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Sieg beim Britannia-Cup: Well done, Mr. Imort!

Rudern: Ein Steinhorster ist nicht zu schlagen Sieg beim Britannia-Cup: Well done, Mr. Imort!

Henley-on-Thames. Er hat sich in Schale geworfen. Obwohl die Begegnung mit dem Objekt der Begierde nur kurz ist. Knapp 20 Minuten darf Dominic Imort in seinem blauen Sakko in ihrer Nähe sein, bekam dafür extra eine Eintrittskarte. Ein bisschen in der Hand halten, Fotos fürs Familienalbum - und schon verschwindet die Schönheit wieder.

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Das Objekt der Begierde: Dominic Imort (2. v. r.) und seine Kollegen mit dem Britannia-Cup.

Die Schönheit ist der Britannia-Cup. Ihn hat der Steinhorster mit dem RTHC Leverkusen im Vierer mit Steuermann bei der Henley-Royal-Regatta, dem ältesten Ruderrennen der Welt, gewonnen. Behalten darf er den Pokal indes nicht. „Dafür ist er zu wertvoll“, so Imort nach dem kurzen Treffen mit der Trophäe.

Bereits seit 1839 duellieren sich die Männer mit ihren Booten im Kampf um die Pokale auf der Themse - und es ist längst auch ein gesellschaftliches Ereignis. Natürlich very british. Die Damen winken vom Ufer mit extravaganten Hüten, die Herren verfolgen die Rennen in Sakkos mit - nennen wir es mal so - ausgefallenen Farben.

Geboten wird großer Sport. Auch von Imort. Dabei konzentrierte sich der Steinhorster nach der verpassten Olympia-Teilnahme für London 2012 aufs Studium und ist jetzt als Arzt in einer Esslinger Kinderklinik in der Nähe von Stuttgart tätig. Doch das Rudern ließ ihn trotzdem nicht los. „Ich trainiere täglich individuell, ansonsten ging‘s in jeder freien Minute nach Köln zum Teamtraining“, schildert der Leistungssportler.

Ebenso wenig wie das Rudern ließ ihn England los. „Es war bereits mein vierter Start bei dieser Regatta“, sagt der 27-Jährige. Zweimal stand er zuvor in den Finals. Zum Sieg hatte es nicht gereicht. Bis jetzt.

Wer Druck sucht, findet ihn hier: Bei jedem Rennen heißt es siegen oder fliegen, da aufgrund der geringen Breite der Strecke immer nur zwei Boote gegeneinander fahren. Zunächst warf der Steinhorster mit seinem Team den London Rowing Club raus, danach den Upper Thames Rowing Club.

Die Vorschlussrunde? Das vorweggenommene Finale! Imort: „Der Thames Rowing Club war in diesem Jahr unbesiegt.“ Wobei die Betonung auf „war“ liegt. Die Deutschen gewannen mit über einer Länge Vorsprung, hatten danach auch im Finale mit dem Londoner Sport Imperial Boat Club keine Probleme.

„Das ist das Größte, was ich jemals erreicht habe“, sagt Imort. Dass er die Trophäe nur kurz in Augenschein nehmen durfte, ist kein Problem. Eine Medaille erinnert ihn an seinen Triumph - und viele Fotos. Der Mann mit dem blauen Sakko und dem riesigen Pokal in der Hand ist tatsächlich er. Well done, Mr. Imort!

von Maik Schulze

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