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Robin Pieper: „Olympia in Tokio klingt machbar“

Stabhochsprung Robin Pieper: „Olympia in Tokio klingt machbar“

Köln. Die Fernsehkameras der ARD sind aus, der Alltag hat Robin Pieper wieder. Als Jüngster im Feld war der Meinerser Stabhochspringer nur knapp an DM-Bronze vorbeigeschrammt. Kurz nach seinem Höhenflug musste er sich wieder irdischen Dingen zuwenden.

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Robin Pieper (Dritter von rechts) freute sich bei der DM über Unterstützung aus seinem Ex-Verein LG Peiner Land. Unter anderem feuerten ihn Marvin Hacke (von rechts), Zwillingsbruder Jan und Linus Hoefer (links) in Kassel an.

„Ich habe an einem Uni-Vortrag für Periodiesierungskonzepte in der Trainingsplanung gearbeitet und war noch ein bisschen in der Muckibude“, erzählt der 21-Jährige, der vor fast zwei Jahren für sein Sportstudium in Köln nach Leverkusen gewechselt war. Jetzt feierte er seine DM-Premiere. Sportredakteur Christian Meyer sprach mit ihm über...

...Muffensausen vorm ersten DM-Start bei den Erwachsenen: „Die Nacht davor habe ich noch gut geschlafen. Aber als ich mir den Frauen-Wettkampf angesehen habe, ist mein Puls dann doch auf 180 gestiegen. Ich habe erst mal registriert, wie voll es im Stadion ist, das war schon krass. Und als wir dann aus dem Callroom für unseren Wettkampf aufgerufen wurden und gemeinsam ins Stadion gegangen sind, fühlt man sich plötzlich ganz schön klein. Aber es war eine positive Nervosität, ich hatte richtig Bock auf den Wettkampf.“

...Platz vier mit 5,35 Meter: „Der vierte Platz ist mega, damit muss ich zufrieden sein, zumal das mit der Höhe nicht selbstverständlich ist. Ich bin gut mit den schweren Windbedingungen klargekommen und habe meine Bestleistung eingestellt. Klar, hat nicht viel für Bronze gefehlt, aber als Karsten Dilla dann im dritten Versuch doch noch über 5,35 Meter gekommen ist, habe ich mich für ihn auch gefreut.“

...Trainer Jörn Elberding: „Der ist auch Bundestrainer. Er ist super cool im Umgang mit seinen Athleten und hat unheimlich viel Wissen. Er ist ein Kumpel-Typ, der aber auch mal laut werden kann, wenn ihm etwas nicht passt. Bei mir hat er es mit seiner lockeren Art geschafft, mir meine Verkrampftheit zu nehmen und nach der Seuchensaison mit den Verletzungen den Spaß zurückzubringen.“

...seinen neuen Klub Bayer 04 Leverkusen: „Es war der richtige Weg für mich. Die Infrastruktur ist mit meinen Trainingsbedingungen in Edemissen und Meinersen überhaupt nicht vergleichbar. Wir haben zum Beispiel gleich drei Stabhochsprunganlagen, man kann also fast aus jeder Windrichtung springen. Die Anlagen sind mit 20 Highspeed-Kameras ausgerüstet, es gibt sogar Messplatten im Einstichkasten, die anzeigen, wie viel Druck wir auf den Stab beim Absprung ausüben. Die Geschwindigkeit des Anlaufs können wir auch messen.“

...sein zurückgekehrtes Selbstvertrauen: „In den ersten beiden Wettkämpfen in dieser Saison habe ich Bestleistungen geschafft, dann spürte ich: Jetzt geht was. Ich habe gelernt, mir Gelassenheit anzuarbeiten. Und es läuft auch gut, weil es mir privat einfach gut geht. Das Studium ist cool und die anfängliche Angst, vielleicht in Leverkusen nur einer von vielen zu sein, war unbegründet. Ich werde super betreut und unterstützt.“

...seine Zukunft als Stabhochspringer: „Für Rio reicht es nicht, aber die Olympischen Spiele in Tokio sind schon mein Ziel. Für die Norm müsste ich noch 35 Zentimeter höher springen. Und 35 Zentimeter in vier Jahren - das klingt machbar. Ohnehin finde ich, wer sich im Leistungssport keine größeren Ziele setzt, der kann es auch direkt lassen. Ich möchte in dieser Saison gern die Bundeskader-Norm von 5,40 Meter springen, dann gibt es andere Fördermittel. Und wenn ich es schaffe, die U23-EM nächstes Jahr noch mitzunehmen, wäre das auch cool.“

...das mögliche Olympia-Aus für Russlands Leichtathleten: „Das ist ein Zeichen im Kampf gegen Doping. Und russische Athleten, die regelmäßige Dopingtests nachweisen können, sollen ja starten dürfen, das ist eine gute Lösung. Ich musste kurioserweise noch nie eine Dopingprobe abgeben. Das geht vermutlich los, wenn ich die Kader-Norm geschafft habe. Auch wenn es sicherlich eine Belastung ist, immer anzugeben, wo man anzutreffen ist, ich mache es gern. Für einen sauberen Sport sollte Deutschland ein Vorbild sein.“

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