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Wissen WWF-Report: Zustand der Gewässer in Deutschland ist prekär
Nachrichten Wissen WWF-Report: Zustand der Gewässer in Deutschland ist prekär
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12:28 05.11.2018
Ein Binnenschiff transportiert auf der Elbe Güter. Der WWF stellt der Qualität der deutschen Gewässer ein mieses Zeugnis aus. Quelle: Jens Wolf/dpa
Berlin

Zu viele Schadstoffe aus Landwirtschaft und Kohlestromerzeugung: Der WWF stellt der Qualität der deutschen Gewässer ein mieses Zeugnis aus. „Der Zustand deutscher Gewässer ist flächendeckend prekär“, teilte die Umweltschutzorganisation am Montag mit und mahnte die Umsetzung von EU-Vorgaben an. So sei ein Drittel der Grundwasservorkommen in „schlechtem chemischem Zustand“. Insbesondere die Belastung mit Nitrat aus der Landwirtschaft und mit Quecksilber aus der Kohlestromerzeugung sei zu hoch. Außerdem seien „praktisch alle Flüsse“ ausgebaut zu Wasserstraßen, weswegen nur acht Prozent der Bäche und Flüsse als „ökologisch intakt“ bezeichnet werden könnten.

„Insgesamt verfehlen alle sechszehn Bundesländer die Ziele der Wasserrahmenrichtlinie“, kritisiert WWF-Vorstand Christoph Heinrich. Laut WWF gibt es große Unterschiede zwischen den Bundesländern. Bayern, Rheinland-Pfalz und Schleswig-Holstein bildeten zwar die Spitzengruppe, blieben aber dennoch „weit hinter den gesetzlichen Vorgaben der EU-Wasserrahmenrichtlinie zurück“, hieß es. Besonders schlecht schnitten der Studie zufolge Berlin, Nordrhein-Westfalen, Sachsen-Anhalt und Sachsen ab. Zum Mittelfeld gehören Hessen, Thüringen, Brandenburg, Mecklenburg-Vorpommern, Niedersachsen, Saarland, und Baden-Württemberg.

Hamburg und Bremen waren nicht Teil des Rankings. In Hamburg gebe es keine natürlichen Fließgewässer mehr, Bremen melde Daten nicht durchgängig, teilten die Umweltschützer mit. Im EU-Ländervergleich gehören deutsche Gewässer zu den Schlusslichtern.

Mehr Investitionen und Personal nötig

Die Quecksilberbelastung sei vor allem eine Folge der massiven Kohlestromerzeugung in Deutschland, so der WWF. Dieser liege beinahe flächendenkend über den in der Wasserrahmenrichtlinie festgeschrieben Grenzwerten. Derartige Überschreitungen führen zu einer Gefährdung der Gewässerorganismen und der menschlichen Gesundheit. Mithin können nur noch 8 Prozent der deutschen Bäche und Flüsse als ökologisch intakt bezeichnet werden.

WWF-Vorstand Christoph Heinrich forderte vor der am Mittwoch beginnenden Konferenz der Umweltminister von Bund und Ländern, „den Gewässerschutz endlich ernst“ zu nehmen. „Es wurde zu lange weggesehen, wenn weite Teile der Industrie und des Agrarsektors auf Kosten unseres Wassers gewirtschaftet haben“, kritisierte er. Notwendig seien mehr Geld und mehr Personal. Deutschland müsse sich dafür einsetzen, dass die Vorgaben der Wasserrahmenrichtlinie im Rahmen der aktuell laufenden Überprüfung nicht aufgeweicht würden.

Flüsse wurden ihrer „ökologischen Seele“ beraubt

Die meisten Seen, Flüsse und Bäche in Deutschland sind in keinem ökologisch guten Zustand. Das beutetet nicht unbedingt, dass dort das Baden gefährlich wäre, sondern dass man dort nicht die Tiere und Pflanzen findet, die natürlicherweise dort leben sollten. Das Leitungswasser in Deutschland kann man bedenkenlos trinken. Laut Umweltbundesamt sind die häufigsten Gründe für einen schlechten Öko-Zustand Belastungen aus der Landwirtschaft sowie Begradigung, Verbauung oder Unterbrechung durch Wehre.

Jahrzehntelang seien selbst kleinste Fließgewässer unter Ingenieursgesichtspunkten begradigt und damit ihrer „ökologischen Seele“ beraubt worden, sagt WWF-Vorstand Heinrich. Praktisch alle Flüsse seien als Wasserstraßen ausgebaut.

Von so/RND/dpa

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