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13:32 11.06.2018
Städte mit einer gut ausgebauten digitalen Infrastruktur werden auch Smart City genannt. Quelle: Swen Pfšrtner
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Berlin


Mehr Vernetzung, mehr digitale Angebote, dafür weniger Müll und Kriminalität – die Lebensqualität in Städten nimmt durch Technologie laut einer aktuellen McKinsey-Studie deutlich zu. Unter den 50 Weltstädten, die im Rahmen der Studie verglichen wurden, landen Berlin und Hamburg im Mittelfeld, wenn es um die Digitalisierung geht. New York, San Francisco und Singapur sind demnach die Vorreiter der sogenannten „Smart Cities“.

Das McKinsey Global Institute (MGI) trifft mit den Untersuchungsergebnissen eine klare Aussage: In einer „Smart City“ sinken die tägliche Pendelzeit, die Kriminalitätsrate und das Müllaufkommen, die Luftqualität steigt. „Viele große Städte leiden unter den gleichen Problemen: Tägliche Staus, knapper Wohnraum und steigende Umweltbelastung. Digitale Angebote können einen wichtigen Beitrag zur Lösung dieser Probleme leisten“, sagt Gernot Strube, Seniorpartner von McKinsey in München und Co-Autor der Studie. Die Autoren haben vier Aspekte ausgearbeitet, die im Wesentlichen von der Technologie profitieren, ein Überblick:

Zeit

Bessere Mobilitätslösungen - also intelligente Verkehrssteuerung, Echtzeitinformation in einem integrierten Personennahverkehr und Smart Parking - könnten die tägliche Pendelzeit im weltweiten Durchschnitt um 20 % verringern; in dicht besiedelten Metropolen in Schwellenländern sind sogar bis zu 30 Minuten Einsparung möglich - mit entsprechend reduzierter Belastung für die Umwelt.

Gesundheit

Telemedizin, Echtzeitüberwachung chronisch Kranker und besseres Monitoring beim Ausbruch ansteckender Krankheiten könnten die Krankheitslast in Städten (Disability-adjusted life years) um bis zu 15% reduzieren.

Umweltbelastung

Das automatisierte Heizen und Kühlen von Gebäuden, intelligente Energienetze mit einem variablen Preissystem sowie eine Abrechnung der Abfallgebühren nach tatsächlicher Müllmenge könnten zusammen die Umweltbelastung, die von Städten ausgeht, deutlich verringern. Bis zu 15% geringere CO2-Emissionen, 30% weniger Wasserverbrauch und 20% weniger Abfall sind dem MGI zufolge machbar.

Sicherheit

Prädiktive Polizeiarbeit auf Basis datenbasierter Kriminalitätsvorhersagen und Sicherheitssysteme in Wohnhäusern können die Kriminalitätsrate um 30 bis 40% verringern. Zudem könnten beispielsweise smarte Ampelschaltungen die Anfahrtszeit für Rettungswagen von durchschnittlich acht auf sechseinhalb Minuten verkürzen.

Kooperation mit Stadtverwaltung wichtig

„Erfolgreiche Smart-City-Strategien stellen den Bürger und die konkrete Verbesserung seiner Lebensqualität in den Mittelpunkt.“ Eine enge Kooperation von Stadtverwaltungen, die den Rahmen setzen, mit Unternehmen und Bürgern sei dafür notwendig. Denn immer mehr Smart-City-Anwendungen werden von privaten Akteuren vorangetrieben, die bis zu 60% der Gesamtinvestitionen beitragen. Um smarte Technologien erfolgreich auf- und auszubauen, müssen Städte deshalb drei Voraussetzungen schaffen:

1. Eine technische Basis mit einer kritischen Masse an Sensoren, Smartphones, die über ein schnelles Mobilfunk- und Breitbandnetz verbunden sind und deren Daten auf offenen Plattformen („open data“) für Verwaltung, Bürger und Unternehmen zur Verfügung gestellt werden - wobei grundsätzlich der Schutz persönlicher Daten unter allen Umständen sichergestellt werden muss.

2. Eine Vielzahl von Anwendungen, die Rohdaten in Mehrwert für die Bürger übersetzen, z.B. in Form von Echtzeit-Informationen, Warnungen und Handlungsempfehlungen.

3. Eine breite und regelmäßige gesellschaftliche Nutzung von Smart-City-Lösungen, die zu einer echten Verhaltensänderung der Bürger führt.

Gesellschaftliche Akzeptanz in Deutschland ausbaufähig

„Städte mit hohem Pro-Kopf-Einkommen wie New York, San Francisco und Singapur liegen beim Einsatz von Smart-City-Lösungen vorne - aber auch die chinesischen Metropolen wie Peking, Shanghai und Shenzhen investieren massiv“, sagt Gernot Strube.

Berlin und Hamburg liegen im Mittelfeld. Die technische Basis ist in beiden Städten ähnlich entwickelt, wobei Hamburg eine höhere Sensordichte aufweist, während Berlin mit einem umfangreichen Open-Data-Portal punktet und zudem leicht vorne liegt bei der Bekanntheit und Nutzung von Smart-City-Apps durch die Bürger.

Strube: „Beide Metropolen schneiden in Sachen gesellschaftlicher Akzeptanz im globalen Vergleich unterdurchschnittlich ab - hier sind vor allem asiatische Städte mit ihrer jungen und technischen Lösungen gegenüber aufgeschlossenen Bevölkerung deutlich weiter.“

20.000 Einwohner befragt

Die McKinsey-Studie „Smart Cities: Digital solutions for a more liveable future“. Für die Studie untersuchte das MGI 60 Smart-City-Lösungen für Sicherheit, Gesundheit, Mobilität, Energie, Wasser und Abfall, Wohnen sowie lokales Engagement. Zudem wurden fast 20.000 Einwohner befragt.

Von RND/ots/lf

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