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Wann hat Wolfsburg wieder Nationalspieler?

EHC Wolfsburg Wann hat Wolfsburg wieder Nationalspieler?

Heute beginnt für die deutsche Nationalmannschaft die Eishockey-Weltmeisterschaft 2014 in Weißrussland. Das DEB-Team startet gegen Kasachstan ins Turnier – und das erstmals seit Jahren wieder ohne echten Wolfsburger. Abgesehen von Charly Fliegauf, der als Mitglied im Kompetenzteam Sport nächste Woche zum Stab der Nationalmannschaft stößt. WAZ-Sportredakteur Jürgen Braun sprach mit dem Manager des heimischen Erstligisten EHC.

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WAZ : WM ohne Wolfsburger – schmerzt Sie das, wenn Sie Kai Hospelt oder Benedikt Kohl, der noch als Wolfsburger spielt, aber nach Ingolstadt wechselt, nun zuschauen müssen?
Fliegauf: Nein. Da ist eher Stolz dabei. Sie wurden uns wie einige andere weggekauft. Damit muss man in dem Geschäft leben. Aber es ist schön zu wissen, dass sie bei uns so richtige A-Nationalspieler geworden sind.

WAZ: Was darf man von Deutschland bei der WM erwarten?
Fliegauf: Man darf gespannt sein. Es fehlen unter anderem mit den beiden Wolfs, Ehrhoff, Sulzer oder Patrick Reimer zwei komplette Reihen. Auf der anderen Seite war ein Großteil der Mannschaft jetzt schon in der Vorbereitung länger zusammen. Das kann von Vorteil sein, weil das DEB-Team ähnlich wie unser EHC nur als Team erfolgreich sein kann, nicht die großen Individualisten hat. Ich habe volles Vertrauen, dass wir nicht gegen den Abstieg spielen....

WAZ: ...da klingt ein kleines „aber“ mit...
Fliegauf: Die Jungs müssen gegen Kasachstan gleich gut ins Turnier reinkommen. Und sie müssen aufpassen. Unsere Gruppe ist sehr osteuropäisch geprägt und damit läuferisch und technisch stark, das wird anspruchsvoll.

WAZ: Mit Leon Draisaitl, der im Juni einer der begehrtesten Nachwuchsspieler für die NHL-Klubs sein wird, und Tobias Rieder sind ganz junge Akteure, die sich in Nordamerika versuchen, dabei. Wie werten Sie das?
Fliegauf: Was sie in der Vorbereitung gezeigt haben, war gut. Ich finde das richtig und wichtig, dass man jetzt schon mit Spielern arbeitet, die 2017 bei der Heim-WM wertvoll sein könnten. Damit kann man nicht erst 2015 oder 2016 anfangen.

WAZ: Es fällt auf, dass nicht ein einziger Spieler des aktuellen Ingolstädter Meisterkaders dabei ist. Sie waren bei der Nominierung nah dran. Wie kommt es?
Fliegauf: Es ist nachvollziehbar. Drei kamen in Frage. Keeper Timo Pielmeier hat harte Konkurrenz vor sich und auch noch die Zukunft. Bei Patrick Hager sprachen private Gründe dagegen, bei Patrick Köppchen, der überragende Play-Offs gespielt hat, war die Frage, ob er nach so einem Triumph und so einer Leistung das Niveau weiter bringt. Die WM wird eine enorme physische Belastung.

WAZ: Wann können wir wieder neue Nationalspieler aus Wolfsburg sehen, die noch nicht zum weiteren Kreis gehören – wie Armin Wurm oder Gerrit Fauser?
Fliegauf: Schwer zu sagen. Die interessanten jungen Spieler zu finden, ist für alle Klubs schwieriger geworden, weil immer mehr Nachwuchsspieler früh den Weg nach Nordamerika wählen. Wir werden uns bemühen, können in die Waagschale werfen, dass sich bei uns Spieler gut entwickeln können, wie Hospelt, Fischer, Kohl  oder auch Reimer bewiesen haben. Für uns in Deutschland wird wichtig sein, dass wir nicht ausbluten. Einige Klubs wollen ein Team in die Nachwuchsliga der KHL entsenden, dazu die Abgänge nach Nordamerika – hoffentlich haben wir dann noch genug Spieler für die DNL und die DNL2. Wir brauchen tragfähige Konzepte.

WAZ: Da erwarten sie Einiges vom Spielerentwickler der DEL, der die Arbeit aufgenommen hat?
Fliegauf: Uli Liebsch ist der richtige Mann auf der Position. Die Klubs müssen nun mit ihm gemeinsam versuchen, unsere Nachwuchsspieler zu überzeugen, dass unser System auch attraktiv ist und für einige Spieler eine Alternative zu Nordamerika sein kann.

WAZ: Der Deutsche Eishockey-Bund hat einiges vorgestellt in diesen Tagen, einen Sieben-Punkte-Plan etwa oder ein neues Präsidium. Dazu kommt Ex-Profi Sven Zywitza auf den neu geschaffenen Posten des Geschäftsführers, Franz Reindl wiederum bleibt nicht Generalsekretär...
Fliegauf: Die Strukturen sind nach wie vor nicht so, wie sie sein sollten. Der Zeitpunkt der Bekanntgabe der Pläne ist total falsch gewählt. In diesen Tagen sollte es um den Sport gehen und nicht um Sportpolitik. Auch das neu geplante Präsidium lässt jegliche sportliche Kompetenz vermissen. Das wird nur schwer vermittelbar sein und ist nicht zielführend.

WAZ: Die EHC-Schüler sind in die Bundesliga aufgestiegen, der Klub hätte gern eine weitere Eisfläche gehabt, daraus wird nichts...
Fliegauf: Der Aufstieg war wichtig und er hat mich und alle Verantwortlichen sehr gefreut. Eine zweite Eisfläche wird aktuell nicht kommen, aber die Räumlichkeiten für die Organisation des Nachwuchses und die Umkleide-Situation müssen sich kurzfristig verbessern. Da sind wir mit der Stadt im Dialog – zu OB Klaus Mohrs ist der Draht kurz, da er ja auch in unserem Aufsichtsrat sitzt.

WAZ: Sie werden die WM-Gegner Deutschlands sicher auch unter dem Gesichtspunkt Verstärkungen für Wolfsburg beobachten, mit Agenten vor Ort reden. Zwei Ausländerplätze haben Sie in der Abwehr noch frei. Wir sich da vor dem Ende der WM noch etwas tun?
Fliegauf: Zumindest ein Kandidat kristallisiert sich aktuell heraus. Es ist durchaus möglich, dass das nicht mehr so lange dauert.

Die Spiele des DEB-Teams in Minsk

Samstag, 10. Mai, 11.45 Uhr Deutschland – Kasachstan
Sonntag, 11. Mai, 12.45 Uhr Deutschland – Lettland
Dienstag, 13. Mai, 15.45 Uhr Deutschland – Finnland
Mittwoch, 14. Mai, 15.45 Uhr Deutschland – Schweiz
Samstag, 17. Mai, 15.45 Uhr Deutschland – Weißrussland
Sonntag, 18. Mai, 19.45 Uhr Deutschland – Russland
Dienstag, 20. Mai, 11.45 Uhr Deutschland – USA

Viertelfinale: Do., 22 Mai

Halbfinale: Sa., 24. Mai

Finale: So., 25. Mai

Alle Spiele des DEB-Teams sowie ab dem Viertelfinale alle Spiele werden live von Sport1 übertragen

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