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Nachrichten Wissen Hausbesuche sind wichtig
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19:21 08.03.2018
Dr. Ulrich Weigeldt ist Allgemeinmediziner und Bundesvorsitzender des Deutschen Hausärzteverbandes. Quelle: Montage: RND; dpa/priva
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Hannover

Ist es nicht überholt, wenn ein Hausarzt, ausgestattet mit einem kleinen Köfferchen, in die Wohnung eines Patienten kommt? Sollte man als Patient nicht lieber gleich ins Krankenhaus fahren, wo man im Zweifel noch in ein MRT-Gerät geschoben werden kann? Und besuchen Hausärzte ihre Patienten überhaupt noch?

Manche Patienten sind auf Hausbesuche angewiesen

Der Hausbesuch gehört nach wie vor zum Alltag der Hausärzte. Abrechnungsstatistiken belegen, dass beispielsweise in Bayern weit über 90 Prozent aller Hausärzte regelmäßig zu ihren Patienten kommen. Zum einen brauchen wir die Hausbesuche für Patienten, die nicht in der Lage sind, in die Praxis zu kommen, zum Beispiel, weil sie bettlägerig sind. Viele Patienten sind schlichtweg darauf angewiesen, dass der Arzt sich auf den Weg zu ihnen macht.

Das Private Umfeld kann bei der Diagnoseerstellung helfen

Es gibt aber noch einen weiteren unschlagbaren Vorteil: Indem der Hausarzt seinen Patienten in dessen eigenen vier Wänden behandelt, erlebt er direkt das familiäre und soziale Umfeld und kann dieses bei der Diagnose mitberücksichtigen. Für eine gute Diagnostik braucht es eben nicht immer die gesamte Palette der hochspezialisierten Medizin, sondern eine hervorragende allgemeinmedizinische Ausbildung – und etwas Zeit. Das hilft häufig mehr als das zigste bildgebende Verfahren. Doch im deutschen Gesundheitssystem fließt das Geld eher in die sogenannte Gerätemedizin. Hausbesuche mit An- und Rückfahrt sowie Behandlung werden mit 20 Euro geradezu absurd niedrig vergütet. Diese Schieflage prangern wir schon lange an.

Die Zeit der Hausärzte ist begrenzt

Gerade in ländlichen Regionen, wo die Anfahrtswege länger sind, kann für einen einzigen Hausbesuch schon mal eine Stunde draufgehen. Darum haben wir ein Konzept entwickelt, in dem Routinehausbesuche, bei denen nicht zwangsläufig ein Arzt vor Ort sein muss, von speziell fortgebildeten medizinischen Fachangestellten, den Versorgungsassistenten in der Hausarztpraxis (Verah), übernommen werden können.

Grundsätzlich muss der Hausbesuch auch in Zukunft ein wichtiger Baustein der ärztlichen Versorgung sein. Dafür darf aber nicht alles so bleiben, wie es ist!

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Eine Reportage über den Alltag eines Landarztes lesen Sie hier.

Von Dr. Ulrich Weigeldt/RND

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