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André Breitbarth hebt ab in Richtung Traumziel

Olympische Spiele André Breitbarth hebt ab in Richtung Traumziel

Leiferde. Seit André Breitbarth als Judo-Talent die ersten Erfolge feierte, hegte er den Traum von Olympia. Heute, um 18.50 Uhr, kommt er der Erfüllung näher, dann hebt der Leiferder ab. Per Flieger geht‘s von Hannover aus in Richtung Wunschziel: Rio de Janeiro, Austragungsort der Olympischen Spiele 2016. „Dass ich mich dafür qualifiziert habe“, so der sympathische Schwergewichtler, „werde ich wohl erst richtig realisieren, wenn ich vor Ort bin.“

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Heute geht‘s los! Der Leiferder André Breitbarth fliegt mit dem Judo-Nationalteam nach Rio, zurückkehren möchte er am liebsten mit einer Olympia-Medaille.

Quelle: Guillaume Horcajuelo

Die jahrelange Schinderei hat sich bezahlt gemacht. Der 26-Jährige steht vor seiner Olympia-Premiere, darf am 12. August in Brasilien auf die Olympia-Matte gehen. Zuletzt gab‘s jedoch eine kleine Schrecksekunde: Im Trainingslager in Spanien verletzte er sich an der Leiste. „Das war natürlich nicht optimal, jetzt ist‘s aber wieder okay“, so Breitbarth. „Ich fühle mich gut.“ Daher kann er sich - was seine sportliche Zielsetzung angeht - nicht recht mit dem olympischen Gedanken („Dabei sein ist alles“) anfreunden: „Ich möchte nicht mit leeren Händen heimkehren.“

Eine Medaille soll also her. Schwierig, aber machbar. Der Leiferder: „Ich habe eigentlich schon gegen jeden der Gegner verloren, jedoch auch gegen jeden gewonnen.“ Auf einen trifft letzteres nicht zu - auf Teddy Riner. Der französische 2,04-Meter-Hüne, das Nonplusultra im Schwergewichts-Judo, ist seit einer gefühlten Ewigkeit ungeschlagen. Breitbarth beeindruckt: „Er ist ein Phänomen!“

Und dem will er in Brasilien möglichst lange aus dem Weg gehen, zumal er keinen Setzplatz bekommt. „Es wäre toll, wenn ich frühestens im Viertelfinale auf Teddy treffen würde“, erklärt der 26-Jährige. „Dann hätte ich im Falle einer Niederlage noch die Chance auf Platz drei.“

Und damit auf das erhoffte Edelmetall. Andreas Tölzer, seinem deutschen Vorgänger in dieser Gewichtsklasse, war das 2012 in London mit Bronze gelungen. Breitbarth: „Wenn ich ebenfalls eine Medaille holen würde, wäre das riesig.“ Einen Traum hat er sich mit dem Olympia-Start schon erfüllt. Vielleicht klappt es ja auch mit dem zweiten...

von Nick Heitmann

Viel Zuspruch in der alten Heimat

Die Leiferder stehen hinter ihrem Olympia-Teilnehmer André Breitbarth. Dass es sich dabei nicht um eine Floskel handelt, durfte der Judo-Schwergewichtler auch am vergangenen Mittwoch erfahren. Bei einer Stippvisite des 26-Jährigen, der heute nach Rio de Janeiro reist (siehe Text rechts), gab‘s in der alten Heimat reichlich Zuspruch.

Leiferde drückt seinem sportlichen Aushängeschild die Daumen. Im Schaukasten der Gemeinde hängen Plakate mit Breitbarths Konterfei, finanziell unterstützt wird er ebenfalls (AZ berichtete). Nun folgte im Rahmen der Sportwoche der SV Leiferde die nächste Aktion – der Judoka gewährte Einblicke in seine Sportart. Eigentlich sollte das Ganze bereits drei Tage vorher in der Pause des Fußball-Testspiels zwischen der SVL und dem MTV Gifhorn über die Bühne gehen, „aber da war ich noch im Trainingslager in Kienbaum“, so das Judo-Ass. Also wurde die Veranstaltung verschoben.

Am Erfolg derselben änderte das nichts. „Es hat richtig Spaß gemacht“, sagt Breitbarth. Während die SVL-Sportler Ruven Minoli und Paul Gräter dem Publikum den Ablauf eines Judokampfs demonstrierten, gab der Olympia-Starter per Mikro fachkundige Kommentare, bewies auf der Matte dann aber auch selbst sein Können. „Ich glaube, die Aktion ist gut angekommen, es hat sich zumindest niemand beschwert“, so der 26-Jährige schmunzelnd. „Es gab viel Applaus, auch zwischendurch.“

Doch nicht nur das sorgte bei ihm für Freude. Breitbarth, der mittlerweile in Hannover lebt, nutzte die Gelegenheit, um mit alten Bekannten und Freunden zu plaudern. „Dazu komme ich ja sonst eher selten, wenn ich am Wochenende mal zu Hause bin“, so der Weltklasse-Judoka. „Das war richtig schön.“ Dass ihm als Olympia-Einzelstarter ein Zuschauer „viele Medaillen“ wünschte, quittierte er mit einem Lächeln: „Also eine würde mir eigentlich schon reichen...“

nik

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