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Jetzt, wo die Tage kürzer und dunkler sind, zieht es uns fast magnetisch ins Bett. Kuschelzeit unter warmer Decke. Doch wer müde ist, schläft nicht unbedingt gut ein oder gar durch. Lesen Sie hier ein paar Tipps für erholsame Stunden ...

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Der Traum vom schnellen Einschlafen erfüllt sich nicht bei jedem. Laut DAK-Gesundheitsreport 2017 schlafen 80 Prozent der Erwerbstätigen schlecht.

Quelle: Illustraion: RND/Patan

Hannover. Wenn im Winter die Dunkelheit abends eher einsetzt, verändert sich bei Menschen der Schlaf-wach-Rhythmus. „Die Lichtverhältnisse haben entscheidenden Einfluss“, sagt der Vorsitzende der Deutschen Gesellschaft für Schlafforschung und Schlafmedizin, Alfred Wiater. Blaues Licht mache wach. Wechsle das Spektrum Richtung Abend eher zu Gelb- und Rottönen, werde Melatonin ausgeschüttet. Die Folge: Man wird müde.

Jeder kennt das: Es ist Feierabend, man sucht Ablenkung und Erholung vom Tag – gern vor dem Fernseher. Kaum ist die Flimmerkiste an und man selbst gemütlich in eine Decke gehüllt, fallen die Augen zu. Geht es dann aber von der Couch ins Bett, wälzen sich viele Menschen im Halbschlaf unruhig hin und her, gerädertes Erwachen am Morgen inklusive. Und das ist auf Dauer äußerst ungesund, denn Schlafmangel schadet ähnlich wie Übergewicht und Nikotinsucht dem Körper.

Doch so weit muss es gar nicht erst kommen. Schon einfache Mittel können helfen, leichter in den Schlaf zu finden. Manchen Betroffenen hilft es schon, ihre Gewohnheiten etwas anzupassen. Alkohol am Abend beispielsweise wirkt sich ungünstig auf die Schlafqualität aus, erläutert Schlafmediziner Prof. Jörg Lindemann vom Uniklinikum Ulm in der Zeitschrift „Apotheken Umschau“. Ebenso empfiehlt er elektrische Geräte, so auch das geliebte Smartphone, Fernseher, Computer, Laptop und Tablet, aus dem Schlafzimmer zu verbannen. „Elektronische Medien erhöhen den Aktivitätslevel und signalisieren dem Gehirn durch das beleuchtete Display, dass es draußen noch hell ist. Beides hält vom Schlafen ab.“

Besser einschlafen – Interview mit Prof. Jürgen Zulley

Professor Jürgen Zulley (63) ist Psychologe, Schlafforscher und war Leiter des Schlafmedizinischen Zentrums am Universitäts- und Bezirkskliniku

Professor Jürgen Zulley (63) ist Psychologe, Schlafforscher und war Leiter des Schlafmedizinischen Zentrums am Universitäts- und Bezirksklinikum Regensburg.

Quelle: privat

„Licht ist ein Weckreiz“

Herr Prof. Dr. Zulley, stimmt es, dass man in dunklen Räumen besser schläft?

Ja, denn Licht ist ein natürlicher Weckreiz, der über die Augen wahrgenommen wird, auch wenn sie geschlossenen sind.

Fördert ein kühler Raum den Schlaf?

Der Körper muss sich beim Einschlafen abkühlen, um erholsamen Schlaf zu finden. Das geht über die Haut. Diese benötigt eine kühle Umgebung. 18 Grad wären ideal. Es muss kühler sein als im Wohnzimmer.

Aber warum lassen uns dann kalte Füße nicht schnell einschlafen?

Kalte Füße sind ein Hinweis auf eine Durchblutungsstörung. Das notwendige Abkühlen vor dem Schlafen funktioniert über Haut und Blutkreislauf. Dieser führt die Wärme aus dem Körperinneren an die Haut. Funktioniert der Kreislauf nicht gut, ist das Einschlafen gestört.

Der Schlaf vor Mitternacht gilt als der beste. Ist das richtig?

Nein. Allerdings gibt es eine biologische Mitternacht. Die ist gegen 3 Uhr nachts. Die ersten vier Stunden Schlaf vor der biologischen Mitternacht sind wichtig, weil dort der erholsame Tiefschlaf stattfindet.

Ihr persönlicher Einschlaftrick ist?

Ich konzentriere mich auf leise Töne wie klassische Musik. Auch monotone Geräusche, wie Wellenrauschen, helfen sehr gut. Dabei kann ich wunderbar eindösen.

