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Darum föhnt Rosa seinen Schläger

Eishockey Darum föhnt Rosa seinen Schläger

Eishockey-Profis verstehen ihr Handwerk nicht nur auf dem Eis. Schläger ist nicht gleich Schläger – mit handwerklichem Geschick, mit Föhn und Werkzeug, rückt mancher Spieler seinem Arbeitsgerät zu Leibe. Das ist eines von vielen kleinen Geheimnissen bei Erstligist EHC Wolfsburg, die die WAZ in den kommenden Wochen verrät.

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Erwärmen, biegen, spielen: EHC-Angreifer Marco Rosa bearbeitet das Blatt seines Schlägers, bis ihm die Krümmung behagt. Danach geht der Schläger in Serie.

Quelle: Photowerk (he)

Zu Saisonbeginn stand Rosa nach fast jeder Trainingseinheit noch an der Werkbank. Dann föhnte er das Blatt mit der Heizpistole. „Das macht die Blade biegsam“, erklärt er. Mit einem weiteren Werkzeug veränderte er dann die vertikale und horizontale Krümmung – um bei der nächsten Trainingseinheit den Effekt zu testen.

Geht der Pass stets in die gewünschte Richtung, hebt der Puck ab, wie der Spieler sich das vorstellt? Oder ist die Flugkurve bei einem Schuss, wie er ihn normalerweise abfeuert, zu steil oder zu flach? Was noch nicht passt, wird passend gemacht. Rosa: „Irgendwann ist man zufrieden.“ Dann kommt der Clou: „Vom Hersteller bekommt man dann den Schläger so, wie man ihn gern hätte.“ EHC-Manager Charly Fliegauf erläutert: „Mindestabnahmemenge dieser Custom-Made-Schläger ist drei, die Gebinde können auch sechs, neun oder zwölf Schläger umfassen.“

Moderne Technik macht es möglich, die Schlägerdaten werden digital erfasst, dann wird der Stick in Serie gefertigt. Würde ihn jeder Profi sich immer wieder neu zurecht biegen müssen, würden womöglich mal die Werkbank belagert, denn, so Fliegauf, „der Verbrauch an Schlägern liegt bei 600 bis 700 pro Saison.“ Macht rund 30 Schläger für jeden.

Wobei nicht jeder Wolfsburger Profi so akribisch ist wie der trickreiche Rosa. Der momentan beste Passgeber seines Teams bevorzugt eine große Kelle mit viel Krümmung – für hohe und variable Puckkontrolle auch beim Bully.

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