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Der Schuhhändler als Karriere-Berater

Frauenfußball Der Schuhhändler als Karriere-Berater

Das ist mal ein etwas anderer Typ in den Reihen von Frauen-Fußball-Bundesligist VfL Wolfsburg! Isabel Kerschowski zählt zur als aussterbend geltenden Gattung Straßenfußballerin – so wurde sie entdeckt. Und: Sie trägt ihr Herz auf der Zunge. Eine Berliner Göre mit Berliner Schnauze. Direkte Art, aber nicht oberflächlich.

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Konzentriert beim Leistungstest: VfL-Zugang Isabel Kerschowski.

Quelle: Photowerk (bas)

In Leverkusen war die Fußballerin, die in Marzahn mit dem Klubfußball begonnen hatte, durchgefallen. Mit dem Coach war sie nicht mehr auf einer Wellenlänge gewesen. „Wir können uns da den Schwarzen Peter gegenseitig zuschieben. Bringt nur nix“, sagt sie. Schaut lieber nach vorn. Die gelernte Tischlerin, die sich ihren letzten Kleiderschrank selbst gefertigt hatte, möchte die Leverkusen-Erfahrung nicht missen. „Ich war Führungsspielerin, Kapitänin.“ Zum VfL komme sie jetzt nicht mit Ansprüchen: „Ich weiß, dass ich hier nicht die Schnellstraße nehmen kann.“ Aber: „Ich stelle mich auch nicht hinten an.“

Kerschowski ist offensiv flexibel und schnell. Das Herz auf der Zunge, aber trotzdem nachdenklich, bodenständig – das spürt man, wenn sie über Zwillingsschwester Monique redet. „Als ich aus Potsdam wegging, hatte ich das Gefühl, sie zurückzulassen.“ Gemeinsam hatten sie begonnen, als der Schuhhändler in ihrer Straße die Eltern überredet hatte, sie im Verein anzumelden. Monique musste nach vielen Verletzungen aufhören.

Nun muss Isabel allein weiter. Die Schwester kommt zum ersten Spiel in Wolfsburg. Erzählt die Schwester. Und in ihrem Gesicht steht, wie sehr sie sich freut.

rau/rs

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