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Gutknecht-Coach: „Brähmer ist satt“

Box-WM: Doppel-Interview Gutknecht-Coach: „Brähmer ist satt“

In neun Tagen steigt das Box-Duell um die WM-Krone im Halbschwergewicht zwischen Titelverteidiger Jürgen Brähmer (Schwerin) und dem Westerbecker Eduard Gutknecht in Neubrandenburg (live ab 22.30 Uhr in Sat.1). Doch der verbale Schlagabtausch hat längst begonnen – auch zwischen den Trainern. Hartmut Schröder (Gutknecht) und Karsten Röwer (Brähmer) bringen ihre Schützlinge im Interview in Stellung.

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Eduard Gutknecht (l.) gegen Jürgen Brähmer (r.): Noch neun Tage bis zum Duell um die WM-Krone im Halbschwergewicht.

Quelle: Imago

Das Gespräch mit Hartmut Schröder (Trainer von Eduard Gutknecht)

Hartmut Schröder, ist es für Sie eine Überraschung oder Genugtuung, dass Ihr Boxer Eduard Gutknecht am 12. März die Möglichkeit erhält, Weltmeister zu werden?
Wir sind überrascht, genau jetzt diese Chance zu bekommen. Ich muss aber sagen, dass sich Eddy diese Möglichkeit durch seine Leistungen auch verdient hat. Der Junge hat eine Rechnung mit Brähmer offen, und wir sind uns sicher, dass er sie begleichen wird!

Können Sie kurz ein paar Worte zur Vorbereitung auf Eddys große Chance verlieren?
Wir haben einen Großteil des Trainings nach Hamburg verlegt, dort im EC Boxing Gym das komplette Sparring absolviert. Leute wie der amtierende Europameister Igor Mikhalkin haben Eddy sehr gut gefordert. Wir sind bereit, uns die WM-Krone zu schnappen!

Was kann Ihrer Meinung nach den Ausschlag für einen Sieg Gutknechts über Brähmer geben?
Den Unterschied wird dieses Mal die Einstellung machen. Eddy ist einfach hungriger, bissiger, den Titel zu holen. Durch die vermeintliche Niederlage vor drei Jahren hat er einen Karriereknick erlitten. Doch im Vergleich zu früher hat der Junge bei uns einen Sprung in Sachen Moral gemacht.

Wie sieht dieser Sprung denn aus?
Er weiß, was er will und wie er es bekommt. Eddy weiß, dass dies seine letzte Chance ist und hängt sich rein, als ob es kein Morgen gäbe. Auf der anderen Seite ist Jürgen Brähmer, der Weltmeister, der schon vieles durchgemacht hat und zumeist erfolgreich war. Brähmer hat alles, doch welche Ziele verfolgt er noch? Meiner Meinung nach ist er satt. Und genau dieser Unterschied zwischen ihm und Eddy wird dieses Duell entscheiden.

In der Zuschauergunst wird Ihr Sportler in Neubrandenburg nicht unbedingt weit vorn liegen...
Wir boxen in Mecklenburg-Vorpommern vor einem Publikum, das man als ehrlich bezeichnen kann. Ich komme selbst von dort und kann daher sagen, dass wir zwar Sturköpfe sind, aber die Leistung des Besseren immer anerkennen. Brähmer hat zwar viele Fans, aber dadurch auch einen großen Druck. Ab Mitte des Kampfes wird die Stimmung umschwenken, denn der Bessere hat dann die Zuschauer in seinem Rücken. Und ich habe keinen Zweifel daran, dass das Eddy sein wird!

Das Gespräch mit Karsten Röwer (Trainer von Jürgen Brähmer)

Karsten Röwer, wer wäre der härtere Gegner für Jürgen Brähmer: Eduard Gutknecht oder Thomas Oosthuizen?
Rein vom Papier her wäre Oosthuizen mit Sicherheit der bessere Gegner gewesen. Zudem ist der Südafrikaner auch Rechtsausleger, was mit Sicherheit eine Herausforderung für Jürgen gewesen wäre. Boxen baut aber auch auf Tugenden wie Zuverlässigkeit und Disziplin auf. Daher glaube ich, dass Gutknecht der stärkere Gegner ist – jemand, der sich alles hart erarbeitet hat und für seinen Traum lebt.

War es ein großes Problem, sich nach Oosthuizens Absage kurzfristig auf einen anderen Gegner einzustellen?
Wir hatten zwar schon ein wenig bei der Pratzenarbeit variiert, doch alles andere war Grundlagentraining. Außerdem ist Jürgen ja sehr variabel, so dass er sich problemlos auf einen anderen Gegnertyp umstellen kann.

Zuletzt hatte sich Brähmer im Oktober die Schlaghand verletzt und eine geplante Titelverteidigung in Monaco absagen müssen. Wie geht es ihm?
Jürgen ist jetzt wieder in einer herausragenden Verfassung. Zu Beginn dieser Vorbereitung hatte er zwar muskuläre Probleme, da er ja die Schlaghand eine Zeit lang nicht belasten konnte, doch das war innerhalb weniger Tage ausgestanden.

Wie verläuft die Vorbereitung jetzt?
Wir sind jetzt in der Sparringsphase angelangt, wo es auch schon einmal hart zur Sache geht. Jürgen ist sehr zufrieden, da seine Trainingskollegen die nötige Gegenwehr zeigen. Hoffen wir mal, dass Gutknecht im Ring zumindest anfangs dagegenhalten kann.

Duell Nummer 1 zwischen Brähmer und Gutknecht wurde von vielen Fans und Experten knapper gesehen, als das Urteil der Punktrichter es vermuten ließ. Was erwartet uns am 12. März?
Die Zuschauer werden einen großartig aufgelegten Jürgen Brähmer erleben, eventuell ein spektakuläres Ende. Ich glaube ganz ehrlich nicht, dass Eddy eine echte Chance haben wird. Jürgen ist in seinem Rhythmus, das Gefühl für die Distanz ist da, die Feinmotorik und, und, und. Damals kam er aus einer längeren Pause zurück und hat knapp, aber verdient gewonnen. Diesmal wird es ein klares Ergebnis geben.

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„Eddy hat keine Chance“ - diese Aussage von Karsten Röwer, Trainer des Titelverteidigers Jürgen Brähmer, sorgt für verbale Reaktionen im Lager des Westerbeckers Eduard Gutknecht, der am 12. März in Neubrandenburg gegen den Schweriner um den WBA-WM-Titel im Halbschwergewicht boxt.

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