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Not-OP! Gutknecht-Schock in London

Boxen Not-OP! Gutknecht-Schock in London

Der Kampf um den WBA-International-Titel in London sollte für den Gifhorner Boxer Eduard Gutknecht ein Karriere-Highlight werden, doch nach der eindeutigen Punktniederlage gegen den Briten George Groves begann ein Drama. Der Wester-becker Supermittelgewichts-Profi musste mit einer Gehirnschwellung im Londoner St. Mary’s Hospital notoperiert werden. Das Wichtigste vorweg: Nach AZ/WAZ-Informationen soll Gutknecht auf dem Weg der Besserung sein.

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Große Sorgen um Eduard Gutknecht: Der Westerbecker Boxprofi wurde nach seiner Niederlage gegen den Briten George Groves in London notoperiert.

Quelle: imago sportfotodienst

Übereinstimmend hatten Medien berichtet, dass Gutknecht in der Kabine zusammengesackt sein soll. Thomas Pütz, Präsident des Bundes Deutscher Berufsboxer (BDB), sagte, Gutknechts Zustand sei ernst, aber stabil. „Wir wurden unterrichtet, dass es nach dem Kampf Gehirnblutungen bei ihm gab und eine Not-Operation erforderlich war. Wir drücken die Daumen, dass er schon bald gesund nach Deutschland zurückkehren kann“, sagte Pütz der Bild.

Gutknecht-Manager Winfried Spiering vom Wiking-Boxteam hat am Sonntagabend gegenüber der AZ/WAZ die dramatischen Nachrichten aus London aber relativiert: „Es gab keinen Zusammenbruch, keine Gehirnblutungen und auch keine Reanimierung - diese Meldungen sind Quatsch.“ Zu den Pütz-Aussagen sagt Spiering: „Er hat lediglich Vermutungen weitergesagt. Er war selbst nicht vor Ort und hat sich vom BDB-Mann in London nicht unterrichten lassen.“ Pütz hatte zuvor noch berichtet, dass Gutknecht in ein künstliches Koma versetzt wurde, aus dem er in dieser Woche erwachen solle. Das sei normal bei einer solchen Operation.

Für Gutknecht hatte sich im Kampf gegen die Nummer 3 der Welt die K.o.-Maschine Groves spätestens ab Runde vier als zu mächtig erwiesen, nach Runde sieben klaffte ein Cut über seinem rechten Auge. In der Folge war dieses stark angeschwollen und behinderte die Sicht. Gutknecht biss sich zwar bis zum Kampf-ende durch, doch in der Kabine verschlechterte sich der Gesundheitszustand des 34-Jährigen drastisch. Laut Spiering sei Eddy dann als Vorsichtsmaßnahme ins Krankenhaus eingeliefert worden - nicht etwa, wie Medien berichteten, aufgrund eines Kollapses. Dort wurde von den „sehr gründlichen britischen Ärzten“ eine Gehirnschwellung diagnostiziert und eine OP eingeleitet. Die Not-OP verlief erfolgreich, Gutknecht soll es mittlerweile zumindest besser gehen.

Doch musste es überhaupt so weit kommen? Der BDB, mit dessen Lizenz Gutknecht kämpft, hatte dem Gifhorner die Startberechtigung für den Kampf in der Wembley Arena erteilt. „Er hatte zuvor die üblichen Tests bei Ärzten durchlaufen. Es war gesund und hatte keine Vorerkrankungen“, sagte Pütz. In den sozialen Netzwerken wurde die Frage gestellt, warum Trainer Hartmut Schröder nicht das Handtuch warf, um seinen Schützling - spätestens nachdem das Auge zugeschwollen war - zu schützen. „Eddy hat zu keiner Sekunde im Ring Schwäche signalisiert. Dem Ringrichter und auch Hartmut sind keine Vorwürfe zu machen“, so Spiering.

Auch Gutknechts Weggefährte aus Amateurzeiten und Freund Vitali Boot nimmt Schröder aus der Schusslinie: „Hartmut ist ein sehr guter Mensch und Trainer. Wie ich Eddys Kämpferherz kenne, wird er ihn gebeten haben, nicht aufzugeben.“ Stattdessen übt Boot heftige Kritik am Ringrichter: „Das war eine miserable Leistung. Ich weiß, dass der Job schwer ist, aber wenn die Sicht eines Boxers so stark behindert ist, muss der Ringrichter einschreiten und den Kampf abbrechen. Und das wäre spätestens nach der neunten Runde erforderlich gewesen!“

von Pascal Mäkelburg und Yannik Haustein

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