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Wissen Wenn der Auslandsaufenthalt zur Falle wird
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08:00 20.01.2018
Martin Wehrle ist Karrierecoach und Bestseller-Autor, sein aktuelles Buch: „Der Klügere denkt nach – Von der Kunst, auf die ruhige Art erfolgreich zu sein“ (Mosaik, 2017). Quelle: gpt
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Hannover

Die Probleme in China häuften sich. Der deutsche Maschinenbauer wurde von seiner dortigen Niederlassung mit fehlerhaften Teilen beliefert, immer wieder. Offenbar waren die chinesischen Ingenieure den deutschen Standards nicht gewachsen. Und die Kommunikation zwischen Zentrale und Niederlassung verlief holprig, weil zwei Mentalitäten und Sprachen aufeinandertrafen. Bislang waren nur deutsche Kaufleute vor Ort, es fehlte an technischem Sachverstand. Deshalb beschloss die Firma, einen jungen Ingenieur nach China zu schicken, als Bindeglied zwischen den deutschen und den chinesischen Technikern. Ruck, zuck standen vier Kandidaten auf der Matte, die sich um den Auslandseinsatz rissen. War das nicht ein Glücksfall für den Lebenslauf, ein paar Monate in China? Einer bekam den Zuschlag und war überglücklich. Den Auslandaufenthalt sah er als perfektes Sprungbrett für eine spätere Karriere in der Zentrale.

Das ist jetzt vier Jahre her. Seither hat sich für ihn nichts verändert. Er arbeitet immer noch in derselben Position, immer noch in China. Mehrfach hat er signalisiert, dass er gerne zurück in die Zentrale will. Doch jedes Mal wird sein Ansinnen mit einer Waffe abgeschmettert, gegen die er machtlos ist: Lob. Es heißt: „Sie machen Ihre Sache in China hervorragend. Wir wollen Ihren Abzug noch nicht riskieren.“

Wenn der Auslandsaufenthalt zum Karriere-Endbahnhof wird

So mancher Auslandsaufenthalt, der ein Zwischenstopp sein soll, gerät zum Karriere-Endbahnhof. Ehe der Kandidat sich versieht, wird ihm der Stempel „Auslandsspezialist“ aufgedrückt. Wer seine Sache im Ausland so richtig gut macht, gilt schnell als unentbehrlich – genau dort, wo er sich jetzt gerade befindet. Nämlich im Ausland. Dagegen kann man im Heimatland immer leichter auf ihn verzichten, je länger er weg ist.

Derweil klettern die Kollegen in der heimischen Zentrale die Karriereleiter weiter nach oben. Sie pflegen ihre Kontakte, hören das Gras frei werdender Stellen wachsen und genießen „Ansehen“, im wahrsten Sinne des Wortes: Man sieht sie bei wichtigen Besprechungen, bei entscheidenden Präsentationen, bei Personalgesprächen. Wenn die Tür einer neuen Stelle sich öffnet, haben sie ihren Fuß schneller dazwischen als ein Legionär. Der Mitarbeiter im Ausland hingegen ist vom Radar verschwunden. Bei der Personalplanung hat ihn keiner mehr auf dem Zettel.

Sichern Sie sich vorher vertraglich ab

Sicher, Auslandsaufenthalte können den Horizont erweitern, geschäftlich und kulturell. Aber vor Antritt sollten Sie mit Ihrer Firma einen klaren Rahmen abstecken – schriftlich! Vereinbaren Sie, wie lange der Aufenthalt dauern soll und welche Karrieretüren sich danach für Sie öffnen können. Setzen Sie durch, dass Sie mindestens zweimal im Jahr für 14 Tage in der Zentrale arbeiten und Ergebnisse präsentieren können – das ist wichtig für die Kontaktpflege, für die Selbst-PR, für Ihre Präsenz. In der Zentrale sitzen die Mächtigen. Hier werden die Pöstchen verschachert, hier werden die Netzwerke geknüpft, hier hilft der Flurfunk, dass man eine Stelle zugesagt bekommt, ehe sie ausgeschrieben wird. Deshalb sollte jeder, der im Ausland arbeitet, möglichst oft in der Zentrale sein. Und seine dortigen Kontakte bestens pflegen, damit ihn auch informelle Infos erreichen.

Natürlich kann man sich für eine Karriere als Expat entscheiden, mit allen Chancen und Risiken. Wer jedoch in der heimischen Zentrale vorankommen möchte, muss auf zwei Beinen stabil stehen: einem in der Ferne – und einem in der Heimat.

Von Martin Wehrle/RND

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