Ein- und Durchschlafen

Ein- und Durchschlafen: Fast ein Drittel der Bundesbürger tut sich gelegentlich schwer, zeigt eine Umfrage der Zeitschrift „Apotheken Umschau“.

Quelle: C_Scott/Pixabay

Diese Produkte versprechen einen besseren Schlaf:

Einschlafen mit Druck: Wer nachts nicht in den Schlaf findet, sollte es einmal mit einer Gewichtsdecke probieren. In ihr sind Gewichte eingenäht, die leichten Druck auf den Körper geben und eine Umarmung nachahmen. Die so erzeugte Nähe lässt laut Studien den Stress- und Angstpegel im Körper sinken. Das Stresshormon Cortisol wird nachweislich reduziert, das Nervensystem entspannt sich. Bei Patienten, die unter ADHS, Autismus, Angst- oder Schlafstörungen leiden, werden diese Decken seit längerem als Therapiemaßnahme eingesetzt. Die Decken gibt es bei zahlreichen Anbietern in verschiedenen Größen und Schweregraden – auch für Kinder. Gesehen unter anderem auf www.therapiedecken.de, ab 199 Euro.

Gewichtsdecken sollen das schnelle Einschlafen fördern

Gewichtsdecken sollen das schnelle Einschlafen fördern.

Quelle: Hersteller

Mit Akupressur gegen Schnarchen: Wer kennt das nicht: Todmüde fällt man nach einem langen Tag ins Bett, kuschelt sich ein – und dann beginnt das Schnarchkonzert des Partners. Einschlafen? Aussichtslos! Die Hersteller eines speziellen Fingerrings versprechen Abhilfe. Auch hier wird mit Druck gearbeitet: Ein Ring soll über Nacht am kleinen Finger getragen werden. Dieser massiert zwei bestimmte Akupressurpunkte, die dann den Nasen-Rachen-Raum beeinflussen sollen. Bekannt sind diese Punkte bereits seit über 2500 Jahren in der chinesischen Medizin. Das Schnarchen soll sich durch den Druck auf die Meridiane vermindern.

Zu kaufen gibt es den Ring auf www.sleepring.de für 40 Euro.

Ring frei

Ring frei: Schnarchen soll sich durch tragen des Akupressur-Fingerrings verringern.

Quelle: Hersteller

Mit Meditation schneller einschlafen: Wir liegen im Bett, schließen die Augen – und dann fährt der Gedankenzug ab, rattert scheinbar in Endlosschleife durch den Kopf – und so vergeht Stunde um Stunde, ohne gesunden Schlaf. Schäfchen zählen oder beruhigende Musik helfen jedoch nicht jedem. Auch Medikamente sind auf lange Sicht keine Lösung. Ein weißes, schalenähnliches Gerät namens Dodow verspricht, Einschlafprobleme zu lösen. Es sendet regelmäßige Lichtimpulse an die Zimmerdecke. Passt man seine Atmung dem Licht an, beruhigt sich die Atmung, da die Gedanken nur auf das Licht konzentriert sind. Der Effekt: Bereits nach wenigen Minuten fallen die Augen zu.

Die Lichtmeditation kostet 49 Euro auf www.mydodow.com.

Wenn die Gedanken nachts Purzelbäume schlagen, sollen regelmäßige Lichtimpulse den Geist beruhigen

Wenn die Gedanken nachts Purzelbäume schlagen, sollen regelmäßige Lichtimpulse den Geist beruhigen.

Quelle: Hersteller

Ein Kissen für den Traumschlaf: Wie man sich bettet, so schläft man, heißt es im Volksmund. Dazu gehört vor allem das richtige Kissen. Deutsche Mediziner und Toningenieure haben das Aivi-Kissen entwickelt, das spezielle Einschlafmusik von der dazugehörigen Handy-App übertragen kann. Die Musik, die über eine Soundleiste im Kissen abgespielt wird, stimuliert das neuronale Nervensystem und soll so den natürlichen Schlafrhythmus wieder herstellen. Aivi wird bereits in Krankenhäusern und Altenheimen erfolgreich eingesetzt. Nun ist es auch für das private Schlafzimmer zu haben.

Kosten: 195 Euro auf www.aivi.de.

Mit dem Kissen und der App von Aivi soll man schneller in den Schlaf finden

Mit dem Kissen und der App von Aivi soll man schneller in den Schlaf finden.

Quelle: Hersteller

Von Ina Funk-Flügel und Teresa Nauber/RND

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