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Erke und Coppi: Der Pizza-Gipfel der Aufstiegstrainer

MTV Gifhorn und Lupo/Martini Erke und Coppi: Der Pizza-Gipfel der Aufstiegstrainer

Wolfsburg/Gifhorn. Beide sind mit ihren Klubs aufgestiegen. Uwe Erkenbrecher spielt mit Landesliga-Meister MTV Gifhorn künftig in der Oberliga, Francisco Coppi mit Oberliga-Titelträger Lupo/Martini Wolfsburg in der Regionalliga. Bei Pizza Tonno, Pizza Prosciutto und einem Gläschen Rotwein sprachen beide Trainer mit der AZ/WAZ über die aktuellen Erfolge, die Zukunft - und über ihre gemeinsame Vergangenheit.

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Trainergipfel im „La Fontana“: Uwe Erkenbrecher vom MTV Gifhorn und Francisco Coppi von Lupo/Martini Wolfsburg stoßen auf ihre Aufstiege an.

Quelle: Gero Gerewitz

AZ/WAZ: Sie treffen sich hier nicht zufällig auf eine Pizza, oder?
Erkenbrecher: Nein, wir kennen uns ja auch schon seit fast 25 Jahren, da spricht man immer mal wieder gern miteinander.
Coppi: Und ich war ja mal sein Spieler...

AZ/WAZ: Erinnern Sie sich noch an diese ersten Kontakte?
Erkenbrecher: Das muss 1991 gewesen sein, ich glaube im Porschestadion. Damals spieltest du mit Lupo in der Bezirksliga, ehe du zum VfL kamst.

AZ/WAZ: Wie sind Sie auf Coppi aufmerksam geworden?
Erkenbrecher: Wir sind mit dem VfL in die 2. Liga aufgestiegen, und der damalige Manager Peter Pander sagte mir, dass es da einen italienischen Spielmacher bei Lupo gibt, den ich mir unbedingt anschauen sollte. Und dann habe ich ihn mir angeschaut.
Coppi: Ach? Dass du mich damals gescoutet hast, habe ich wirklich nicht mitbekommen.

AZ/WAZ: Und dann kam der Wechsel 1992 zustande - allerdings blieben Sie ohne Zweitliga-Einsatz...
Coppi: Ja, das war trotzdem eine interessante und vor allem lehrreiche Zeit für mich, die ich nicht vergessen werde.
Erkenbrecher: Technisch war Francisco ein überdurchschnittlicher Spieler. Hätte er noch mehr Tempo gehabt, wäre das gut gewesen. So war es aber leider knapp für ihn.

AZ/WAZ: Ihre VfL-Zeit war dann nach nur einem Jahr zu Ende...
Coppi: So war es leider. Beim VfL waren viele Vollprofis, aber einige auch nur Halbprofis, wie ich. Es war nicht einfach, Fußball und Arbeit unter einen Hut zu bekommen. Deswegen hatte ich mich dann entschlossen, zu Lupo zurückzugehen.

AZ/WAZ: Auch für Sie lief es in der Saison 1992/93 nicht gut beim VfL...
Erkenbrecher: Richtig. Wir hatten im Februar 1993 zwei Spiele hintereinander verloren - und schon war ich entlassen.

AZ/WAZ: Und jetzt stehen Sie beide vor neuen Herausforderungen in einer neuen Liga...
Erkenbrecher: Ich kenne die Oberliga noch nicht gut. Aber wir werden versuchen, mitzuspielen. Auf ein System haben wir uns noch nicht festgelegt, da wollen und werden wir variabel agieren.
Coppi: Wir werden als Aufsteiger nicht unbedingt das Spiel machen müssen. Aber im Trainingslager in Duisburg möchte ich verschiedene Systeme einstudieren. Was wir dann machen, wird natürlich auch vom Gegner abhängen.

AZ/WAZ: Apropos Gegner. Sie haben Derbys gegen den VfL Wolfsburg II. Freuen Sie sich darauf?
Coppi: Ich hatte es schon vor Wochen gesagt, dass ich dem VfL II den Aufstieg in die 3. Liga gönne. Schade, dass es nicht geklappt hat.

AZ/WAZ: Und für Gifhorn geht mit Lupo der einzige Derby-Kandidat verloren...
Erkenbrecher: Ja, leider ist es so. Aber Francisco hat es mit Lupo absolut verdient, in der Regionalliga zu spielen. Seine Mannschaft hatte den Vorteil, dass sie in ihrer Entwicklung in den letzten Jahren häufig weit oben mitgespielt hat. Und jetzt war sie einfach dran.

AZ/WAZ: Herr Erkenbrecher, Sie haben viele Vereine trainiert, davon einige Erstligisten im Ausland, in Deutschland unter anderem auch Regionalligisten. Werden Sie ihrem Kollegen Tipps geben?
Erkenbrecher: Ich glaube, das ist nicht nötig. Er ist so erfahren, ist als Trainer schon lange dabei, da braucht er keine Tipps von anderen. Wenn es aber spezielle Fragen gibt - klar werden wir dann miteinander sprechen.

AZ/WAZ: Sie waren fünf Jahre mit Lupo in der Oberliga, hätten Sie Tipps für Uwe Erkenbrecher?
Coppi: Ich habe die Liga in dieser Zeit gut kennengelernt. Klar gebe ich mein Wissen gerne weiter, gar kein Problem.
Erkenbrecher: Mach‘ das, das wäre schon sehr hilfreich für uns. Denn es ist nicht so einfach, sich auf die Gegner vorzubereiten - denn um in der Oberliga Spiele zu beobachten, etwa in Jeddeloh oder in Spelle-Venhaus, ist man ja fast zwei Tage unterwegs.

AZ/WAZ: Wird Lupo die Klasse halten können?
Erkenbrecher: Ich denke schon. Der Vorstand arbeitet gut, der Trainer ist lange dabei. Zudem arbeitet Lupo so ein bisschen auch im Schatten des VfL. Das ist sicher ein Vorteil, mit so einem Klub im regelmäßigen Austausch zu stehen.
Coppi: Ich danke dir für das Vertrauen, aber wir sehen das natürlich ganz realistisch: Für uns ist die Regionalliga schon ein richtig großes Abenteuer, das ist ja gar keine Frage. Aber wir werden mit viel Ehrgeiz und unserem wirklich guten Teamgeist alles daran setzen, drin zu bleiben. Ich bin mir sicher, meine Jungs schaffen das. Und wir werden unsere verschiedene Kontakte, wie etwa den zum VfL, weiter pflegen.

AZ/WAZ: Und was trauen Sie dem MTV zu, wird er sich in der Oberliga halten können?
Coppi: In den letzten Jahren konnten wir feststellen, dass die Meister der Landesliga Braunschweig immer eine Bereicherung für die Oberliga waren. Und das wird der MTV auch sein - dafür wünsche ich Uwe und seinen Jungs alles Gute.

von Dieter Kracht

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