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Play-Off-Experte Furchner:„Brauchen Leidenschaft!“

WAZ-Interview Play-Off-Experte Furchner:„Brauchen Leidenschaft!“

Er ist der absolute Play-Off-Experte im Kader von Eishockey-Erstligist EHC Wolfsburg. In seinen zwölf DEL-Jahren hat er mit seinen beiden DEL-Teams (Köln und Wolfsburg) stets die Play-Offs erreicht. Nur einmal konnte er selbst nicht mitwirken, weil er sich bei den Olympischen Winterspielen 2006 verletzt hatte. Der deutsche Meistertitel fehlt Sebastian Furchner noch. Warum ihn das nicht stört und wie Wolfsburg die Play-Offs bestehen kann, verrät er im Interview mit WAZ-Sportredakteur Jürgen Braun.

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Treffsicher: Sebastian Furchner war Wolfsburgs zweitbester Torschütze (18 Treffer) in der Hauptrunde und ist extrem erfahren in Play-Offs.

WAZ: Stammgast in den Play-Offs - aber deutscher Meister waren Sie noch nicht. Schlimm?

Furchner: Nein. Titel habe ich ja in tieferen Ligen immerhin schon mal geholt. Um den deutschen Titel mache ich mir keinen Kopf. Es gibt viele Spieler mit tollen Karrieren, die nie den Titel geholt haben. Ich hatte bislang jedes Jahr eine neue Chance, da freue ich mich drauf, das ist Ansporn. Verkrampfen muss man deswegen nicht.

WAZ: Dass Sie mit dem EHC den Titel wollen, steht außer Frage?

Furchner: Wenn man in den Play-Offs ist, kann man den Titel holen. Wenn die losgehen, ist das für mich immer ein Anreiz.

WAZ: Wie kann der EHC den Titel holen?

Furchner: Um Meister zu werden, muss einiges klappen, muss alles zusammenpassen. Man darf nur von Spiel zu Spiel denken. Jedes Play-Off-Spiel ist eine eigene Geschichte, die man positiv gestalten kann. Man braucht Glück und muss verletzungsfrei bleiben. Als wir 2012 als Dritter gegen Straubing im Viertelfinale rausgeflogen sind, hatten wir sieben Verletzte. Das geht in den Play-Offs auf Dauer nicht gut.

WAZ: Wie wichtig ist die Teamstruktur?

Furchner : Die Chemie im Team muss stimmen.

WAZ: Beim EHC gilt sie schon lange als gut.

Furchner: Und das ist sie auch, das ist gerade für eine Mannschaft wie Wolfsburg wichtig, denn unser Erfolg geht nur über die Mannschaftsleistung.

WAZ: I m Viertelfinale geht es gegen Nürnberg...

Furchner: ...eine hervorragende Mannschaft...

WAZ: ...in der Sie den Spieler des Jahres, Patrick Reimer, gut kennen.

Furchner: Ich habe mit ihm in der Jugend in Kaufbeuren gespielt, aber ansonsten waren wir ja immer in unterschiedlichen Klubs. Ich habe gar nicht viel Kontakt zu ihm, eher zu seinem Bruder Jochen, der ja auch mal bei uns gespielt hat.

WAZ: Nürnberg scheint Wolfsburg zu liegen, der EHC hat die Ice Tigers im Vorjahr eliminiert. Andererseits waren die Franken Dritter, haben einen extrem starken Angriff, das beste Powerplay der Liga - inwieweit hat das alles ab Sonntag noch Bedeutung in den Play-Offs?

Furchner: Man wird natürlich drauf schauen, überlegen, ,was können die Nürnberger, worauf müssen wir achten, worauf reagieren, was setzen wir dagegen?‘ Man muss sich präparieren, das ist klar. Kleinigkeiten können ganze Spiele entscheiden. Aber es geht bei Null los, die Hauptrunde ist vorbei.

WAZ: Wenn Sie die kurze Ansprache vor den Play-Offs halten müssten, was würden Sie unbedingt erwähnen?

Furchner: Leidenschaft. Wir brauchen Leidenschaft. Wir dürfen uns auf dem Weg zum Ziel nicht aus dem Konzept bringen oder beeinflussen lassen, müssen mental Stärke zeigen.

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