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Wissen Vögel können Fremdsprachen lernen
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14:51 03.08.2018
Ein Prachtstaffelschwanz kann Wörter in einer anderen Sprache lernen. Quelle: Jessica McLachlan/AP
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Canberra/Washington

Das Nachbarschaftsgezwitscher über einen herannahenden Falken oder eine Schlange zu verstehen, kann für Vögel den Unterschied zwischen Leben und Tod bedeuten. Der kleine australische Singvogel Prachtstaffelschwanz kommt nicht mit Fremdsprachenkenntnissen auf die Welt. Er kann aber herausfinden, was einige zentrale „Wörter“ in den Sprachen anderer Vogelarten bedeuten, wie Wissenschaftler in einer Studie zu verstehen geben, die in der Fachzeitschrift „Current Biology“ veröffentlicht wurde.

„Wir wussten zuvor, dass einige Tiere die Bedeutungen der „Fremdsprachen“ von anderen Spezies übersetzen können, aber wir wussten nicht, wie dieses „Sprachenlernen“ passiert ist“, sagt der Biologe Andrew Radford von der University of Bristol, ein Co-Autor der Studie.

Tiere hören einander zu

Wildlebende Tiere sind dafür bekannt, einander zuzuhören, um Hinweise auf lauernde Raubtiere zu erhalten. Damit lauschen sie dem Geschnatter anderer Spezies. Vögel können lernen, das Weite zu suchen, wenn Nachbarn einen Notruf von sich geben.

Sie haben mehrere Möglichkeiten, um sich lebensnützliche Fähigkeiten anzueignen. Manches Wissen ist angeboren, manches wird über direkte Erfahrungen gesammelt. Radford und andere Wissenschaftler untersuchen eine andere Möglichkeit, an Wissen zu kommen: den Erwerb von Informationen von anderen Lebewesen.

Die Wissenschaftler spielten den Vögel einen fremden Notruf vor

Radford und Kollegen an der Australia National University zogen ausgestattet mit speziellen Vogellautsprechern durch die Nationalen Botanischen Gärten in Canberra. Sie suchten nach Prachtstaffelschwänzen, die alleine unterwegs waren. Die Wissenschaftler wollten sichergehen, dass die Vögel lediglich auf Geräusche reagierten, nicht auf das Verhalten anderer Vögel.

Zuerst spielten sie den Vögeln zwei unbekannte aufgenommene Geräusche vor. Bei einem handelte es sich um den Notruf eines in Australien nicht beheimateten Vogels. Das andere Geräusch war ein vom Computer generiertes Vogelgeräusch. Als die 16 Prachtstaffelschwänze die Geräusche das erste Mal zu hören bekamen, zeigten sie keine besondere Reaktion.

Die Vögel können einen neuen Warnruf lernen

Die Wissenschaftler spielten im Park immer wieder die aufgenommenen Geräusche ab. Sie versuchten, der einen Hälfte der Vögel beizubringen, den Notruf der nicht einheimischen Vogelart als Warngeräusch zu erkennen. Die andere Hälfte sollte das computergenerierte Vogelgeräusch als Notruf wahrnehmen. Dazu spielten sie die den Vögeln die neuen Geräusche zusammen mit anderen Geräuschen ab, die sie bereits mit Gefahr assoziierten. Wie zum Beispiel dem eigenen Notruf der Prachtstaffelschwänzen.

Nach drei Tagen testeten die Wissenschaftler das Erlernte der Vögel. Die beiden Gruppen reagierten auf das Geräusch, das ihnen beigebracht worden war, und flohen. Das jeweils andere Geräusch alarmierte sie nicht. Zwölf der 16 Vögel flüchteten jedes Mal, wenn die Aufzeichnung abgespielt wurde, die anderen vier flogen bei mindestens zwei Dritteln der Fälle.

Wissen war bisher begrenzt

Das Beobachtete ist vergleichbar mit der Situation, in der ein Mensch nur Englisch spricht, aber gelernt hat, dass „Achtung“ das deutsche Wort für „attention“ ist, indem er Mitmenschen zugehört hat, die gleichzeitig Ausdrücke mit ähnlichen Bedeutungen in verschiedenen Sprachen riefen.

„Bis zu dieser Studie hatten wir begrenztes Wissen darüber, wie ein Tier lernt, was Rufe von anderen Spezies eigentlich bedeuten“, sagt der Biologe Christopher Templeton von der Pacific University in Oregon.

Vögel müssen Neues nicht auf die harte Tour lernen

Vorherige Studien hatten gezeigt, dass Vögel die Bedeutung von Notrufen erlernen können, wenn sie tatsächlich mit einem Raubtier konfrontiert waren. „Was diese neue Studie macht, ist den Räuber vollständig zu entfernen“, sagte Templeton. „Sie zeigt, dass diese Vögel lernen können, neue Geräusche mit Gefahr zu assoziieren, ohne durch Ausprobieren lernen zu müssen.“

„Wenn man nur in Anwesenheit eines Raubtiers lernen kann, ist das ziemlich gefährlich“, sagt Co-Autor Radford. „Die Fähigkeit, zu lernen, indem Geräusche mit Bedeutung assoziiert werden, ergibt in biologischer Sicht Sinn.“

Von AP/RND

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