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Hospelt: Wollte die Herausforderung

Eishockey Hospelt: Wollte die Herausforderung

Fünf Jahre hat er seine Tore für Wolfsburg geschossen (102 in 302 Partien), wurde ein Topspieler in der deutschen Nationalmannschaft. Zu Beginn der vergangenen Spielzeit kündigte Kai Hospelt seinen Abschied an, wechselte zu dieser Saison nach Mannheim. Beim kommenden EHC-Gastgeber stand sein Start unter keinem guten Stern. WAZ-Sportredakteur Jürgen Braun sprach mit dem Ex-Grizzly und frischgebackenem Familienvater - über den alten und den neuen Klub und das Pech zum Start bei den Adlern.

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Fünf Jahre in Wolfsburg: Kai Hospelt, der jetzt in Mannheim spielt.

WAZ: Wenn ein Sportler Reha macht, ist er seltener daheim als wenn er normal im Trainings- und Spielbetrieb steht. Insofern ist Ihre Zwangspause momentan besonders bitter, oder?

Hospelt: Ja, das stimmt. Noa ist jetzt viereinhalb Monate alt, ich bin zwar jetzt am Wochenende nicht mit dem Team unterwegs, aber meine Frau Julia hätte es sicher besser gefunden, wenn ich tagsüber öfter zu Hause gewesen wäre. Aber das lässt die Reha nicht zu. Ich bin froh, dass die Zeit jetzt vorübergeht. Und Julia ist froh, dass meine Laune wieder besser ist. Die war nämlich vor ein paar Wochen im Keller. In fünf Jahren zuvor hatte ich ja nur ganz wenige Spiele verpasst.

WAZ: Sie hatten sich kurz vor dem Saisonstart verletzt, was war passiert?

Hospelt: Ich war in einem Spiel unglücklich gestürzt. Danach konnte nicht mehr so gut Schlittschuhlaufen, wie ich es eigentlich kann. Das war ganz komisch, unheimlich. Als nach etlichen Untersuchungen feststand, dass sich eine Bandscheibe im Nackenbereich verschoben hat, dass es reparabel ist, war das sehr erleichternd.

WAZ: Die Zwischenzeit war sicher sehr belastend...

Hospelt: Klar. Gerade eine Familie gegründet und plötzlich denkt man: ‚was wird denn, wenn ich nicht mehr spielen kann?‘ Aber jetzt ist alles okay, ich kann wieder auf das Eis.

WAZ: Schon kurios, dass alle drei Ex-Wolfsburger am Freitag fehlen.

Hospelt (lacht): Dann heben wir uns das für später auf.

WAZ: Schaut man denn am Spieltag mal beim Ex-Team vorbei?

Hospelt: Ich mache das normalerweise schon. Außer, wenn es einen richtigen Abschuss für eine Mannschaft gibt.

WAZ: Mannheim hat zuletzt einige hohe Siege erzielt...

Hospelt: Und Wolfsburg hat schon oft gut ausgesehen in Mannheim. Vergangene Saison war im Viertelfinale Endstation gegen den EHC. Da müssen wir schön aufpassen. Wolfsburg hat zudem einen Saisonstart hingelegt, der sehr bemerkenswert war. Fünf Siege aus sechs Spielen konnte man nicht erwarten.

WAZ: Aber die Adler sind schon stärker besetzt als Wolfsburg. Wie schwer wird es da für Sie, wieder ins Team zu rücken?

Hospelt: Wenn ich meine Form habe, werde ich wieder dabei sein. Wolfsburg hat auch immer eine gute Mannschaft gehabt, aber es ist schon so, dass Mannheim anders aufgestellt ist. Sie können auf Verletzungspech mit einer Top-Nachverpflichtung reagieren, wir haben einen starken Kader. Diese Herausforderung wollte ich ja.

WAZ: Die WM hatten Sie abgesagt, der Bundestrainer war sauer auf den stellvertretenden Kapitän. Sie sind Vater geworden. Bleibt das Nationalteam ein Thema?

Hospelt: Erst einmal steht meine Fitness im Vordergund, das Comeback bei den Adlern. Aber das Kapitel Nationalmannschaft ist noch nicht abgehakt.

WAZ: Bundestrainer Pat Cortina hatte aber damals angesäuert reagiert, als Sie wegen der bevorstehenden Geburt abgesagt hatten.

Hospelt: Wir haben danach telefoniert, darüber wurde nicht mehr so viel berichtet. Fakt ist, dass Eishockey bei mir immer oben gestanden hatte, aber diesmal die Geburt des Babys Priorität hatte. Und die sollte in den WM- oder WM-Lehrgangszeitraum fallen. Dann wäre ich weg gewesen und bis dahin hätte ich dem Nachrücker den Platz blockiert - das wäre doch Quatsch gewesen.

WAZ: Ihr Sohn heißt Noa - drei Buchstaben, wie bei Ihnen und bei Ihrem Vater Wim...

Hospelt: Der Vorname war zuerst da, wir mochten ihn, seit mein langjähriger EHC-Mitspieler Norm Milley seinen Sohn Noah nannte. Wir haben Norm gefragt, ob es ihm etwas ausmache, wenn wir unseren Sohn auch so nennen. Es war okay, und weil wir es nicht so mit der Bibel haben und da die Sache mit den drei Buchstaben ist, wurde er Noa.

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