er Leichtathletik, jeden Montag auch im Leistungszentrum in Hannover. Dazu gibt es zweimal Fußball-Training. Zuviel wird es ihm nie. Vater Jürgen: „Wir haben es immer nach dem Prinzip gehalten, wenn es keinen Spaß macht, soll er es lassen.“ Das ist nicht absehbar. Grolla: „Es macht mir einfach Spaß.“

Bei den Sprintdisziplinen benutzt er eine Prothese zum laufen, sonst könnte er nur schwerlich starten. Bei den Wurfdiszplinen benutzt er keine. Im richtigen Leben auch nicht. Grolla ist locker, steigert sich Jahr um Jahr. Wirft er den Diskus noch zwei Meter weiter, kann er sogar zur DM für Sportler ohne Handicap. „Das könnte passieren“, sagt er, „aber jetzt freue ich mich erst einmal auf meinen ersten internationalen Einsatz, die WM und das Trainingslager samt Einkleidung nächste Woche im Bundesleistungszentrum Kienbaum.“

von Jürgen Braun

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