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Gwen Spellys EM-Traum ist geplatzt

Leichtathletik Gwen Spellys EM-Traum ist geplatzt

Ihr Heuschnupfen ärgerte sie diesmal nicht, doch dafür ihre Nerven: Bei der U-18-Gala des deutschen Leichtathletik-Verbands in Walldorf wollte Stabhochsprung-Talent Gwen Spelly endgültig ihr Ticket für die U-18-EM in Georgien lösen. „Doch es ist leider nicht so gelaufen, wie ich es mir erhofft hatte“, bedauerte die 17-jährige Rötgesbüttelerin.

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3,65 Meter übersprang Gwen Spelly bei der Junioren-Gala. Ganz bitter: Nur weil sie sich mehr Fehlversuche leistete, verpasste sie das EM-Ticket.

Quelle: René Weiss

Bei 3,65 Metern war für sie Endstation.

Über 3,80 m war die Rötgesbüttelerin in dieser Saison bereits geflogen und hatte damit die EM-Norm geknackt. Da das jedoch noch drei weiteren Athletinnen gelang, musste in Walldorf für die zwei EM-Tickets gesiebt werden. Die große Kulisse war der Brisanz würdig. „Wir wurden gut angefeuert, es gab eine eigene Anzeigetafel für uns. Der Wettkampf hat eigentlich Spaß gemacht - an der tollen Atmosphäre lag es zumindest nicht, dass es nicht geklappt hat“, stellte Spelly fest.

3,45 m hatte sie noch im ersten Versuch überquert und im Gegensatz zur Konkurrenz 3,55 m selbstbewusst ausgelassen, um Kraft zu sparen. Doch das Selbstvertrauen wich, als sie die Latte bei 3,65 m zweimal riss. „Klar, da wird man schon nervös“, schilderte sie. Einmal konnte sie ihre Nerven noch bändigen und flog im letzten Versuch über 3,65 m. Doch die 3,75 m wollten einfach nicht gelingen. „Mir hat die Spannung gefehlt“, analysierte das Stabhochsprung-Talent, bei dem am Ende Tränen flossen. Denn Werder-Bremen-Ass und Siegerin Kim-Michelle Schwenke (3,80 Meter) sowie Doville Scheutzow (Schweriner SC) ließen den EM-Traum des LG-Talents platzen und schnappten ihr die Tickets für Georgien vor der Nase weg. Ganz bitter für Spelly: Die Schwerinerin war ebenfalls bei 3,65 Meter gescheitert, leistete sich aber zwei Fehlversuche weniger. Die Niedersachsenmeisterin musste sich mit Rang sechs begnügen.

Der Bundestrainer suchte noch vor Ort das persönliche Gespräch mit Spelly. „Er hat mir noch einmal gesagt, dass die Saison für mich ja nicht schlecht lief.“ Auch Landestrainer Klaus Roloff tröstete die LG-Athletin und blickte mit ihr sofort nach vorn. Zusammen wollen sie die Technik verfeinern, damit sie beim nächsten großen Ziel, der DM Ende Juli in Mönchengladbach, wieder in den Medaillenkampf eingreifen kann.

„Wir haben festgestellt, dass ich beim Absprung meinen linken Arm nicht lang genug ausgestreckt lasse. Daran arbeiten wir jetzt, um mehr Kraft auf den Stab zu bringen“, erläuterte die Rötgesbüttelerin. Positiv ausgewirkt hat sich das bereits Tage später. „Ich kann bei der norddeutschen Meisterschaft jetzt ganz entspannt rangehen, vielleicht sind noch einmal 3,80 Meter drin“, so Spelly im Vorfeld der Titelkämpfe in Berlin.

Dort präsentierte sie sich in glänzender Verfassung, schaffte tatsächlich die 3,80 m und holte Silber hinter Schwenke (3,85 m). Nur für die EM-Quali kam diese Höhe leider ein paar Tage zu spät...

von Christian Meyer

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