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Medikamentenfälschung

Deutsche kaufen besonders oft gefälschte Arzneimittel

Deutsche geben laut Studie etwa 2,7 Milliarden Euro für gefälschte Medikamente aus. Am meisten werden Diät-Pillen, Grippemedikamente und Mittel gegen Errektionsstörungen nicht original gekauft.

Häufig sind im Internet gekaufte Medikamente gefälscht und können sogar Giftstoffe enthalten.

© Handout (Archiv)

Fast 40 Prozent der Deutschen haben laut einer Untersuchung der Pharmaindustrie schon einmal gefälschte Medikamente gekauft. Mit einem Anteil von 38 Prozent habe in Deutschland ein deutlich höherer Anteil der Verbraucher zu Medikamenten dubioser Herkunft gegriffen als im europäischen Durchschnitt (21 Prozent), hieß es in einer am Dienstag in London veröffentlichten Studie im Auftrag des Pharmakonzerns Pfizer. In Deutschland wurden demnach schätzungsweise 2,7 Milliarden Euro im Jahr für die illegalen Nachahmerprodukte ausgegeben. Die mit 3,6 Milliarden Euro höchste Summe investierten die Italiener. In ganz Europa würden jährlich 10,5 Milliarden Euro mit gefälschten Medikamenten umgesetzt, hieß es in der Studie.

Für die Untersuchung befragte das Institut Nunwood im Auftrag von Pfizer 14.000 Menschen in 14 europäischen Ländern. Den größten Anteil an den verkauften Medikamentenfälschungen hatten demnach mit 45 Prozent Diät-Pillen, gefolgt von Grippemedikamenten (35 Prozent) und Mitteln gegen Erektionsstörungen (25 Prozent). Ein Drittel aller Befragten gab an, die zweifelhaften Arzneien im Internet aus Gründen der Zeitersparnis gekauft zu haben, 39 Prozent gaben als Grund an, mit diesen Medikamenten Geld sparen zu wollen.

Der Branchenprimus Pfizer warnte, von den im Internet gekauften Medikamenten seien zwischen 50 und 90 Prozent gefälscht. Manchmal enthielten sie sogar giftige Substanzen wie Rattengift oder Borsäure. Pfizer verdient insbesondere mit dem Potenzmittel Viagra, das besonders oft gefälscht wird.

Im Dezember hatte der damalige deutsche EU-Industriekommissar Günter Verheugen erklärt, in der EU seien innerhalb von nur zwei Monaten 34 Millionen gefälschte Pillen beschlagnahmt worden. Diese Zahl überstieg demnach die schlimmsten Befürchtungen in Brüssel.

afp


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