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Dehner: Nicht eigene Tore zählen, sondern Titel!

Eishockey: Grizzlys Wolfsburg Dehner: Nicht eigene Tore zählen, sondern Titel!

Wolfsburg. Mit Verteidiger Jeremy Dehner (29) hat Eishockey-Erstligist Grizzlys Wolfsburg im Sommer unerwartet einen dicken Fisch an Land gezogen. Der Amerikaner kommt vom Meister Red Bull München, hatte im Finale dreimal gegen Wolfsburg getroffen. Den Titel will er nun mit den Grizzlys.

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Da ist er wieder: Jeremy Dehner stemmte den Meisterpokal für München in Wolfsburg, nun ist die Grizzlys-Kabine seine neue Stamm-Umgebung.

Quelle: Grizzlys / Imago23702044

„Es war schon seltsam, so kurz nach dem Gewinn der Meisterschaft mit München wieder in die Halle in Wolfsburg zu kommen“, sagt Dehner. Zu Wechselgründen bleibt er verschlossen, sagt über München nur: „Der Verein wollte sich in eine andere Richtung verändern, dann war der Kader plötzlich voll, so ist das eben. Jetzt freue ich mich, erneut Teil einer außergewöhnlichen Mannschaft zu sein.“

Der in Madison/Wisconsin (dort studierte Teamkollege Jeff Likens) geborene Dehner spielte im Seniorenbereich nur eine Saison in Amerika, dann verschlug es ihn nach Finnland zu Jokerit Helsinki. „Ich wollte schon immer viel von der Welt sehen, dort sein, wo ich vorher noch nicht war“, erklärt er den ungewöhnlich frühen Abschied aus der Heimat. Als weiteren Grund führt er die größere Eisfläche der europäischen Ligen an – mit nur 1,78 Metern gehört der Linksschütze zu den Schnelleren und Wendigeren. Fähigkeiten, die bei mehr Platz auf dem Eis besser zum Tragen kommen.

Abseits der Eisfläche ist Dehner Vollzeit-Papa. Mit Gattin Calla hat er zwei Kinder – mit Sohn Cameron (2) und Tochter Lily (4) verbrachte er den Sommer in der Heimat, in Kürze reist die Familie an. „Für andere Hobbys bleibt da nicht wirklich Zeit“, lacht er.

Mit den neuen Teamkollegen ist er sehr zufrieden: „Die Mannschaft hat mich großartig aufgenommen und mir mit allem geholfen, was ich brauchte.“

In den Play-Offs schaffte Dehner für München in 14 Spielen elf Punkte. Ob er an diese Statistiken anknüpfen kann, ist ihm egal: „Ich lege großen Wert auf die Defensivarbeit. Ich will den Puck einfach sicher zu unseren Stürmern bringen. Wir wollen als Team den Titel gewinnen!“

von Jürgen Braun

 Plan für Dehner: Anführer im Powerplay

Mit Jeremy Dehner (siehe Bericht) verpflichteten die Grizzlys einen Spieler, den man als Hochkaräter einschätzen kann. Weil man ihn schon aus der Liga kennt. Trainer Pavel Gross sagt: „Wir haben einen offensiven, mobilen Verteidiger gesucht, der aber die Arbeit in der Defensive niemals vergisst. So einen Spieler haben wir mit Jeremy gefunden.“

Auf dem Papier füllt Dehner die Lücke, die Tim Hambly (Krefeld Pinguine) hinterlassen hat. Im Plan von Gross soll Dehner einen Platz in einer Überzahlformation einnehmen. „Er wird die Aufgabe bekommen, eines unserer Powerplays anzuführen“, erklärt Gross. Dehner glänzt dabei aber nicht durch Schlagschusstore, sondern vielmehr durch Intelligenz und Raffinesse.

Das mag der Coach, denn: „Es geht nicht immer darum, dass der Puck möglichst hart geschossen wird. In Überzahl muss die Scheibe einfach an allen vorbei zum Tor gebracht werden.“ Gross warnt aber vor zu hohen Erwartungen zum Start: „Auch ein Spieler wie Jeremy braucht Zeit mit einer neuen Mannschaft und muss sich an das System gewöhnen.“ Klappt die Umstellung, sollte Dehner stärker sein als Hambly, der in seiner zweiten Saison in Wolfsburg nachgelassen hatte.

jsc

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