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Nach Olympia-Aus: André Breitbarth kann wieder lachen

Judo Nach Olympia-Aus: André Breitbarth kann wieder lachen

Leiferde. Wie sich eine Olympia-Medaille anfühlt, weiß André Breitbarth jetzt. „Schwer“, berichtet der Leiferder. Daniel Jasinski hatte ihm sein Bronze im olympischen Dorf in die Hand gedrückt. Den erfolgreichen Diskuswerfer kennt das heimische Judo-Schwergewicht „aus der Eistonne“ im Trainingslager in Kienbaum. Dass er selbst in Rio eiskalt erwischt wurde und sein Medaillentraum schnell ausgeträumt war - daran hatte er zu knabbern, wie Breitbarth jetzt, einen Monat später, verrät.

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Es soll kein Olympia-Abgang für immer sein: André Breitbarth will 2020 in Tokio wieder auftauchen – den ersten nacholympischen Erfolg sammelte der Leiferder mit dem TSV Abensberg (kl. Bild).

Direkt nach seinem Wettkampf war der 26-Jährige wortkarg. Verständlich. „Ich habe schon zwei, drei Tage gebraucht, um das wegzustecken“, sagt der WM-Fünfte. Mit der Hoffnung auf eine Medaille war der Leiferder in den Flieger gen Brasilien gestiegen. Die Bruchlandung folgte auf der Matte gegen Iurii Krakovetskii. Nach 120 Sekunden war Breitbarths Traum ausgeträumt. Dass er gegen den Kirgisen unterlegen war - keine Sensation. „Ich habe gegen ihn schon gewonnen, aber eben auch verloren. Doch natürlich ist da zunächst nur Enttäuschung.“

Immerhin: Als der erste Frust verarbeitet war, konnte der Leiferder die restlichen Tage genießen. Er schaute beim Handball und Basketball vorbei, feierte im deutschen Haus mit den Fußballerinnen deren Goldmedaille. „Ich bin dann auch zufällig mit Wolfsburgs Keeperin Almuth Schult ins Gespräch gekommen“, berichtet Breitbarth. Quasi ein Treffen unter Nachbarn im fernen Rio.

Doch Brasilien ist Vergangenheit. Jenseits von Olympia feierte er bereits wieder einen Erfolg. Mit dem deutschen Rekordmeister TSV Abensberg, der freiwillig aus der 1. Bundesliga abgestiegen war, damit sich seine Olympia-Starter in der Qualizeit nicht auch noch in Liga-Wettkämpfen aufreiben müssen, gewann er in der 2. Liga Süd gegen den VfL Sindelfingen mit 9:5. Er selbst hatte mit seinem Sieg gegen Phillip Haug für Hochstimmung im TSV-Lager gesorgt.

Im ersten Kampf nach dem Saison-Höhepunkt „hat es sich etwas tapsig angefühlt, aber mein Gegner war ja nur ein 90-Kilo-Mann“, so der Leiferder, der dann aufgrund von Leistenproblemen sicherheitshalber auf seinen zweiten Kampf verzichtete. Lustig zu ging‘s auch auf der Gillamoos, einem großen Volksfest in Abensberg. Mit Breitbarth in der Lederhose.

Den Judogi streift er erst am Ende des Jahres wieder über. „Wenn im Dezember die Golden League mit Abensberg ansteht“, berichtet Breitbarth, der 2017 auch wieder international in Einzel-Wettkämpfen an den Start gehen wird.

Bis zu den nächsten Olympischen Spielen in Tokio 2020 ist es zwar noch lang hin - doch in Japan, dem Mutterland des Judosports, dabei zu sein, das ist Breitbarths Fernziel. „Meine sportliche Laufbahn ist noch nicht am Ende“, sagt der Leiferder mit einem Schmunzeln. Er kann wieder lachen.

von Maik Schulze

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